Von Außerirdischen und der Glaubsucht (II)

Eben kehrte eine verbreitete Meinung zum Thema Außerirdische im Kommentarstrang zu “Von Außerirdischen und der Glaubsucht“,  wie folgt geäußert vom geschätzen Leser Anonymus, auch hier wieder:

‘Erst mal, ich halte alles Geschwafel von “Ausserirdischen” für dümmstes Zeug.’

Ich stelle, der Einfachheit halber, den für diesen Beitrag relevanten Teil meiner Antwort noch einmal ein:

“Wieso die Wägung des Themas Außerirdische alles Geschwafel und dummes Zeug sein müsse, erschließt sich mir indes nicht.
Vielmehr halte ich es für vollauf logisch und vernünftig, dass Menschen sich damit befassen; für viel intelligenter jedenfalls, als derlei Fagestellungen einfach vom Tisch zu wischen.
Gerade Du, als Naturwissenschaftler, müsstest doch klar sehen, dass die Wahrscheinlichkeit dahingehend, die Erde sei der einzige von halbwegs intelligenten Lebewesen bewohnte Ort im Weltall, gegen null strebt.
Man kann natürlich sagen, dass einen das Ganze, solange man selber keinen Alien getroffen habe oder klare Beweise für das Vorhandensein solcher hier oder anderswo erbracht, schlicht nicht interessiere.
Viele haken die Sache so für sich einfach ab. Mag jeder halten, wie er will. Ich halte das aber nicht für klug.
Für gänzlich unangemessen halte ich es, wenn Leute, die sich entlang dieser Sache nicht verschwenden wollen, alle, die sich damit befassen, als Spinnner bzw. geistig Minderbemittelte in einen Sack tun.”

Wollen wir den Bogen noch etwas weiter spannen.

Wir setzen zunächst den Fall, dass Leute, die sich so oder ähnlich herablassend über den Gegenstand äußern, weder bewusst noch unbewusst im Auftrage betrügerischer Außerirdischer arbeiten, auch keiner Regierung, oder sonst in keine gezielte Agenda direkt persönlich eingespannt sind.

Was bewegt sie nun, eine so rigorose, vollverächtliche Haltung einzunehmen?

Ist es Fürsorge? Wollen sie schlicht, ganz altruistisch, nicht, dass immer noch mehr Menschen an dieser Sache ihre Zeit und Energie vertun (anstatt z.B ein Videospiel zu genießen oder einen gemäßigten Porno anzugucken), darüber womöglich ihren Verstand verlieren?

Oder mag es nicht zumindest in vielen Fällen so sein, dass eigene unterbewusste Angst hinter diesem aggressiven Abwehrverhalten steckt?

Angst ums eigene, fest gefügte Weltbild, das besonders dann nicht nur ins Wanken kommen könnte, sondern gar zum Einsturze, wenn nicht nur die Existenz von Außerirdischen irgendwo nachgewiesen würde, sondern deren frühere oder gar jetzige hier?

In der Tat verschöben sich in allen drei Fällen, selbstverständlich insonderheit im letzteren, einige Parameter bezüglich der Einschätzung und Erklärung der Vorgänge auf Terra ganz erheblich.

Auch stünde man plötzlich selber als ein ziemlicher Esel da, wofern man stets unbesehen allenthalben als Unfug erklärt hätte, was nun evident. Das gibt sich keiner gerne.

Ich sehne mich keineswegs nach Außerirdischen. In vielerlei Hinsicht zöge ich es klar vor, mir sicher sein zu können, dass hier keine ins Geschehen fummeln. Andererseits wäre ich einem Kontakt in botmäßiger Form auch nicht grundsätzlich abgeneigt. Wieso auch?

Nein, ich werde zwar mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht zum Ufologen mutieren, hier irgendwelche Möglichkeiten zu Vermutungen und dann Behauptungen machen, sehe aber keinen Grund, weshalb ich mir zu diesem interessanten Komplex nicht ab und an Gedanken machen sollte.

Schickt mir indes jemand, der sich deshalb um meine geistige Gesundheit Sorgen macht, je sechs Flaschen Vega Sicilia, Chateau D’Yqem sowie Bürgstädter Spatburgunder, so lasse ich mich auf ein paar Tage Schweigen dazu, sollte zwischenzeitlich nicht unvorhergesehen Zwingendes geschehen, gerne bestechen.

(Den Spätburgunder durfte ich schonmal probieren; was die beiden anderen Weine anlangt, glaube ich einfach mal, dass es sie gibt, man sie, obschon ich das noch nie selber getan habe, tatsächlich kaufen kann und sie sehr gut sind.)

 

 

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3 Antworten zu “Von Außerirdischen und der Glaubsucht (II)”

  1. Anonymus sagt:

    Lieber Magnus, bitte ganz lesen im Fall:

    Wenn es denn in den Weiten des Weltalls intelligente Lebewesen gibt, würden die wahrscheinlich uns und/oder unseren Affen ähnlich sein, egal ob die nun 3 oder 7 Finger haben.

    Ich habe in keiner Weise behauptet, dass wir alleine in den Weites des Alls sind, siehe oben, wäre in der Tat sehr unwahrscheinlich.

    Nur dass sich solche bei uns auf der Erde mehr oder weniger heimlich ein Stelldichein geben, und nur und ausschliesslich mit UFOLOGEN in Kontakt treten, das halte ich für dummes Geschwafel und und dümmstes Zeug und ich bleibe auch bei dieser Meinung!

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Anonymus

    (Dein UFOLOGEN sieht fast schon aus wie UROLOGEN; kleiner Einleitungsscherz am Rande.)

    Weshalb Außerirdische ausschließlich mit Ufologen in Kontakt treten sollten, erschließt sich mir in der Tat auch nicht.

    Andererseits könnten sie ja ziemlich eitel sein, Göttern wie Menschen ganz ähnlich, nur mit denen sprechen, die sie bewundern und an sie glauben.

    Vielleicht glaube ich mal einen halben Tag lang ganz feste an sie und betreibe Ufologie wie ein Wilder, und wenn dann keiner von denen ein Einsehen hat, höre ich damit vernünftigerweise wieder auf. Ich habe ja noch etwas anderes zu tun.

  3. Anonymus sagt:

    @ Magnus

    Wenn Du (ganz offensichtlich) und Andere sich zum Thema UROLOGEN mal schlau machen (als der von mir zitierte Prof. Hackethal 1997 gestorben ist, gab es das mit dem Internet alles noch nicht so wie heute) durch meine Hinweise aufgeschreckt, dann habe ich schon viel erreicht. Wenn uns Männer nicht ein ungnädiges Schicksal vorzeitig dahinrafft, sind wir restlos alle spätestens zum 90sten Geburtstag nachweisbar betroffen. Die Frage ist nicht ob MANN eines bekommt, sondern nur, wie MANN damit umgeht. Das zu dem Einleitungsscherz am Rande.

    Das Leben ist an Kohlenstoff gebunden, theoretisch könnte man fast alle chemischen Kohlenstoffverbindungen noch mit Silizium nachbauen, aber ein Silizium basiertes Leben halte ich für extrem unwahrscheinlich. Mit den Kohlenstoffverbindungen sind wir damit auch an den irdischen Temperaturbereich gebunden. Also wenn, dann findet Leben im Weltall auf einem Planeten mit Erdähnlichen Temperaturen statt. Weiters brauchen wir mindestens die Schwerkraft, sonst fliegen zu viele Gasmoleküle ins Weltall auf Nimmerwiedersehen weg. So gibt es eine ganze Menge Randbedingungen, die eingehalten werden müssen

    Aber zu den UFOLOGEN. Das Ganze erinnert in der Tat an Religionen (plurale tantum) Jede Religionsgemeinschaft hält Ihre Anhänger für von Gott ausersehen und alle Ungläubigen drumherum haben eben Pech gehabt. Das ging ja noch an, als wir auf einer Scheibe lebten, die wahrscheinlich nur ein paar hundert Kilometer Durchmesser hatte.

    In DEM Skandalfilm des Jahres 1962: “Mondo Cane” kann man als Letztes sehen, wie “Primitive” eine Flugzeuglandebahn nachgebaut haben und nun darauf warten, dass die Götter endlich auch bei Ihnen landen.

    Wers nicht kennt, die deutsche Fassung kann im Internet angesehen werden:

    http://www.youtube.com/watch?v=ZyOhp8imSms

    Erinnert mich irgendwie an die Ufologen, die hoffen, dass die Ufos endlich mal bei Ihnen landen!

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