Vom morbiden Charme der Menschheit

Der in vielerlei Hinsicht morbide Charme der sich mental wie real versklavenlassenden Menschheit ist zwar nicht eigentlich einer, dem man sich immerzu gerne hingeben möchte, hat aber, aus rein künstlerischer Warte betrachtet, einen nicht geringen Reiz.

Immer wieder kommt einem dazu der Spruch in den Sinn, der Mensch sei eine Kreuzung aus Göttern mit Affen.

Dann denkt man schon wieder daran, dass man ja durch derlei lose Rede unschuldige Affen diskriminiere, die hätten schließlich auch Gefühle, kopulierten eifrig, bauten aber keine Schießgewehre. Seuchten zwar auch, wie wir, verseuchten aber nicht Luft, Wasser und Böden.

Tun wir den Spruch also weg: allzumal wir von den Göttern noch nicht einmal wissen, wie die ihre Notdurft verrichten.

Gehen wir darum lieber mal davon aus, wir seien eine Spezies, die nicht als zwangsweis in sich gespaltene, kranke Bastarde hervorgebracht worden sei; alsomit davon, dass unsere innere Entwicklung seit ein paar Jahrtausenden schlicht nicht mit unserer äußeren Schritt gehalten habe.

Das ist fraglos der Fall.

Trotzdem werde ich dem sich daraus ergeben habenden Spannungsbogen nicht einfach erliegen, indem ich ihn fasziniert herze.

Er ist zu brechen.

 

 

 

 

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