Vom Schönen und der Liebe umfangen

Ich will seit Jahren mal nach Japan und nach China.

Es fehlt mir aber nichts daran, dass ich das derzeit nicht kann.

Ich fliege einfach in meinen Träumen dorthin.

Das kost’ keinen Cent, und ich muss auch meine Kinder nicht so weit weg alleine lassen.

Ich darf voraussichtlich bald wieder eine Woche an meine Ostsee.

Wenn ich dort wiederum einen abgestorbenen Baum finde, der bis zum Morgen fürs Lagerfeuer reicht, werde ich mich wohl, fröhlich, einen Toren schelten, dass ich überhaupt nach Japan und nach China fliegen wollte. Und wenn nicht, so werde ich es wenigstens versuchen.

Das Wasser, die Steine, das Feuer, noch ein Schluck Rotwein, dräuendes Gewitter, Alleinsein, die Weite der Welt.

Die Welt ist unendlich schön.

Die Liebe zur Natur ist nicht einmal mit jener zu einem Weibe oder den eigenen Kindern oder den Künsten wirklich vergleichbar.

Nicht, dass sie bedeutender wäre, höher schätzenswert. Keineswegs.

Sie erfasst einen schlicht anders.

Sie durchströmt einen auf eine gewisse Weise nur unbedingter. Ein Mensch allein mit allem.

Man redet sich sich selbst. Man ist einfach nur da. Man sitzt zwischen den fünf Elementen, ist in ihnen und dabei nur sich.

Durchwächst einen dann nicht doch noch zu sehr die Traurigkeit, so kann diese Liebe zu großer weiterführender Kraft führen.

 

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4 Antworten zu “Vom Schönen und der Liebe umfangen”

  1. Thomas sagt:

    Sehr schön gesagt, dem kann ich beipflichten.

  2. Misanthor sagt:

    Wenn dich dein Weg nach oder in die Nähe von Kiel führt, ist nach altem germanischem Recht eine kostenlose Übernachtung drin. Voraus gesetzt, du kannst für eine Nacht dem Luxus entsagen und mit unserem Gartenhaus vorlieb nehmen, in welchem wir selbst nahezu jedes Wochenende verbringen.

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Misanthor

    Erstmal vielen Dank für die Einladung. Und: Ich schlafe überall, wo es flach ist und nicht minus fuffzig im Hemd. Ich schlief auch schon im Stehen, einmal schaffte ich es in mehrmaligen Intervallen von je zwei bis fünf Minuten, die durch notwendige optische Zwischenpeilungen leider nicht länger dauern durften, sogar beim Gehen mit schwerem Rucksack. Da war ich aber noch etwas jünger.

    Meine Planung ist, von Warnemünde per Pedes den größten Teil des Wegs (also den ganzen an der See) gen Lübeck zurückzulegen, von wo ich meine Halbmegasparrückfahrkarte bereits gebucht, dann meine Kinder auf derselben mitfahrend in Hannover von ihrer Halbschwester aufzusammeln, so dass ich dort auf jeden Fall um den 25. aufschlagen werde, selbst wenn die See so bläst, dass ich zwischendrein landeinwärts flüchten musste (ist mir schon einmal, mit den Kindern, passiert, um diese Jahreszeit, wir wurden sehr nass).
    Langer Rege kurzer Laber: Ich sah gerade auf der Bahnseite, dass man es in gut einer Stunde von Lübeck nach Kiel packt. Insofern wäre das glücklich eine Chance von Samstag auf Sonntag.
    Den 24. abends auf den 25. bis Mittag könnte ich als Abschluss meiner (hoffentlichen) Lichtseewanderung, am Kieler Hauptbahnhof aufschlagend und anderntags von dort retour, hinkriegen.

  4. Misanthor sagt:

    Mir fällt gerade ein: an dem Wochenende bin ich verhindert.

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