Dem Nachwuchse (auch den Bilderbergern) 2013 (II)

Es gilt zwar, fraglos, zunächst, und in gewisser Weise immerdar, unseren Großen nachzueifern.

Ganz wesentlich ist gleichwohl, die völlig verschiedenen Bildungs- und Sozialisationsbedingungen ebenso zu beachten wie die veränderte Rezeption von Gesagtem.

Man traut sich noch nicht einmal, das Offensichtlichste zu sagen, was längst zum Altabgestandenen gehören sollte: nämlich, nur als ein Beispiel, dass Dr. Faustus in Goethes Werk ein bestenfalls skrupelloses gelahrtes Arschloch war, an der ganzen Geschichte sonst nicht viel dran, außer man wollte daraus Rückschlüsse auf den Autor ziehen.

Wir tragen eine sogenannte “Nationaldichtung” vor uns her, die schon vom ersten Grunde her nichts taugt.

Ja: Sie mag stellenweise elegant und auch tief gedichtet sein, ist aber geprägt von den Gedanken eines letztlich Zukurzgekommenen, der seine eigene Not gerne in allen Menschen sähe. Eines Illuminaten und Freimaurers, dessen grundsätzliche Unredlichkeit und menschliche Verworfenheit spätestens im Wilhelm Meister jedem selbstdenkend Lesfähigen offenbar werden muss.

Ich nehme das vierlerorts völlig fehlangesetzte Wort “Faschismus” nicht leichtfertig in den Mund: zu Goethe passt es.

Ich weiß, dass Eure Professores vor diesem Verderber immer noch kriechen; ich rede aber nicht zu denen, sondern zu Euch, dem Nachwuchse.

DER soll Deutschsein dargestellt haben?

DER?

So ein Schleimer und Lügner und Feigling und Verräter und Kinderverbilder und Falschverkuppler zum Spaße?

Na denn.

Solange ihr DEM glaubt, ist die Gerste zum Mälzen noch nicht einmal ausgesät, dörrt Euch jeder Hopfen an morschem Stocke.

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