Unheil ist des Menschen Wesen

Da die Menschheit bekanntlich keine Probleme hat, die darausherrührende Langeweile die Leute reizbar macht, jagen seit einiger Zeit die Vegetarier die Karnivoren.

Lange machte es ihnen einen großen ungetrübten Spaß, ihre moralische Überlegenheit zu genießen, indem sie Fleischesser als gewissenlose Tiermörder und Aasfresser herabsetzten, während sie Appenzeller und Gryerzer in sich hineinmampften, derweis ebenfalls von der Tierzucht, mit allem, was diese zwangsläufig mit sich bringt, lebten, also, dass man auch ungeniert Leder trug und unter Daunendecken seinen gutmenschlichen Schlaf schlief.

Dann aber war die schöne Zeit vorbei. Denn eine neue Gruppe von Jägern trat auf die Fluren: Die Veganer kamen. GAR NICHTS VOM TIER! – also deren Schlachtruf, IHR HEUCHLER! IHR SEID KAUM BESSER ALS DIE LEBERKÄSFRESSER!

Stupefakt stunden die Vegetarier da, denn eine sinnige Entgegnung fiel ihnen nicht ein.

Doch der Triumphzug der Veganer währte ebenfalls nicht lange, denn nun kam die neue sittliche Herrenrasse, die Fructarier, denen schon das Abschneiden eines Kohlkopfes schwere Sünde, denn wieso sollte denn eine Pflanze nicht auch Schmerz empfinden können, nicht grob hingemeuchelt werden wollen, wider welches Wort hinwiederum die Veganer rat- und hilflos.

Aber auch die Fructarier hatten sich zu früh gefreut, durften ihrer Überlegenheit nicht lange kosten.

Denn nun griffen die Luftarier (Airariens) an, die zurecht darauf hinwiesen, dass auch die Kerne eines heruntergefallenen Apfels in unnatürlicher Weise litten, wenn das Fruchtfleisch (!) um sie herum schnöde verzehrt werde, das ja überdies noch lebe, so wie fast jedes Getreidekorn, das vom Boden gelesen, auch.

Obschon den meisten Luftariern ein noch kürzeres Leben beschieden war, aber immerhin kein mühseligeres, als den Fructariern, waren sie zunächst sittlich klar in der Vorhand.

Nicht über lange, indes, und die Endarier (Endarians) hatten das Sagen: Wer atme, der vergase bekanntlich die ganze Welt.

Hier jedoch kam die spirituelle Hinaufentwicklung der Menschheit zu einem traurigen Stillstande; da es den Endariern selbstverständlich verboten war, ein Tier zu schlachten, also auch sich selbst, blieb nur der Weg, den Atem so lange anzuhalten, bis dass man sich entgast. Viele, allzuviele Endarier verfügten bei dieser Übung tragischerweise nicht über die erforderliche Selbstdisziplin, denn Hilfsmittel, die einen Zwang bedeutet hätten, waren strengstens verpönt.

So kam es zur massenweisen Apostasie. Endarier wurden zu Fructariern, ja Veganern, die schlimmsten Finger unter ihnen sogar zu Vegetariern, deren Alleroberübelste aßen zunächst Fische und endlich auch wieder Landtiere.

Die Menschheit hatte mal wieder nichts dazugelernt. Selbst der Buddhismus erstarb nach und nach an Entkräftung.

Was lernen wir daraus?

Alles ist eitel, es verlohnt sich nichts.

 

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16 Antworten zu “Unheil ist des Menschen Wesen”

  1. Anonymus sagt:

    Also, ich bin kein Vegetarier und lasse mir ein gutes Steak nicht vermiesen, eine Salami auch nicht oder ein Bresaola, aber ich weiss, zu viel ist ungesund!

    Mein Vater klärte mich mal auf, dass immer, wenn er auf Reisen war, Ihm seine Gelenke weh taten! Warum war Ihm lange Zeit ein Rätsel. Die Lösung war der grössere Fleischkonsum, das Gericht am Mittag enthält ein veritables Stück Fleisch und am Abend durch die „Schinken“ – „oder „Schlachtplatte“ liess er sich zu erheblich mehr „fleischlichen“ Genüssen verführen, als das Zuhause der Fall gewesen wäre. Seit dem er da bewusst gegensteuerte war das Problem behoben!

    Ein Freund von mir, Amtsarzt, weiss zu berichten nirgendwo würden Magen und Darmkrebse gehäufter auftreten als auf dem Land in Schläfrig-Holzbein, wo ein g’scheites Stück Fleisch auf den Teller gehört. Meine Mutter war eine „Fleischfressende Pflanze“ und ist gar nicht so alt geworden wie ich jetzt bin.

    Noch mal, ich bin kein Eiferer und lasse mir „Fleischliches“ nach wie vor schmecken, aber ich weiss, zu viel ist von Übel! Da ich auch „Fischiges“ gerne mag, ist das gar kein Problem.

  2. Thomas sagt:

    Das Ziel war entscheidend. Das Ziel. Nachrangig, welchem Ziele man folgt. Gib den Menschen eine Aufgabe, mit einem Ziele verknüpft und sie werden, solange dem Ziele entfernt und Dessen nie erreicht, froh sein ihres Lebens.

  3. Dude sagt:

    Keine Probleme *rofl*

    Hätte da was für Dich als Inspiration zu nem guten Aphorismus (ich komm grad nicht drauf da ich weit über dem Limit bin und beinah umkipp).

    Den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen… einfach statt Bäume Probleme…

    *kotz*

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Anonymus

    Dass Übermaß auch beim Fleischgenuss nicht förderlich, ist klar. Man kann sich aber auch an Rübensaft totsaufen (Hypervitaminose) oder an Wasser (Nierenversagen)…

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Du hast den Punkt der Geschichte genau erfasst.

    Menschen werden erst dadurch frei, dass sie den von Dir beschriebenen Mechanismus überwinden.

  6. Lisa sagt:

    Also, ich esse seit langer Zeit vegetarisch und das nicht aus Gründen der Gesundheit, sondern weil die Tierhaltung extrem bestialisch ist und ich nicht wirklich überprüfen kann, woher Fleisch -und Wurstprodukte kommen. Das Leid der Tiere erfordert Maßnahmen, um es zu stoppen. Das Einzige, was helfen würde, ist die berühmte “Abstimmung mit den Füßen”, also einfach kein Fleisch mehr zu kaufen und zwar so lange, bis die Tierhaltung artgerecht ist. Aber das ist eine Utopie, wenn ich selbst hier die Kommentare lese.

    Natürlich wäre es besser, gar keine Eier -und Milchprodukte zu essen. Ich habe das zwar sehr eingeschränkt, will aber nicht ganz darauf verzichten. Es gibt sehr schöne vegetarische und auch vegane Gerichte, vor allem in der “cucina povera” vieler Kulturen oder in der indischen Küche. Man kann auch ohne Fleisch sehr gut kochen.

    Schon aus rein egoistischen Gründen sollte man heutzutage auf Fleisch verzichten, denn dieses Fleisch stammt von sehr unglücklichen Tieren und dieses Unglück wird mitgegessen und das kann sich auf die eine oder andere Art rächen. Hier geht es nicht um eine “Aufgabe” oder ein “Ziel”. Es geht ganz einfach um Mitgefühl. Denn das, was man den Tieren antut, tut man auch den Menschen an, tut sich der Mensch selber an. Es ist eine Verrohung des Geistes, wenn man die Tiere so foltert. Das ist das “Unheil”…

  7. Anonymus sagt:

    @ Lisa

    Ich mache einen weiten Bogen um “BIO”-Produkte und das nicht ohne Grund.

    Bei Eiern sind mir die aus der Legebatterie lieber als die Salmonellenverseuchten von frei laufenden Hühnern, die man nur heiss sterilisiert (hart gekocht oder zu Pfannekuchen verarbeitet) essen kann.

    Ich erinnere an den letzten BIO-Skandal in Hamburg mit den tot bringenden Sprossen. Ein Freund, der Amtsarzt ist, stellte bei der Suche nach der Ursache fest, davon sind nur Anwohner in den stinkfeinen Elbvororten betroffen, irgendwelche Arbeiter mit Migrationshintergrund absolut nicht (die haben keinen Sinn für den BIO-Firlefanz)

    Vor einem Jahr habe ich mich verführen lassen eine Flasche “BIO”-Weisswein aus Apulien zu trinken und das, obwohl da was von BIO drauf stand. Interessierte mich einfach, ich kann mich noch an “stoffreiche” Weissweine aus Apulien erinnern. Anschliessend musste ich was gegen Magenübersäuerung schlucken. Ein paar Monate später dann ein Test in der Zeitung, die besagte Flasche hatte einen drei mal höheren Schwefelgehalt als zulässig.

    BIO ? NEIN DANKE! Dafür ist mir meine Gesundheit zu wichtig!

  8. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lisa

    Ich habe erst gestern einen guten Artikel – mit noch besserem Kommentarstrang – zu Vegetariern, die sich Hunde und Katzen halten, aufgegabelt, werde meine Besprechung dessen aber vorerst zurückhalten.
    Ich habe nichts gegen Vegetarier oder Veganer oder Fructarier oder Leute, die einfach zu atmen aufhören wollen. Jeder, wie er will.
    Ich werde mir aber weiterhin nicht nehmen lassen, allzumal bei der Hetze, die inzwischen teils betrieben wird, auf die Inkonsequenzen (auch satirisch) hinzuweisen, die Gedankenlosigkeit bezüglich des Ganzen, welche durch derlei ersatzreligiöses Eiferertum verbreitet.
    Wenn Leute mich wegen meines Fleisch- oder Käse- oder Schnittlauchkonsums für böse halten wollen, mögen sie das tun; ich halte sie desfalls für…
    Naja, sagen wir mal vorsichtig, solange sie nicht handgreiflich werden: für beschränkt.

  9. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lisa (Nachtrag)

    Es nähme mich nicht wunder, neigten Vegetarier durchschnittlich mehr zur Tristesse, als Nichtvegetarier. (Mal unbetrachtet dessen, ob Tristesse tendenziell zum Vegetarismus führt oder Vegetarismus tendenziell zur Tristesse.)
    Auch die Faktoren Neid bzw. Missgunst, Misanthropie, Sichbesserfühlenkönnen, Machtgeilheit des kleinen Mannes drängen sich bei der Beobachtung der Leute auf, die ihre Wahl nicht als individuelle Wahl sehen und anderen zum Bedenk geben, vielleicht einen entsprechenden Weg zu gehen, sondern jeden an den Pranger stellen (natürlich ganz besonders solche wie mich), der im jeweiligen Verzicht nicht so weit geht wie sie selbst, was sie aber oft, auch das ist nicht selten zu beobachten, von daher immer weiter in Gewissensnöte treibt – davon handelt der obige Artikel unter anderem – , alsdass es wiederum Leute gibt, die darin schon weiter sind, sie ihrerseits vor sich hertreiben.
    Im Ganzen gesehen, ist das eine Zivilisationskrankheit, eine Art permanenter Übersprungshandlung, was sich allein schon daran erzeigt, dass ein erheblicher Teil jener Leute Grüne wählt, also übelste Kriegstreiber, Kultur- und Volksseelenzerstörer.
    Nicht wenige derer tragen zwar keine Krokodillederschuhe, aber doch gerne Kaschmirschals, jedenfalls, wenn sie sich diese statt einfacher Wollschals leisten können, tun sich den Biosprittiger in den Tank, fliegen mal kurz nach Mallorca, weil man das halt so macht, dabei keine Tiere verfeuert werden.
    Kurzum: Da ist eine ungeheuere Heuchelei unterwegs, die das Denken in vernünftigen Zusammenhängen und Verhältnismäßigkeiten fürchtet wie der Teufel das Weihwasser.
    Selbst ernannte Scheinheilige sind das.

  10. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Anonymus

    Ich habe nichtmal Angst vor Bio.

    Kaufe ich, wo ich es mir leisten kann (das geht nur sehr begrenzt; ich muss für drei Esser, zweie davon mächtige, meine halbwüchsigen Söhne, Bares hinlegen) und es mir sinnvoll erscheint: Einige Produkte sind entsprechend besser und überdies erschwinglich, andere sind eins von beiden oder beides nicht.

    Ich sehe da natürlich in meinem Biosupermarkt jene schmalen, weiblichen Edelsingles, die ihres verhältnismäßig begrenzten Appetits für 15 bis 20 Euronen je Tag (ohne Wein) in ihrem Korbe liegen haben, was bei mir dann etwa 80 heißen müsste, also 2400 Euro im Monat für Lebensmittel. (Ohne Wein. Als Vegetarier wären es dann vielleicht “nur” 1500. Super.)

    Geldspenden sind, ja, sie sind willkommen.

    Auch den Sauternes trinke ich immer wieder gern.

    Man darf mir sogar einen ganzen 36-Monater-Ibérico-Schinken schicken; der gammelt nicht einmal, wenn ich ihn erst eine Woche später bei der Post abhole.

    Ich werde ihn bestimmt in Ehren halten und sehr andächtig in Streifen schneiden.

  11. Lisa sagt:

    @ Anonymus

    Die Vegetarier in die Schublade Müsli, Bio, Birkenstock zu stecken ist eine häufige Reaktion. Dabei habe ich vor allem über Mitgefühl für Tiere gesprochen…

    @ Magnus

    Ich habe keine Ahnung, ob Vegetarier aufgrund ihrer Essgewohnheiten trauriger sind als Fleischesser, oder ob die Letzteren agressiver sind, denn der Verzehr von Fleisch setzt doch sehr viel passive Gewalt voraus. Übrigens bin ich auch der Meinung, dass Traurigkeit sinnlos und sogar kontraproduktiv ist.

    Es stimmt natürlich, dass man den Verbrauch von Fleisch nicht ganz vermeiden kann, wenn man Hund und Katze hat. Aber das sind Raubtiere, die man immerhin an teilweise vegetarische Kost gewöhnen kann. Leichter jedenfalls als viele Menschen, die eigentlich von Natur aus keine Raubtiere sind.

    Auch Du kommst mit den Grünen daher. Vegetarisch zu essen bedeutet nicht, schwachsinnig zu sein. Und ich vermisse immer noch ein paar Worte zum Mitgefühl für die Tiere, die ihr Leben im “Lager” fristen müssen.

    “Das Denken in vernünftigen Zusammenhängen und Verhältnismäßigkeiten” kann bei dem heutigen Fleischkonsum und der heutigen Tierhaltung nur zu einem Ergebnis führen, nämlich den Verzicht auf Fleisch oder doch zumindest zu einer drastischen Verminderung des Fleischkonsums. Ich sehe einfach keine andere Möglichkeit, wie man die Zustände bei der Tierhaltung ändern könnte.

    Die Zivilisationskrankheit ist die Verrohung des Menschen, zumindest des Menschen im “Block” und nicht die paar vegetarischen Eiferer. Wenn man die Tiere artgerecht halten würde und wenn die meisten Menschen weniger Fleischprodukte essen würden, könnte man weiterhin Tiere “ernten”. Diese Verrohung bezieht sich nicht nur auf Tiere, sondern auch auf Menschen, die man in vielen Raubzügen abschlachtet, oder auf die Alten, die in Heime gesperrt werden, auf Hartz 4 Empfänger, und, und, und…

    Übrigens ist es für mich kein Verzicht, kein Fleisch zu essen. Das war ab dem ersten Tag leicht und gewissermaßen eine Art Befreiung. Natürlich muss jeder Mensch selber wissen, was er tut. Nur muss man bedenken, dass man es mit fühlenden Wesen zu tun hat und dass auch hier die goldene Regel gilt oder gelten sollte…

  12. Anonymus sagt:

    @ Magnus

    doch, “BIO” ist mir unsympathisch ! Hat nichts mit Geld zu tun, ich muss im Alltag nur für mich selber sorgen und sowieso ständig auf der „Essbremse“ stehen, um meinen BMI = 22 zu halten. Da muss ich meinen Franken (oder Euro, ich lebe konsummässig mit einem Fuss in Deutschland und mit dem anderen in der Schweiz und mit mindestens einem Zeh in bella Italia (zur Erdbeerzeit ist z.B. Brachetto angesagt)) nicht zwei mal umdrehen, bevor ich mir was Essbares kaufe.

    Es wird immer so getan, als wenn die chemische Industrie nichts Wichtigeres zu tun hätte, als uns alle zu vergiften. So ein Quatsch! Dass alle diese Chemieprodukte erfunden wurden, weil es ohne die viel ungesunder war, wird gerne übersehen. Noch nie hatten wir eine so hohe Lebenserwartung wie in diesen Zeiten, in denen wir angeblich alle „vergiftet“ werden. Ich erinnere noch einen Fall, wo sich jemand mit BIO-Müsli beinahe umgebracht hätte, weil der Bauer nicht erkannt hat, dass sein Korn vom Mutterkornpilz befallen war, als er ungebeiztes Saatgut verwendete. Wenn man ohne die übliche Chemie auskommen will, muss man wissen, was man tut und ich bezweifele, dass bei den BIO-Produzenten dieses Wissen vorhanden ist. Es ist mir vom Prinzip her egal, ob der Stickstoff im Dünger aus Jauche kommt oder aus der Ammoniakhöchstdrucksynthese, Stickstoff ist Stickstoff.

    Die Chemie wird auch besser, ab etwa meinem 35sten Geburtstag musste ich, genau wie mein Vater, nach dem Trinken von Deutschem Weisswein was gegen Sodbrennen nehmen, egal was das für ein Wein war, egal wie teuer. Ist heute nicht mehr so und ich glaube nicht, dass das mit der Klimaerwärmung zusammen hängt. Mein Vater wusste zu berichten, dass der beste Freund meines Grossvaters Besitzer eines Weingutes an der Ahr war und der Pächter (vor dem 2. Weltkrieg) zu Weihnachten immer einen 12-Karton mit dem Spitzenprodukt schickte. Das Zeug war so untrinkbar und wurde im Winterhalbjahr zu Glühwein verarbeitet mit viel Zucker. Seit dem ist weder ein epochaler Durchbruch bei der Traubenzüchtung gelungen noch dass die Erderwärmung so extrem fortgeschritten ist, trotzdem kann man Ahr-Weine heute trinken.

    Ich nenne sogar eine Ganzmetall-Aufschnitt-Schneidemaschine aus Italien mein Eigen mit der sich Scheiben von deutlich unter 1 mm schneiden lassen von wegen Ibérico-Schinken. Meine interessanteste Erkenntnis der letzten Jahre dazu ist, dass man solche Fleisch- und Wurstwaren in Kisten die mit pulverisierter Holzasche dicht aufgefüllt werden reifen lässt.

    doch, “BIO” ist mir unsympathisch !

  13. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lisa

    Ich habe hier schon einmal dargelegt, dass mein Fleischkonsum bei vielleicht einem Drittel dessen liegt, was für einen Mann meines Körpergewichtes und Alters hierzulande üblich.
    Bei meinem Konsum als Durchschnitt gäbe es also übertriebene, grausame Fleischtierhaltung nicht.
    Es gäbe nur so viel Fleisch, in etwa, wie bei einer vernünftigen Viehwirtschaft von selbst anfiele.
    Und, ja, dieses Drittel, das ich auch meinen Kindern gewähre, von dem weiß ich, solange ich nicht direkt beim Bauern Weiderinderviertel kaufe, nicht, wie es erzeugt wird.
    Ich bin nicht perfekt, ich lebe in diesem Irrsinnsstall.
    Ich kann nicht alles in Ordnung bringen. Ich setze so schon, nicht erst seit ich hier schreibe, mehr als die meisten meinen, dass es mir und den Meinen guttäte. Der Magnus Wolf Göller möchte doch nur ein bisschen mehr mit den Wölfen heulen, an Begabung und erarbeiteter Beredtheit mangele es ihm ja nicht, um ein sorgenfreies Leben führen zu können; das trage ich schon lange; ich denke, damit meinen durchaus gebührlichen Teil; auch was; ich fange damit an, mich zu rechtfertigen; was soll das; Du meintest hier mal, das solle man nie tun. (Ich weiß nicht mehr, was ich dazu sagte, ob überhaupt etwas; ich stimme dem jedenfalls nicht – mehr? – grundsätzlich zu. Aber das ist hier jetzt randständig.)
    Jetzt noch ein persönliches Wort, das ich öffentlich machen kann, da es in dieser Weise ja nur mich betrifft, indem mein Name bekannt.
    Ich glaube kaum, dass wir in dieser Frage – zumindest sehe ich es nicht ab – zu einer Übereinstimmung kommen werden; ich verstehe gleichwohl Deinen Ansatz; ich erwarte nicht, dass Du meinen verstehst; wir lagen ja schon öfter deutlich auseinander; aber beileibe nicht immer; das kann ich nicht ändern; das will ich nicht ändern; jedenfalls in dem Sinne nicht, dass ich um des lieben Friedens willen einlenkte. Ausgeschlossen.
    Es gibt eine, na, es gibt einige geistige Gemeinsamkeiten; ich will wie muss, auch wenn es mich mal hart angehen mag, aber meine Arbeit tun.
    Und selbstverständlich unterstützt Du diese, so wie ich das verstehe, auch dann, gerade dann, wenn Du mich in herbe See bringst; deshalb freue ich mich, denn das geht nur über Substanz, wiederum und weiterhin, wenn Du hier Deiner Gedanken Kraft so klar, in Deinem vorbildlichen sprachlichen Ausdruck, einbringst.
    Ja, Späßle jetzt, es möchte ja nicht trauerkloßig werden: Ach, sie redet so gut und anmutig und bedacht, nur leider nicht immer das, was für mich ganz recht gegoren.
    Irgendwann werden wir miteinander lachen. An einem Tische. Ich glaube ausnahmsweise mal an etwas. Äh, ich probiere mich in dieser Übung.

  14. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lisa (wiederum Nachtrag)

    Nein, ich glaube natürlich nicht daran. Das Probieren hat jetzt keine Stunde gehalten.
    Du lebst wahrscheinlich in einer besseren Welt als ich, vom inneren Empfinden oder der Reife oder sonstwas her jedenfalls, und das gönne ich Dir von ganzem Herzen.
    Mein kleiner, anversuchter Glaubenssatz hielt jedenfalls nichtmal vom Elfe bis läut’.
    Wohl aber besser so, und ich bin mir dessenthalben nicht gram, ärgere mich noch nicht mal meiner kleinen Idiotei, grüße Dich lachend herzlich.

  15. Lisa sagt:

    Es muss nicht bei allem eine Übereinstimmung geben. Und ja, man muss sich nicht rechtfertigen und man muss sich schon gar nicht vergleichen. Jeder lebt tatsächlich in seiner Welt oder besser gesagt, als seine Welt. Wie könnte man da von besser, größer, kleiner, etc. sprechen.

  16. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lisa

    Ich sehe gerade, dass ich heute früh, nachtschwer, einen Fehler machte, indem ich in meiner letzten Antwort hinter das “wahrscheinlich” ein “jedenfalls” setzte. Das war Unfug.

    Zu Deiner Erläuterung.

    “Jeder lebt tatsächlich in seiner Welt oder besser gesagt, als seine Welt.”

    Ich meine: Jeder ist eine Welt.

    “Wie könnte man da von besser, größer, kleiner, etc. sprechen.”

    Schon wieder (jetzt wird es mir langsam peinlich) eine Aussage, die mich zwar weder ursächlich, noch allein, eher als ein neuerlicher Weckruf, dahingehend antreibt, einen nicht wenig boshaften Artikel zur sukzessiven Herabsetzung zunächst des Urteilens, dann des Wertens, schließlich jedes Vergleichens zu verfassen, die ich in gewissen Kreisen schon länger und zumindest vermeintlich zunehmend grassieren sehe.

    Was Dich anlangt, habe ich bislang nicht den Eindruck, dass derlei Sichtweisen den Weg in den Schwachsinn weisen; bei anderen aber sehe ich dahingehend bedenkliche Tendenzen.

    Wenn die Menschen nunmal nicht gleich (allein auf der Grundlage angenommener völliger Gleichheit hielte das), so werden sie eben auch vergleichen, werten, urteilen.

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