Ich date, du datest…

Ich date, du datest, er, sie, es datet, wir daten, ihr datet, sie daten.

Das waren noch Zeiten, als man noch diskret ein Date daten konnte.

Das ging so, im Großen und Ganzen, bis in die Neunziger.

Jeder datete, wie er gerade lustig war.

Inzwischen ist’s aus mit dem unbeschwerten Daten. Man ist ja schon upgedated, bevor das Date überhaupt steht. Und wer garantiert einem, dass, im Falle es klappt doch, beim Date nicht irgendein Schmerzphon die ganze Nummer und das Gestöhne direkt ins Netz überträgt, wenigstens jenen, die einen später mit den Daten zum Date updaten möchten?

Manche meinen schon, man solle nicht mehr so viel daten, weil das sei ja offenkundig nicht klug. Der date liefere sich selbst aus. Ohne Daten keine Daten.

Welche Dates traut man sich noch zu daten?

Das Daten macht ja auch gar keinen rechten Spaß mehr, wenn die ganze Welt wissen kann, dass man ein schlüpfriges Date hat. Manches Date zieht ja daraus einen Großteil seines Reizes. Wenn es dumm läuft, und das passiert oft, daten die Deutschen wirklich noch weniger, und wir sterben aus alswie ein Bienenvolk, das sich auf die Antarktis verflogen.

Es liegt wohl an, dass man ohne Daten datet. Irgendwo im Wald, spontan, keiner ein Schmerzphon dabei. Man datet ohne vorherige Ansage, wie es gerade kommt. Man datet einfach bis zum Mandat. Das gibt im Hochsommer, wo es sich dorten am besten datet, starke Widderkinder.

Die Sache wird wieder urtümlich, mit dem Daten.

UND ER ERKANNTE SEIN WEIB!

Einfach so. Ohne jedes vorherige Daten erkannt. Das Frauenzimmer hat gar keine Zeit, noch viel herumzudaten, Lust folgt auf Lust.

Die Idee, wenn auch, zunächst bei Licht betrachtet, genetisch etwas fragwürden, ist in dieser Hinsicht vielleicht gar nicht so schlecht: Die Dekadenten nämlich werden ewigzu weiterdaten und sich damit zerdaten, während wohl der gesündere Teil der Population zur rechtschaffenen Kopulation kommt.

Alle noch halbwegs oder gar über das hinaus Gescheiten treffen sich einfach ohne Schmerzphone im Walde und gucken mal, was geht. Man muss ja nicht gleich Notwurfkinder machen.

Datenlos Daten. Der Verfassungsschutz ist so optimal vor sich selbst geschützt, wie das erstmal nur geht. Was juckt es, wenn ab und zu mal ein Spanner aufkreuzt.

Einfach in den Wald und unverdatet abdaten!

Im wirelessesten LAN des Planeten abhotten!

So, dass selbst Försters Hund staunt!

Der Wald ruft, und er ist, gottlob, groß!

Man ehre den deutschen Wald!

Diesen Hort der Freiheit und gelebten Schönheit!

Abertausende zarter Lichtungen!

Unzählige sanfte linde Abhänge!

HIER hast Du eine Wahl!

Der Specht klopfet, das Herzelein hopfet!

Zwischen Felsen im kühlen Tann, neben dem Seidelbast, im Buchenwalde des vergehenden Abendlichtes, wo Kiefern beim Wacholder wachsen und Birken neben der Brombeere: nachts noch auf der Trockenwiese zwischen Steinnelken.

Ich vergaß die Bächelein, worein Füße und manch anderes in erfrischende Kühle zu hangen. Da, wo es ein wenig wallt und plätschert, das Wasser schwirrt und das Blute beweget.

Und dann: ein Gipfel. Oban am Berge. Klare Nacht, ein Mond mit gelb-blassrosa Aura. Feine Nebelschleier unten, die Feuchte und Kühle der Nacht kriecht heran. Alles Ferne nah.

Der kleine Hain im Hochmoore. Gerade mal eine Baumgruppe für Schatten, Schutz und Glück im Rundumausblick. Diese Bäume wissen, wozu sie hierherwollten. Man kann sie gar nicht genug dafür loben.

Ein moosbewachsener Überhang, efeuumkränzt, zur schützenden Rast auf dem Wege zu lichterem Lager.

Jaja. Man date nicht so viel, sondern gehe lieber öfter in den Wald.

 

 

 

 

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