Vom Schuldenlug, der Verdrängung, der Feigheit, Geheimgesellschaften und Decknamendeppen

Wohl das Tragikomischste, wobei ich nicht sicher, ob dies Wort das wirklich trägt, ist es, sicherlich nicht nur für einen Schwaben, wenn ihm bedeutet, er möchte doch mal was Anständiges schaffen, während er dauernd daran ist, wenigstens zu versuchen, das zu tun, also, er möchte seinen Anus jenen hinhalten, die gar nichts herstellen, erzeugen, außer Verblödung und Geld aus Geld.

Sosehr einen das manchmal ärgern, gar bedrücken mag, zumal, wenn es aus dem engsten Umfeld an einen herangetragen, ist das erste Gebot dazu, dass man darob nicht bitter werden möge. Die Leute sind so konditioniert.

Außerdem sind sie, zumindest viele von ihnen, unterbewusst neidisch, dass einer, immerzu tätig, sich den Luxus leistet, obschon es zweifellos anders sein könnte, dauerndzu, womöglich über Jahrzehnte hinweg, ohne einen Pfennig vom Staat, materiellen Verzicht zu üben, sich, gemessen am Durchschnitt, dem kleinsten Schalterbänker, fast nichts gönnen zu können.

Es rührt sie da eine völlig fremde Welt an. Eine, die nicht im Kino zu sehen, sondern direkt vor ihrer Nase.

Die typische Übersprungshandlung besteht natürlich darin, jenen Nichtmitläufer als irgendwie missraten, verrückt, dekadent, auch zum träumerischen Idioten zu erklären, der den Schuss sein Leben lang nicht gehört habe. Ich kann es gar nicht mehr nachzählen, wie oft mir solches entgegenschlug.

Manche werden, da sie das nun überhaupt nicht ertragen, regelrecht boshaft; selbst gewalttätig; allzuwenig schmeckt ihnen, wo sie doch einfach lachen könnten – was hinwiederum viele tun – , was sie da sehen.

Manchmal steigern sie sich dahinaus, den anderen zu einem “savant idiot” zu erklären, also einem, der bestimmte Dinge herausragend verstehe, aber sich nichtmal selber seine Hose anzuziehen wisse.

Diese Platte höre ich mir, so oder so, nunmehr seit vierzig Jahren an. Seit ich begriff, dass diese Welt, in der, wie man mir als dessenthalben überaus erstauntes Kind erklärte, wer heutzutage keine Schulden habe, blöd sei, insgesamt verkehrt angelegt sein müsse, was mir in aller Tragweite erst später klarward, gehöre ich in gewisser Weise nicht mehr zu dieser Gesellschaft.

Nur Irre wollen materiell für sich immer mehr.

Und auch Geistiges, wofern es erlangt, ist, mit wenigen Ausnahmen, nämlich wenn man dies nicht überlebte, dafür sinnlos ins Gefängnis geworfen würde, wo es allzusehr überforderte, also ins Chaos führte, mit allen Menschen zu teilen.

Aus diesem Grunde verachte ich alle Geheimgesellschaften. Dass man aus guten Gründen nicht gleich alles sagt, also, wie zu einem Kinde, weiterhin manches nicht sagen darf, ohne eingesperrt zu werden oder verunfallt, ist eins. Keine mir bekannte Geheimgesellschaft aber, und ich weiß von vielen, habe von vielen führenden Vertretern nicht nur Kunde, sondern sie auch kennengelernt, folgt lediglich solch notwendigen Linien.

Man nenne mir eine, bei der es anders sei.

Dann unterhalte ich mich gerne mal mit dem Großmeister; und wenn er das in Wirklichkeit nicht ist, sondern nur ein Vorfühllümmel, so habe ich das sehr wahrscheinlich schnell raus, ohne dass er dessen auch nur gewahr wird.

Diese Welt ist nicht nur zerfinanzt, sie ist zerlogt.

Wer mich für diese Aussage verlachen will, der möge antreten.

Er darf das gerne unter einem Decknamen tun.

Juckt mich nicht die Bohne.

Manchmal macht es sogar mehr Spaß, hat es mehr sportlichen Reiz, wenn ein Decknamendepp kömmt.

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Eine Antwort zu “Vom Schuldenlug, der Verdrängung, der Feigheit, Geheimgesellschaften und Decknamendeppen”

  1. Dude sagt:

    “zerfinanzt und zerlogt”

    Präzis!

    Saubere Arbeit!

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