Vom Blogger zum Laller und Loller

Es gibt kaum etwas Idiotischeres als einen Artikel, der einen eigenen Artikel zu erläutern trachtet.

Erstens aber ist der zu erläuternde Artikel gar kein richtiger Artikel, sondern eher ein Beinaheaphorismus. (Aphorismen darf man bekanntlich gar nicht erläutern.)

Ich schrieb unter dem Titel “Vom Blog zum Lall”:

“Blog ist blöd. Drum heiße er Lall.”

Hier geht es um souverän und nachhaltig angewandte Soziolinguistik als seriöse notwendige Defendolinguistik, rigide punktgenaue Bellolinguistik.

(Man  beachte dazu auch den folgenden Kommentarstrang: http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/05/23/verlogene-obergranatenerzarschlocher-ii/#comments)

Überdies grundsätzlich um ein wichtiges, oft zu wenig beachtetes Strategem. Jenes nämlich, das lautet: “Lächerlich gemacht? Setze mehr als einen drauf!”

Da die traditionellen Medien, zumindest im deutschen Sprachraum, die armen, gebeutelten, das ihnen irgend Mögliche geben, alles und jeden, was und der Neudeutsch “Blog” und “Blogger” geheißen, als stümperhaft, nebicht, irrelevant herabzusetzen, mache ich daraus einen Nagel mit unverfehlbarem Kopfe: Diese Seite ist ein Lall, ich bin ein Laller, ein Lacher aller.

Man könnte, alternativ, natürlich auch sagen: Ich lolle auf meinem Loll alles Ollen.

Diese Wahl birgt den Vorteil, dass “lollen” und “Loll” mit einer ausgezeichneten Anbindung an die Netzsprache gesegnet.

Mir persönlich aber gefällt “Lall” und “Laller” bislang besser, nicht nur, weil jeder weiß, was ein Laller ist, sondern auch, weil mir das “all” im Lall mehr zusagt als das “oll” im Loll.

Mal sehen, welche Variante sich überwiegend durchsetzt.

Selbstverständlich spricht auch nichts dagegen, beide je situativ, pragmalinguistisch sinnig, anzuwenden.

Auch ist z.B. im Unterfränkischen “Lall” “Loll”, der Unterschied, also, olso, vielerorts ohnehin schon vor dem vierten Schoppen verwischt.

Darum: Dies hier ist ein Lall, oder und auch ein Loll.

 

 

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2 Antworten zu “Vom Blogger zum Laller und Loller”

  1. Armin sagt:

    @Magnus
    “Ich lolle auf meinem Loll alles Ollen” hilft hoffentlich gegen “die traditionellen Medien, zumindest im deutschen Sprachraum, die armen, gebeutelten, das ihnen irgend Mögliche geben, alles und jeden, was und der Neudeutsch “Blog” und “Blogger” geheißen, als stümperhaft, nebicht, irrelevant herabzusetzen”.

    Alles relevante ins Lächerliche ziehen ist sowieso die allgemein verwendete Strategie der Massenemedienlügner, der Nichtdaswasist-Schreibenkönner, der Nichtjournalisten mit Abschluss.

    Bei so viel Lügen kommen wir “Loller”, “Blogger”, “Netzpublizisten”, “Laller” oder wie auch immer sowieo nicht nach.

    Man sagt ja immer, Lügen hätten kurze Beine, scheinbar doch nicht so kurze:

    “Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Sie wissen es, und ich weiß es. Es gibt niemanden unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn er es tut, weiß er im Voraus, daß sie nicht im Druck erscheint. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung herauszuhalten, bei der ich angestellt bin. Andere von Ihnen werden ähnlich bezahlt für ähnliche Dinge, und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde auf der Straße und müßte sich nach einem neuen Job umsehen. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Stellung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Sie wissen es, und ich weiß, was es für eine Verrücktheit ist, auf eine unabhängige Presse anzustoßen. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.”
    US-amerikanischer Zeitungsverleger und Heraugeber der “New York Times”, John Swinton, 1880

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Armin

    Das Zitat las ich schonmal irgendwo, aber umso besser, dass Du es hier nochmal anbringst.
    Genau darum geht es, unter anderem, hier, auf diesem Lall.

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