Aufruf zum Boykott der Bundestagswahl (IV)

Ich habe, selbstverständlich, keine Ahnung, inwieweit wie viele die Inhalte der ersten drei Teile schon verstanden haben und noch verstehen werden, um wie viel weniger, wie weit mein Ruf reichen und positiv beherzigt werden wird.

Mir ist auch klar, dass viele den Kopf schütteln werden, dies für lächerlich halten, es lächerlich zu machen trachten und auch durchaus noch Ungünstigeres.

Sollte mich keiner hören – na, eine Zustimmung habe ich eben schon erhalten – so habe ich es wenigstens versucht, Gehör zu finden: und was gesagt ist, ist allemal gesagt.

Ich habe mir die drei Vorartikel noch ein paarmal durchgelesen und gestehe freimütig ein, dass sie provokant sind, aber das sollten sie auch sein. Im Kern, vom roten Faden her, dem, um was es geht, passt es so.

Oder einfacher: Ich habe schon schlechtere Texte gelesen.

Allzumal, wenn es um eine reale politische Bewusstseinsveränderung ging und darum, wie diese zu befördern sei.

Wahlenthaltung, liebe Schwaben und liebe Nichtschwaben, kost’ schonmal nix. Wer nichts davon sagt, dass er damit das Richtige meint zu tun, hat immerhin insoweit für sich das Richtige gemacht.

Wer also meint, kein aktiver Wahlboykotteur werden zu können, seines Rufes wegen, der sei eben ein passiver. Oder einer, der nur zwei oder drei Freunde, denen er vertrauen kann, mitnimmt.

Was für eine Gaudi aber daraus werden könnte, Leute von den Urnen wegzuüberzeugen! Wie viele schöne Gelegenheiten sommersüber beim Biere Aufklarung ins Land zu bringen!

Überall abendlaues Nichtwählergrillen, spontane Nichtwählerstadtteilfeste!

Nichtwählerstände in den Fußgängerzonen, Nichtwählerkonzerte und -straßenmusikanten, Nichtwählerchöre, Nichtwählerweinbergswanderungen, Nichtwählervorträge und -podiumsdiskussionen, Nichtwählertrommeln und -trompeten.

Einfach ein riesenhafter, wunderschöner Nichtwahlkampf, klare Rede, fröhliches Singen, helles Lachen.

Der Aufruf zur Nichtwahl ist eine freie politische Meinungsäußerung und begründet so jedes normale Demonstrations- und Versammlungsrecht. Ihr Bürgermeister und sein Ordnungsamt und die örtliche Polizei werden begeistert sein, wenn mal wieder vernünftige, friedliche Leute bei ihnen demonstrieren wollen! Als ein Ehrenzeichen für jede brave deutsche Kommune!

Nichtwählerangeln! Nichtwählerveganer! Nichtwählerrummelplätze! Nichtwählerdiskotheken!

Und natürlich dürfen Nochwähler überall mitmachen und rein.

Es steht ihnen ja frei, bessere Feten zu organisieren, wo wir vielleicht auch hindürfen und unsere Meinung sagen.

Wenn sie gegen Ende August so weit sind, dass deren Parteien uns mehr oder weniger gemeinsam als Gefahr für die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland offen ausrufen, zwischen herrisch und inständig bittend, man möge doch ja zur Wahl kommen, dieser Pest zu verweisen und das Gemeinwesen zu erhalten, haben wir es schon ganz gut hingekriegt.

Im Prinzip liegt natürlich noch mehr drin.

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Dieser Text ist im Rahmen der dazu in den ersten drei Teilen genannten Bedingungen gemeinfrei.

 

 

 

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