Jesl, Heinz, Rudi und Gulgi (und Magnus)

Mein lieber Herr Gesanksverein.

Ich war eben kurz auf einer Eso-Seite, wo es vor “verschmutzten Chakren” und (im Gegensatz zum Autor natürlich) unfähigen “Channelling-Lehrern” nur so wimmelte.

Jetzt muss ich unbedingt auch mal wieder ein bisschen aufgeblasenen Scheißendreck herausschwätzen, wenn auch etwas konventionelleren, damit ich nicht ganz aus der Übung komme.

Ich traf im Traume Jesus, Rudolf Steiner und meine letzte Inkarnation, den Heinz, schließlich auch Gulgi.

Jesl war recht aufgeräumt und freundlich, schien aber, im Gegensatze zu Rudi, der seine grundgriesgrämige Miene doch nicht ganz unter Kontrolle bekam, obschon er sehr aufgekratzt, etwas bedrückt, während Heinz fast ohne Ende damit nervte, er habe sich ja so angestrengt, dass aus mir mal etwas Besseres werde als aus ihm, und doch sei aus mir, nachdem er sich vierzig Jahre in einem buddhistischen Kloster für mich jedes Unfugs enthalten habe, ebenjener notorische Zwunzlallbacken geworden, dessen er jetzt angesichtig werden müsse.

Indem Rudi in einen sanktifikanten Stupor verfiel, ehe ich ihn noch zu fragen vermochte, ob Heinz mir da nicht etwas unrecht täte, tauchte unvermittelt Gulgalinetta auf, lediglich eine gemäßigte Stichflamme auf dem linken Epauletten-Amulett, sahe mich mit ihren lindwurmgrünen, kurzgestielten, wie immer gut gepflegten Schauodromen an und meinte: “Magnus, lass’ den Sauerkrautsaft nicht kippen.” (Sie nennt mein Bier immer so; sie hat was gegen Hopfen.)

Jesl, der sich bei dieser interessanten Konversation eben die Füße wie üblich in Digitalissud wusch, mischte sich also in unser lauteres Erkenntnisstreben: “Magnus, Gilgi ist im Wesentlichen zuzustimmen. Du solltest mehr Wein trinken.”

Ich war etwas indignifiziert. Ich weiß natürlich, dass ich immer wieder zu wenig Wein trinke. Das heißt aber doch nicht automatisch, dass ich mir mein Bier unbotmäßig beleidigen lasse.

Da wuchte Rudi auf, und auch er fuselte los. “Magnus, Jesl und Gilgi sind zwar manchmal etwas akaschuggert, aber hier muss ich dich doch zur goetheanäischen Ordnung rufen. Heinz, was meinst du dazu?”

Heinz ließ sich natürlich nicht lampen, erklärte spritzbabelisch: “Magnus, entweder man macht eine Tierapie con Quant, oder man mulcht in den Sulch.”

Irgendein undefinanter ockerbrauner Schlammbach ruschelte neben uns in ein danteskes Abysmenkonvolut.

Ich hatte keinen Drapier zu Tand, zunächst zuwenig börgeligen Bos’ in der Hos’, konsterte drumb werstkahl anso: “Ich will die Drame ja mahlst nicht über den Sprieß erdrühnen, aber doch den Schrüblern erunverbrüdern, dass bei mir der Fracken jetzt abverschabracken.”

Vom Rest vom Traume weiß ich nichts mehr. Vermutlich zogen sich Jesl, Gulgi, Heinz und Rudi auf diese meine deutliche Ansage hin zur Meditation zurück.

 

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