Erfreuliches aus Südschwitz

Es war ganz schön haarig, doch hat Norddoof (Berlin) den Finanzabschakalen in Südschwitz die Geschäftsgrundlage endlich entzogen. Wir sind sozusagen nicht mehr offshore.

Ollis beinahe schon randalierende Rentner, eine gute Koordination der Prostestaktionen der Hintlinge, Zenzis beherzter Einsatz, schildernd, welch kinds- und sittenverderbliche Elemente da unerträglicherweise nach Südschwitz hereingebrochen seien, dass sie, selbst, wofern dieser Unfug nicht bald ein Ende gesetzt bekomme, sich einem Hintlingshag anschließen wolle (die Hintlingshage, also in diesem Zusammenhang auch Widerstandsgruppen, werden, die Hintlinge meinen, das sei schlagkräftiger, geschlechtergetrennt geführt), und zwar zackig, zudem meine subtile Katastrophetie in Wort und Schrift, sollte der Pest nicht entschlossen gewehrt werden, taten ihre Wirkung.

Die Finanzabschakale sind gutteils schon weg, und der Rest sitzt auf gepackten Koffern.

In Freiberg war es schon vorgekommen, dass junge Burschen nachts, kaum zu bändigen, bis zum Morgengrauen skandierten:  ”Gesindel, Geldschwindel, raus!”

Abgesehen von dieser unser Gemeinwesen in Südschwitz überaus förderlich betreffenden Entwicklung ist Mona, nachdem der BND das zwar freiwillig, aber im Ergebnisse doch eher unfreiwillig, dabei sehr gut bezahlt, eingefädelt hat, jetzt fast schon wieder ganz richtig bei Olli. Sie ziert sich noch ein wenig, aber das hat ja auch seinen Reiz.

Ein paar von den Sekretärinnen der Geldabschakale scheinen auch bleiben zu wollen. Sie haben sich in Hintlinge verguckt. Eine normale Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, ist für sie jetzt zwar schwierig; eine Hintlingsbraut aber braucht so etwas nicht. Keiner verwagt sich, im Busch nach Hintlingsbräuten ohne Aufenthaltsgenehmigung zu suchen. Und wenn eine in Freiberg beim Einkaufen, passiert auch nichts. Denn die Braut eines Hintlings macht selbst in Freiberg keiner so leicht schräg an.

Ich habe eine von ihnen näher kennengelernt. Sie nennt sich Luzi. Sie hat einen starken österreichischen Akzent, will aber über Früher nicht viel erzählen. Sie meint allerdings dezidiert (sie ist fast so dezidiert wie Zenzi, wenn die dezidiert), dass sie überhaupt keinen Bock hatte, jetzt im feuchtstinkeschweißigen Singapur aufzuschlagen, um dort unter lauter Beton und Lärm und sinnloser Geschäftigkeit in einem Einzimmerappartement zu verschimmeln, alle Schwachköpfe des Planeten am Phon bezüglich ihres Geldes vertröstend.

Sie hat ihren Roland gefunden und sich erstaunlich schnell auf das Buschleben umgestellt.

Roland ist nun aber auch wahrlich keine schlechte Partie.

Zunächst als “Akaz” belächelt, manchmal auch derb verspottet (man ist nicht zimperlich unter den Hintlingen), hat er sich hier in Südschwitz doch inzwischen einen bedeutenden Namen gemacht.

Nicht nur, dass er bei Neuanpflanzungen in schwierigem Gelände (es gibt hier dafür nur schwieriges Gelände) überaus gefragt, die richtigen Pionierpflanzen herauszusuchen und das jeweils rechte Plätzchen für diese auszuerfinden, nein, er züchtet auch, importiert aus aller Herren Länder Arten zum Versuchsanbau und zur Ansiedelung. Neulich hörte ich: “Gib dem Roland einen Tropfen Wasser, und er macht eine Melone daraus.”

Luzi ist binnen kürzester Zeit aufgeblüht alswie eine Rose im Mai. Hätte ich nicht meine Zenzi, ich täte mir schwer, sie dem Buschpflanzen-Roland nicht zu neiden.

 

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