Vom Lernschiet

Auf Leser Dudes Seite – seinem “Stammtisch” http://dudeweblog.wordpress.com/stammtisch-plauderecke/#comments – schrieb ich vorhin ihm antwortend folgendes, was doch auch hierher gehört:

“…laberst Mist zusammen…Dünnpfiff”: Da ich hier – wie immer – unter Klarnamen unterwegs, bedarf es da doch einer Riposte.
Selbstverständlich sind meine Texte von unterschiedlicher Qualität (die oft aber jeweils sehr verschieden gesehen wird); es mag auch durchaus sein, dass ich es gelegentlich oder gar insgesamt mit der Redundanz übertreibe; derart vernichtende Urteile höre ich aber nur, ab und an auch von R. (der mich dessenthalben immerhin nicht Ar….och zu nennen geruht), wenn ich etwas sage, was einem inhaltlich, zumal ideologisch, gewaltig gegen den Strich geht. Also, wenn ich mal wieder nicht genug Respekt vor dem Licht, Osho, der Reinkarnationslehre, Jesus usw. an den Tag lege. (R. sagt da auch durchaus mal: “Was du da hingeschrieben hast, ist Scheiße.”)
Nun, was soll mir das bedeuten?
Dass ich immer darauf achten möge, nichts zu verfassen, was mir voraussichtlich (meist rieche ich den bereitstehenden Koteimer schon vorher; das ist mit etwas Erfahrung nicht schwer) derlei Urteile einbringen werde?
Den Deibel werde ich tun.
Derlei Fäkales zu hören, ist zwar im Moment nie besonders angenehm, aber es geht mir im Grunde am Arsch vorbei, denn inhaltlich logisch-kritische Sachlichkeit oder fundierte Stilkritik waltet da wenigstens wesentlich nie. Der kleine, grindige, neidische, unreife, unspirituelle, schmalhorizontige, bösartige, frustrierte, schwarzgallige geifernde Magnus hat sich lediglich mal wieder erdreistet, Höchstheiliges oder Größtheilige in Zweifel zu ziehen oder/und etwas Spott über jene auszugießen, die gefolgsam, und dafür bekommt er dann eine maximale Breitseite. C’est la vie.
Noch zur Redundanz und zum Nietzsche-Vergleich: Nietzsche hat mehrere Bücher über Irr- und Aberglauben, verlogene Moralen, christlichen Unfug usw. geschrieben, was er sicherlich auch knapper hätte halten können. Vom Kerngehalte her war da auch vieles redundant. Er hätte einfach sagen können: “Der Christ glaubt Mist.” Vielleicht noch drei ähnlich knappe Sentenzen zum Judentum, Buddhismus, Herbeiglauben insgesamt. Ob man indes in aller Welt noch über hundert Jahre nach seinem Tode den Gehalt dieser Sätze diskutierte, bleibt doch fraglich.
(Ich denke, ich muss heute oder spätestens morgen mal wieder angreifen. Etwas richtig unnötig bescheuertes Beschissene schreiben. Die letzten Tage war ich wohl gar zu lieb.)

Wie erfülle ich jetzt die Klammer?

Wie blöd Weiber manchmal sein können, das habe ich grade erst zum Falle Zschäpe, Haare und Journalistinnen gesagt. Das wäre nun wirklich verfrüht redundant. http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/05/06/frau-zschapes-haare/

Christen haben hier schon oft und Lichtreligionisten haben in letzter Zeit auch genug meiner gesammelten Ungläubigkeiten abbekommen, so dass die ebenfalls erstmal zu schonen.

Vegetarier? Veganer? Piscovegetarier? Biersäurer? Maientöter? Wanzenzüchter? Kinderverhortler? Goldhorter? Saatgutbanditen? Klimoten?

Vielleicht sollte ich mir mal wieder ein paar Satanisten vorknöpfen, nein, das wäre zu einfach, also nehme ich Schulmeister, vielmehr Meister von Schulmeistern.

Derer, hier im Ländle, geben doch tatsächlich welche in der gymnasialen Oberstufe im Fache Englisch Pflichtlektüren heraus, die fast jeder Beschreibung spotten.

Zwei Bücher fielen mir da nachhilfeuntterrichtsweis in die Hände. Einmal “Brave New World”, sodann eine Sammlung von “Short Stories”.

Beide Werke (auf die meist äußerst bescheidene literarische Qualität jener Kurzgeschichten habe ich es jetzt gar nicht abgesehen) trumpfen damit auf, dass sie aus mehr Wort- und sonstigen Erklärungen bestehen denn aus Originaltext. Fast jedes zweite Wort hat eine Anmerkung.

Während die Kurzgeschichten für den Elftklässler insgesamt vom Wortschatze her meist immerhin lesbar bleiben, mancher sich also vielleicht durchquält, ist “Brave New World” so anspruchsvoll, dass im Effekt so gut wie keiner die Lektüre tatsächlich liest, sich praktisch alle nur über Zusammenfassungen aus dem Netz vorbereiten. Was für ein Schwachsinn. Pädagogik nach dem Motto: “Wir müssen es nur hinreichend schwer machen, dann lernen die Schüler etwas.”

Man schneidet einfach ein Jahr Gymnasium ab, hat ohnehin schon viel mehr Gymnasiasten als früher, verlangt aber zum Schein wie früher, und nachher korrigiert man sie halt irgendwie zur Matura durch.

Wenn ich sowas sehe, könnte ich glatt zum Rumpelstilzchen werden. Was soll das? Wem nützt das?

Man hält formal einen Standard, als “fake” (das Wort immerhin kennen die Pennäler alle), tut so, als ob alles in bester Ordnung sei, frustriert massenweise Schüler (bei manchen Lehrern, wenn ich mir die fahrlässigen, oberflächlichen, auch falschen Korrekturen anschaue, kommt das wohl gar nicht an), setzt einen völlig sinnwidrigen Popanz auf.

Achja, die Verlage immerhin, die verdienen daran. Wenigstens dort sollten Leute sitzen, die wissen, was sie für wen fabrizieren. Manche sitzen wohl auch dort. Die Lehrpläne sehen es aber so vor. Da sagt man nichts. Geld stinkt bekanntlich nicht. Anscheinend sagt keiner was.

Ja, damit mache ich mir wieder nicht viele Freunde.

Verlogene und inkompetente Lernhunzer aber will ich auch nicht zu Freunden.

 

 

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