Wozu soll es Israel in zehn Jahren nicht mehr geben?

In der Türkei kursieren – offen ausgesprochen auch von Staatschef Erdogan – jede Menge Verschwörungstheorien dahingehend, dass die jüngsten Unruhen von fremden Mächten angestachelt worden seien. (Selbst gegen die Lufthansa und damit Deutschland, wegen eines geplanten neuen konkurrierenden Flughafens.)

Zu unabhängig und stark sei die Türkei geworden, man lasse sich in keine Richtung das Maul verbinden, was allen möglichen Altmächten nicht in den Kram passe. (UNO, NATO, EU, USA, England, Israel…)

Nun, durchaus möglich, dass man von außen auch im Falle Türkei etwas nachgeholfen haben könnte.

Es entbehrt, egal ob dies nun zutrifft oder nicht, allerdings nicht einer gewissen Ironie, wenn die Kräfte um Erdogan eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Türkei beklagen, während sie selbst nicht Demonstanten aufwiegeln, sondern massenweise Terroristen ins Nachbarland Syrien schleusen, sie ausbilden, bewaffnen, ihnen gar Rückzugsräume bieten.

Ob man wohl deshalb, im beleidigten Sultansstile, Demonstranten Terroristen heißt?

Jedenfalls ist die Türkei schon das, was man gemeinhin einen unsicheren Kantonisten zu nennen pflegt: Offen feindselig, im Grunde im Angriffskrieg gegen Syrien stehend, leistet sie sich gleichzeitig den Luxus, auch Syriens Mitfeind Israel nicht eben besonders freundlich gegenüberzustehen.

Man mag zwar die Hisbollah nicht, weil das die falschen Moslems sind, aber mit der sunnitischen Hamas, die Israel kaum weniger ein Dorn im Auge als die Libanesenmiliz, kommt man allem Anschein nach nicht schlecht aus.

Ich kann mir dieses ganze Irrsinnsspiel eh nicht mehr richtig erklären. Jedenfalls ohne eine Megaverschwörung zu postulieren.

Einerseits, so pfeifen es die Spatzen von den Dächern, ist Qatar eine Haupttriebkraft im Kriege gegen Syrien, andererseits spendiert es im Gaza-Streifen neu, was gerade von den Israelis in Schutt und Asche gelegt.

Israel bombardiert derweil ab und an auch in Syrien, was sich gerade bewegt oder auch nicht, und irgendwie, neben den sonstigen Triebkräften England, Frankreich und Saudi-Arabien, kann ja auch der Ami an allem kaum unbeteiligt sein.

Und wenn wir schon bei Verschwörungstheorien sind: Wieso meinte Henry Kissinger “In ten years, there will be no more Israel”?

Und, wenn Kissinger recht behielte: Wo sollen dann all die israelischen Juden hin?

Nach Ungarn? Deutschland? Istanbul? Patagonien?

Wieso betreiben die USA, deren diesbezügliche Außenpolitik, wie viele meinen, weitestgehend von AIPAC, der überaus mächtigen jüdischen Lobby (man sagt selbst, dass man die einflussreichste stelle), kontrolliert, überall im arabischen Raum eine der Islamisierung, schon seit dem Überfall auf den Irak?

Haben die wichtigsten Juden gemeinsam mit den angelsächsischen Geldfamilien (Skull & Bones & Cie) beschlossen, Israel mittelfristig zu opfern?

Und, wenn ja, wozu? Mit welchem Ziele?

Welchen handfesten Vorteil könnte man sich dabei versprechen?

Es müsste ja, bei dem zu entrichtenden Preis, ein Vorteil von geradezu monströsen Ausmaßen sein. Einer, den man sich kaum auszumalen in der Lage, der um wie viel weniger aussprechlich, käme man auf die Idee, was da geplant sein könnte.

Wenn Kissinger wusste, was er sagte, in dem Sinne jedenfalls, dass er von entsprechenden Plänen und Machenschaften Kunde hat, dann wird hier an einem ganz großen Rad gedreht, so groß, dass selbst der Sultan von Stambul bereits in einen ihm unlustigen Teil des Getriebes geraten sein mag.

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8 Antworten zu “Wozu soll es Israel in zehn Jahren nicht mehr geben?”

  1. Infonautin sagt:

    Man glaubt es kaum, wenn das mal keine Realsatire ist:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/scharfe-kritik-an-preisverleihung-fuer-erdogan-a-821498.html

    Erdogan, ein Gutmensch? Hallo? Geht’s noch?

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Infonautin

    Erdogan steht für den sunnitischen Islam, also erlesenste Vorbildlichkeit in Sachen Toleranz.

    Sicherlich auch gegenüber jenen, die Knaben am Geschlechtsteil verstümmeln, denn das gehört, wie bei der üblichen jüdischen Form der Toleranz, wohl dazu.

    Das heißt, dass er schon etwa ein Siebtel der Menschheit, wofern sie ihm folgt, toleriert.

    Jeder Anfang ist schwer.

  3. Dude sagt:

    @Infonautin

    Das Geseier der verklebten Tintenfassschwachköpfe unterm Joch der Friede Springer ist – wenn nicht nur rhetorischer Durchfall wie idR. – generell Realsatire… …bitterboshafternste allerdings…

    Ps. http://dudeweblog.wordpress.com/2013/04/12/vom-staat-als-verbindendes-regulativ/

  4. Lisa sagt:

    Ich formuliere auch mal eine Verschwörungstheorie dazu…

    Möglicherweise hat Kissinger nur einen kleinen Nebensatz weggelassen.
    Vielleicht muss es so heißen:

    In 10 Jahren gibt es kein Israel “in der Form von heute” mehr.
    (Dann gibt es nämlich Großisrael.)

    Ich habe irgendwo gelesen, dass in dem Film “Schindlers Liste” ein Satz aus dem Talmud gesagt wurde: Wenn du einen Menschen rettest, rettest du die ganze Welt”. Tatsächlich heisst der Satz im Original: Wenn du einen jüdischen Menschen rettest, rettest du die ganze Welt.

    In diesem Sinn ist es vielleicht eine weitere List des alten K.

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lisa

    Ich rätselte weiland, als ich einen eigenen Artikel über den merkuriosen Spruch Kissingers schrieb, ob “no more Israel” lediglich heißen solle, dass es nicht mehr Israel geben solle als jetzt schon.

    Aber es gibt durchaus Verschwörungstheorien dahingehend, man wolle ein Großisrael vom Nil bis zum Euphrat errichten.

    Wie das allerdings im Wortsinne hinzukriegen wäre, erschließt sich mir nicht so recht. 150 Millionen Araber nach Europa vertreiben? Unterwerfen? Abmurksen?

    Von der unumstößlichen deutschen Staatsräson her müssten wir sie, ewiglich treu an der Seite Israels, natürlich alle bereitwillig aufnehmen. Da werden am Hartzamt nicht wenige Arbeitsplätze entstehen.

  6. TR0LL sagt:

    Auf direkte Anweisung aus dem Büro von Premierminister Recep Tayyip Erdogan sind die Radaranlagen türkischer F-16 Kampfflugzeuge umgerüstet worden, um automatisch israelische Kampfjets als “Feinde” zu erkennen.

    da war doch noch was…

    USraels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und sein türkischer Kollege Tayyip Erdoğan hätten in einem Telefongespräch die Normalisierung der Beziehungen beschlossen, teilte die israelische Regierung mit. Erdoğan habe die Entschuldigung akzeptiert.

    seit wann lassen sich die Israelis denn ungfestraft so vorführen, ja, der Erdogan muss weg, so auch mein Eindruck. Im Zweifelsfall wird der sich auf die Seite seiner Interessen schlagen, es kann ja wohl nicht sein, das eine Schachfigur eigenmächtig die Seite wechselt.

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