Montaigne

Montaigne schreibt in seinem zweiten Hauptstück “Von der Traurigkeit”: “Ich bin von dieser Leidenschaft so sehr, als jemand, befreyet. Ja, ich liebe und achte dieselbe auch nicht: ob sich gleich die Welt gleichsam um die Wette bemühet, sie mit ganz besonderer Gunst zu beehren. Man kleidet die Weisheit, die Tugend, schalt das Gewissen, darein. Ein thörichter und schimpflicher Putz! Die Italiäner haben sie füglicher mit dem Namen der Boshaftigkeit beleget. Denn, sie ist eine allzeit schändliche, allezeit tolle Eigenschaft. Daher verbieten sie auch die Stoiker ihren Weisen, weil sie allezeit feig und niederträchtig ist.”

Harte, stolze Worte. Scham bei mir.

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