Dunkelheit wirft keinen Schatten (II)

Nachdem der erste Teil “Dunkelheit wirft keinen Schatten” zu einer teils hitzigen bis auch vergnüglichen Debatte führte, fühle ich Anlass, nachzuladen.

Dass nur Licht, nicht aber Dunkelheit, dazu in der Lage, Schattenwurf zu erzeugen, ist also evident wie hinlänglich erklärt.

Im Yin-und-Yang-Symbole sieht man sehr gut, wie Licht und Schatten sich gegenseitig bedingen, durchdringen. Wie je ein Keim des einen im anderen steckt. Hier wirft das Licht auch den unvermeidlichen Schatten. Und erst der Schatten macht das Licht sichtbar.

Das Esoterem “Licht wirft keinen Schatten” ist aber offenkundig so zuckersüß, dass es gar gerne geschleckt wird. Es ist auch klar, warum. Es suggeriert ein Paradies.

Es ist eine Art verzückender Zauberspruch, der der Welt enthebt. Alltriumph des Lichtes.

Eigentlich könnte mir dieser Spruch egal sein. Ebenso wie “Mein Reich ist nicht von dieser Welt”.

Ja, er könnte mir egal sein.

Ab und zu aber suche ich mir einen Spruch aus denen heraus, die mir egal sein könnten. Jedenfalls, wofern ich nur an mich dächte.

Wenn ich dies tue, ziehe ich mir am liebsten einen heraus, der grade eine besondere Virulenz entwickelt. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern kann auch entsprechend spannend werden. Allein die Anfeindungen, die man dafür fast mit Sicherheit einsammelt, sind nicht selten ein wertes, weiterführendes Studienobjekt.

In diesem Falle nun finde ich es besonders lustig, dass “Dunkelheit wirft keinen Schatten”, meine Gegenthese zu “Licht wirft keinen Schatten”, schlicht nicht zu widerlegen ist, letztere aber, wie schon mehrfach gezeigt, zumindest sehr zweifelhaft.

Schon gemein, wenn der Göller, der ja eh schon schwätzen kann, wie als ob der Weihnachtsbaum die Kerzen schon dabeihabe, wenn er gefällt, auch noch die nackte Logik auf seiner Seite hat. Da wird er schon einmal ein bisschen aufgekratzt, freut sich, wie leicht es heute geht.

Andererseits habe ich diesen Spruch nur beispielhaft gewählt, auf dass der eine oder die andere sich vielleicht zum genaueren Denken und weniger duselig Glauben angeregt fühle.

Sonst ist da nichts.

 

 

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25 Antworten zu “Dunkelheit wirft keinen Schatten (II)”

  1. Dude sagt:

    Nein, natürlich kann Dunkelheit keinen Schatten werfen, aber das ist ziemlich dämlich, denn Schatten kann nur dort entstehen, wo ein Objekt der Dunkelheit den Weg des ewig scheinenden Lichtes versperrt.

    Deshalb ist der Fall klar:

    LICHT WIRFT KEINEN SCHATTEN!

  2. Dude sagt:

    Mist da fehlte noch was.

    Damit ein Objekt der Dunkelheit überhaupt Schatten werfen kann, benötigt es zwingend Licht, ansonsten wird die ganze Betrachtung bzw. Fragestellung komplett schwachsinnig.

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Na jetzt hast Du es ja endlich kapiert. Um Schatten werfen zu können, benötigen die Dinge in der Tat des Lichts. Nur Dunkelheit wirft keine erwünschten oder unerwünschten Schatten.

  4. Dude sagt:

    @Magnus

    Das war mir natürlich schon als ich den Titel zu Teil 1 las, sonnenklar! So klar, dass es Ich zielte auf etwas anderes ab.

    des ewig scheinenden Lichtes” ;-)

  5. Jochen sagt:

    @ Dude und Magnus

    “wo ein Objekt der Dunkelheit den Weg des ewig scheinenden Lichtes versperrt.”

    Also doch Sonnenanbetung. Das Objekt der Dunkelheit ist der Mond, der von sich selbst kein Licht hergibt. Mann, ist mein Deutsch heute holperig. Wenn der Mond dann direkt vor dem ewig (was bedeutet schon ewig) scheinenden Licht (Sonne) steht, dann ist es vollbracht. Dann ist da der Ring (“der Ring der ewigen Wiederkunft” – frei nach Nietzsche), der Uoroboros, der besonders von den Geheimbrüdern so sehr angehimmelt wird, dass sie dabei fast das eigentliche Ding ihrer Anbetung, die Sonne, vergessen. Dass die nicht vergessen wird, dafür sorgt aber schon der Papa in Rom, und das nicht nur Sonntags.

    “Nur Dunkelheit wirft keine erwünschten oder unerwünschten Schatten.”

    Nimmt man mal aus dem Universum alles heraus, was drin ist. Was bleibt dann noch übrig. Eine Dunkelkammer?! Dann kam Thor mit seinem Hammer.

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Hieße es “Das ewig scheinende, transzendente Licht wirft keinen Schatten”, so brächte das zwar auch nicht viel, außer einem wenig ergiebigen Spruch, wäre aber immerhin statthaft.

    Es heißt aber “Licht wirft keinen Schatten”, und das ist, so allgemein gesagt, definitiv falsch.

    Dunkelheit, also Lichtlosigkeit, wirft keinen Schatten. Das stimmt immer, selbst wenn sie absolut, transzendent, ewig.

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Jochen

    Ich bin kein Sonnenanbeter, habe Dir regelmäßig widersprochen, wenn Du mich einen hießest.

    Hier aber, wo vom ewigen transzendeten Licht die Rede (nicht aufgeworfen von mir), kann man durchaus etwas Ähnliches wie Sonnenanbetung konstatieren.

    Und zwar nicht von der Art eines, der sich über die aufgehende oder endlich wieder durchs Wintergrau lugende, schließlich frei scheinende Sonne freut, ihr vielleicht auch mal ein Lobgedicht widmet, sondern in dem von Dir immer wieder angeprangerten Sinne, als göttlich. (Immerhin wirft das Sonnenlicht Schatten. Jedenfalls wie ich das kenne. Sol invictus wird jedoch durchaus häufig im obengenannten Sinne angebetet. Brennt sie aber zu heiß, so geht man lieber in den Schatten.)

  8. Jochen sagt:

    @ Magnus

    “Brennt sie aber zu heiß, so geht man lieber in den Schatten.”

    So halten es sogar die Christen. Wenn es ihnen in der Sonne zu heiß wird, dann verschwinden sie in der Finsternis.

    Zum Wort “ewig”.

    Was bedeutet dieses Wort? Manchmal braucht jemand nur 5 Minuten zu warten und trotzdem sagt so einer dann nicht selten: Das dauert ja schon wieder ewig bzw. er sagt: eine halbe Ewigkeit.

    Dafür geht die Zeit schnell vorbei, wenn man intensiv bei der Sache ist.

    Josua 8:28 Und Josua äscherte Ai ein und machte einen ewigen Schutthügel daraus, eine Ruine, die noch heute dort ist.
    (an Thomas: Ich liebe dich trotzdem noch!)

    Es wäre nachzuprüfen, ob diese Ruine heute noch da ist. WEnn nicht, dann hätte der Bibelgott sich auf ewig verschätzt.

    Es steht oft in der Bibel: “von Ewigkeit zu Ewigkeit”. Also wieviel Ewigkeiten gibt es? Zwei oder mehr?

  9. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Jochen

    Ich habe Dir eben schon im Erststrange nochmal geantwortet, begrüße hier nun, dass Du auch das Wort “ewig” hinterfragst.
    Wir stellen uns einfach irgendwie – und vermögen es doch nicht – vor, dass etwas endlos sei. Ohne irgendeinen Beweis dafür, dass es das gäbe.
    Auf derlei gehört immer wieder hingewiesen.

  10. Dude sagt:

    @Jochen

    Das Sinnbild der Sonne dient ‘nur’ als Symbol, um das Unaussprechliche dennoch beschreiben zu können.

    Ps. https://dudeweblog.wordpress.com/2013/03/29/sein-nichtsein-unendliche-verganglichkeit-in-unwandelbarer-ewigkeit/

    Pps. Der Spruch ‘eine halbe Ewigkeit’ ist eigentlich völlig schwachsinnig, denn es müsste ‘eine halbe Unendlichkeit’ heissen. ;-)

    Ppps. Ewigkeit ist immer Eins, denn sie umfasst ja alles… also schmeiss die Bibel weg ;)

    @Magnus

    “Es heißt aber “Licht wirft keinen Schatten”, und das ist, so allgemein gesagt, definitiv falsch.”

    Aus materialistischer Perspektive betrachtet schon, ja. Aber die Aussage ist – zumindest bei Risi – ganz klar auf das transzendete Licht als männlicher Schöpferaspekt der Quelle ausgerichet. ich empfehle Dir sein Buch ‘Licht wirft keinen Schatten’ nicht zum Spass immer wieder, denn Du hängst mE. einer fahlen Ideologie des Materialismus an.

    “Immerhin wirft das Sonnenlicht Schatten.”

    Falsch! Es ist das Objekt, dass sich vom Licht der Sonne wegdreht, dass diese Schatten wirft!! Das Licht der Sonne ist davon unberührt!! Mann, wie schwer ist das zu begreiffen???

    Ps. Ob Dunkelheit überhaupt ewig sein könnte, bezweifle ich, allerdings benötigt dies noch tiefere Gedanken.

  11. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    “…denn Du hängst mE. einer fahlen Ideologie des Materialismus an.”

    Da musste ich eben doch schon lachen.

    Sollte stimmen, was Du sagst, so habe ich das erstens nie gemerkt (was ja noch relativ normal wäre), zweitens, naja, fahl, nie etwas davon gehabt.

    Letzteres wäre dann schon extrablöd.

    Aber: Du glaubst anscheinend, dass wer nicht an das glaubt, was Du glaubst, an einen Scheiß glauben muss. Das halte ich mindestens für sehr übereilt geurteilt.

    (Ärgere Dich nicht so viel über Uneinsichtige wie mich. Das macht frühe Falten. Gemäß kosmischer Gerechtigkeit werden die sich irgendwann schon selbst ans Lichtmesser liefern.)

  12. Dude sagt:

    @Magnus

    “Aber: Du glaubst anscheinend, dass wer nicht an das glaubt, was Du glaubst, an einen Scheiß glauben muss.”

    Nein, gar nicht. Aber ich kenne die verschiedenen Weltbilder und Ideologien einfach bis ins hinterletzte Detail, werde das aber sicher nicht hier im Kommentarstrang vergammeln lassen, weshalb ich immer auf Risi’s “Licht wirft keinen Schatten” verweise. Da wird alles bis ins Detail durchleuchtet… Sein Artikel Online (siehe erster Kommentar im Erstartikel) ist zwar gut, aber ist natürlich eine extrem gekürzte Zusammenfassung.

    “Ärgere Dich nicht so viel über Uneinsichtige wie mich.”

    Mach ich nicht… ich finde es einfach traurig, dass so weise Menschen wie Du einer bist (ich kenne nur wenige, die Dir was Klarheit und Weisheit angeht vielleicht das Wasser reichen könnten) einem Materialismus anhaften.

    Lieben Gruss

  13. Dude sagt:

    Ps. Und wie auch schon angemerkt, teile ich nicht alles, was Risi sagt, wenn auch das meiste. Seine Entschlüsselung der verschiedenen Ideologien ist das Nonplusultra!

  14. Thomas sagt:

    Also, hier nochmal ein paar Gedanken zum Thema:

    Wenn Licht keinen Schatten wirft, ist das Licht dann überhaupt existent? (Wie kann etwas existent sein, wenn niemand von dessen Existenz berichten kann? Bringt uns direkt zur Frage: Was ist Existenz?)
    Schatten können nur entstehen, wenn das Licht dafür getötet wird. (Umwandlung in Wärme) Ist ein Stein, auf den nun das Licht trifft ein Mörder? Das Böse? Ist Böse immer Böse? Oder ist Böse vielleicht nur eine menschliche Sicht der Dinge? Kommt es auf den Standpunkt an? Aus Sicht des Lichts ist der Stein ein Mörder. Aus Sicht des Steins sieht die Sache ganz anders aus. Aus Sicht des Beobachters ergibt sich wieder ein anderes Bild. Wir sollten vorsichtig sein mit dem Begriff des Bösen.

  15. Jochen sagt:

    @ Thomas

    “Oder ist Böse vielleicht nur eine menschliche Sicht der Dinge?”

    Wenn ich dir jetzt den Schädel einschlage, bin ich dann böse? Zu etwas Bösem wird es doch erst dadurch, dass Menschen sich darauf geeinigt haben, ein Gesetz zu erlassen, durch dass das Leben von seinem Nächsten als ebenso viel wert erklärt worden ist, wie sein eigenes.

    In der Slaverei ist dieses Gesetz für Menschen aufgehoben, die zu niederen Wesen erklärt worden sind, so dass sie erschlagen werden dürfen, ohne dass dies weitere Konsequenzen für den Totschläger nach sich zöge, weil jene, die sich als höhere Wesen sehen, darauf geeinigt haben.

    Wenn in unserem System ein Privatpatient vorgezogen wird, eine Spenderniere zu bekommen, so kann unter Umständen ein Kassenpatient dann das nachsehen haben. Auf jeden Fall aber muß dafür einem Hirntoten das Licht noch ganz ausgeblasen werden. Ist der Privatpantient also böse, oder ist es nicht vielmehr das System was böse ist, weil es gut sein will?

    Wenn ein Huhn einen Wurm zerhackt und auffrißt, ist es dann böse? Natürlich nicht.
    Wenn ein Mensch ein Huhn zerhackt und auffrißt, ist es dann böse? Natürlich nicht.
    Wenn ein Huhn ein Huhn mit dem Schnabel zerhackt und auffrißt, ist es dann böse. Natürlich nicht. Es ist nur anders.
    Wenn ein Mensch einen anderen Menschen mit der Axt zerhackt und auffrißt, ist er dann böse? Auf jeden Fall. – Warum?
    So etwas tut man als Mensch doch nicht.
    Denn das ist böse!

    Ich glaube sogar, dass der Begriff des Bösen bzw. für das was als das Urböse angesehen wird, in unserer Welt dadurch entstanden ist, dass jemand aus einem Clan einen anderen aus demselben Clan getötet hat, um ihn zu verspeisen, und das die restlichen Mitglieder aus dem Clan das dann als böse erklärt haben. Der Täter wurde dann in die Verbannung geschickt, womit dann der “Teufel” geboren war. Dieser Teufel röstete dann seine Opfer, weil er auf den Geschmack gekommen war, immer über offenem Feuer. So entstand womöglich die Begriffe Höllenfeuer und Höllenqual. Was weiß man heute schon darüber, ob die von den Römern in die Schlucht von Hinnom geworfenen gekreuzigten Verbrecher schon ganz tot waren, als sie dort dann verbrannten.

    Waren die Römer in ihren Augen deshalb böse?
    Nein, natürlich nicht. Sie befolgten nur stur ihre Gesetze und diese waren für sie gut.

  16. Jochen sagt:

    @ Dude

    “Das Sinnbild der Sonne dient ‘nur’ als Symbol, um das Unaussprechliche dennoch beschreiben zu können.”

    Ob du nun “das Unaussprechliche” sagst oder ob andere “der Unaussprechliche” und deshalb z.B. YHWH dafür sagen, es läuft auf dasselbe hinaus.

    Das Unaussprechliche ist das Gegenteil von dem was Materie ist. Dann aber wäre es das Gegenteil. Um wirklich unaussprechlich zu sein, muß es also noch weniger sein als das Gegenteil von Materie.

    Das Unaussprechliche wird auch gerne mit “Herrlichkeit” umschrieben.

    Auch für jene, die das unten verfassten war die Sonne nur ein Symbol. Ein Symbol für das Unaussprechliche. Und es wurde dann versucht, es trotzdem in Worte zu fassen.

    Offenbarung 21:23Und die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, daß sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. 24Und die Völker werden in ihrem Lichte wandeln und die Könige der Erde ihre Herrlichkeit in sie bringen.

    Bis “denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie” ist das auch fast in Ordnung, wenn man nicht das Wörtchen “Gott” angehängt hätte. Denn einen Gott, der zwischen Menschen lebt, den verlangt es wieder nach einem Körper. Wo aber nimmt man nun einen Körper für einen Gott her?

    Dieser Körper muß anders sein, als der Körper von gewöhnlcihen Menschen; er muß sich von anderen abheben. Also bringt man den Körper zum leuchten. Und wie macht man das?

    Man lässt einen Menschen in seiner Herrlichkeit aufgehen. D.h. heißt, man muß ihn öffentlich in Herrlichkeit vergehen lassen, um ihn danach in Herrlichkeit wieder auferstehen zu lassen.

    Nur alleine mit Licht an sich bzw. Herrlichkeit an sich, kann der Mensch nichts anfangen. Denn das übersteigt sein Begriffsvermögen. Aber ein Lamm, eins der bravsten und schutzlosesten Wesen überhaupt, so etwas kann für die Überwindung von allem Bösen stehen. Dann, wenn es öffentlich geschlachtet wird von der bösen Seite und danach wiederkommt, als wenn nichts gewesen wäre. Dann leuchtet es über allem und über allen anderen.

    Dieses Denkmodell nahm dann Gestalt an, in Form des Menschen Jesus Christus.

    Dieses Denkmodell hat nur einen Fehler. Denn danach gab es dann plötzlich zweimal die Herrlichkeit. Die Herrlichkeit Gottes, der nur aus Licht besteht, besser gesagt aus Unaussprechlichkeit, und der Menschen Leuchte, das Lamm.

    Damit haben wir dann wieder “Das Sinnbild der Sonne dient ‘nur’ als Symbol, um das Unaussprechliche dennoch beschreiben zu können.”

    Man dreht sich so nur im Kreis. Das merkten dann auch ein paar schlaue Köpfe und die machten dann aus dem Kreis ein Dreieck, eine Pyramide. Dazu braucht es ein wenig mehr an Geist. So entstand dann die Trinitätslehre – wieder ein anderes Denkmodell für das Unaussprechliche.

    Das wirklich Unaussprechliche ist jedoch das NICHTS. Nichts kann man nicht sehen, nicht spüren, nicht ergreifen und was weiß ich, nicht sonst noch alles nicht, und man kann es auch nicht aussprechen, weil es das Nichts gar nicht gibt. Das Nichts macht einen trotzdem rasend, denn man möchte es unbedingt begreifen. Das Nichts ist nicht dual und auch nicht apolar, es ist nicht dunkel und auch nicht hell. Es ist das, was wirklich unaussprechlich ist. Und doch kam einst Alles aus dem Nichts. Das zu verstehen geht nicht, denn von nichts kommt nichts. Also denkt man sich ein allumfassendes Licht als Nichts, was aber Alles ist. Klar, dass dieses Licht dann als Licht keinen Schatten wirft, und als Dunkelheit, was es ja dann auch nicht ist, ebenfalls keinen Schatten wirft.

    Samuel Beckett sagte mal so etwas in der Art wie: Die Leute wollen immer wissen, was nach ihrem Tod mit ihnen passiert, dabei sollen sie sich doch erst einmal fragen, ob sie überhaupt geboren worden sind.

    Manchmal schaue ich mir unsere Welt da draußen an, Menschen, die in irgendwelchen Blechkisten sitzen und sich von einem Ort zum anderen bewegen, bis sie sich in einer Holzkiste nicht mehr bewegen, und dann frage ich mich, ob das wirklich Leben ist, und wenn es das nicht ist, was bin ich dann selbst? Und wenn das da draußen das Leben ist, dann sage ich ganz offen: So gefällt es mir nicht! Und obwohl ich darin “lebe”, leben muß, so ist das nicht meine Vorstellung von Leben. Denn es ist ein Leben, das andere für sich erdacht haben und die von mir verlangen, so zu leben, wie sie es als gut ansehen. Ich halte diese Vorgehensweise aber für böse.

  17. Thomas sagt:

    Diese Vorgehensweise ist böse und Sklaverei. Willkommen in der PDV ;) Wir suchen gerade einen Bundespressesprecher. Der darf auch gerne bibelfest sein. ;) Nur schwäbeln oder anderweitig zu arg hinterwelteln darf er nicht.

  18. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Nochmal: Ich hafte keinem Materialismus an.

    Und, Du Quälgeist, ich werde mir Risis Buch irgendwann reinziehen. Hoffentlich führt das Ergebnis dieser Übung dann zu keinem Schisma zwischen uns.

  19. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Jochen

    Manches, was Du schreibst, ist zwar manchmal immer noch etwas skurril, aber ich habe den Eindruck, dass Du immer besser durchblickst, Dich immer weiter befreist.

    Jaja: das Unaussprechliche, das ewige, absolute Licht…

  20. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    “Nur schwäbeln oder anderweitig zu arg hinterwelteln darf er nicht.” (Der Pressesprecher der Partei der Vernunft)

    Das ist ja selbstverständlich. Denn Schwäbisch ist die Vorstufe, sozusagen d a s Sprungbrett, die Brücke in jene Hinterwelt, wo Sprache zu der Klarheit gelangt, dass das Licht nur noch dann Schatten werfen darf, wenn es ihm gerade erlaubt.
    Das klingt nun einmal nicht allen gleich sehr vernünftig; mit solch luzider Transzendenz blendete man daher zumal viele Wähler aus nichtschwäbischen Gebieten, also all jenen traurigen Landstrichen, wo man froh wäre, bräche auch nur ein Dämmerlicht ins philologische Dunkel, deromaßen, dass sie sich, wenigstens zunächst, reflexhaft vor Schrecken abwendeten.

  21. Dude sagt:

    @Thomas

    “Was ist Existenz?”

    https://dudeweblog.wordpress.com/2013/04/07/bewusstsein-und-existenz/

    @Jochen

    “Ist der Privatpantient also böse, oder ist es nicht vielmehr das System was böse ist, weil es gut sein will?”

    Ganz klar letzteres… es geht nicht um persönliche Feindschaften… Es geht um die Strukturen dieser Welt (Sartre)
    Und die Strukturen werden gefördert durch die eingeimpften fahlen Ideologien und Denkkonstrukte…

    “Wenn ein Mensch einen anderen Menschen mit der Axt zerhackt und auffrißt, ist er dann böse?”

    Der Mensch handelt in bzw. aus Unwissenheit (heraus) böse, und befördert somit die Bosheit. Liegt am freien Willen, die Axt zu vergraben oder sie zu benützen….

    “Waren die Römer in ihren Augen deshalb böse?
    Nein, natürlich nicht. Sie befolgten nur stur ihre Gesetze und diese waren für sie gut.”

    Eben… die Strukturen…

    “Das Unaussprechliche ist das Gegenteil von dem was Materie ist.”

    Nein, denn die Materie ist als ewige neutrale Energie eben auch auch der Quelle/dem Absoluten/Unaussprechlichen entsprungen, und ewiglich Teil von IHMIHR.

    Der Daseinsbereich des Unbeschreiblichen als absolutes Bewusstsein (absolut frei von materiellen Körperlichkeiten), das alle relativen BEwusstseine (und Energien) enthält, ist aber jenseits von Zeit, Raum und Materie, da bin ich mit Dir einig.

    “Herrlichkeit” ist Quatsch. Gründet in patriarchalischer Verblendung…

    “Nur alleine mit Licht an sich bzw. Herrlichkeit an sich, kann der Mensch nichts anfangen.”

    Genau! Es fehlte die Fraulichkeit, also die Liebe als weiblicher Urschöpfungsaspekt.

    https://dudeweblog.wordpress.com/urquell-sinn-allen-seins-und-lebens/

    “Manchmal schaue ich mir unsere Welt da draußen an, Menschen, die in irgendwelchen Blechkisten sitzen und sich von einem Ort zum anderen bewegen, bis sie sich in einer Holzkiste nicht mehr bewegen, und dann frage ich mich, ob das wirklich Leben ist…”

    Nein eben nicht… das ist genau ‘Existenz’. Leben ist ewige, immaterielle und apolare relative Individualität in der Absoluten Individualität.

    @Magnus

    “Und, Du Quälgeist, ich werde mir Risis Buch irgendwann reinziehen.”

    Deine einzige Chance (50/50) mich wirklich davon zu überzeugen, dass ich bei Risi einem Scharlatan auf den Leim gekrochen bin… ;-)

  22. Jochen sagt:

    @ Magnus

    “Manches, was Du schreibst, ist zwar manchmal immer noch etwas skurril”

    Dann isses mir ja fast so gelungen, wie ich’s wollte. Ich werde an meinem Ausdruck und den Inhalten noch arbeiten, denn ein ar sind 100 Quadratmeter, damit es noch skurriler wird.

    Johannes 20:15 Jesus spricht zu ihr: Weib, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner …

    Früher war immer der Gärtner der Mörder, heutzutage ist es der Zeitungsjunge.

    “ich habe den Eindruck, dass Du immer besser durchblickst, Dich immer weiter befreist”

    Ich trage nie eine Sonnenbrille und Nichts finde ich nun mal interessanter als das ewige Leben. In einer viereckigen Stadt zu leben, stelle ich mir sehr beengend vor. Und ich hörte kürzlich, und ich sah, und siehe, dass alle Runen aus dem Zeichen des Davidsternes formbar sind. Was ist nur los mit dieser Welt? Aber ich meine immer noch: Das Nichts könnte gefunden werden.

    Was das Schwäbeln und aber auch andere Dialekte betrifft. Ich persönlich hänge sehr an meinem Dialekt und bei uns Zuhause wird so auch gesprochen. Als ich mal zu Besuch bei höchst Hochdeutschen war, die hatten Moos im Überfluß und im Abfluß, da wurde mir, was das Sprechen von Dialekt betrifft, gesagt, dass wäre asozial. Seitdem frage ich mich immer noch, wofür das “a” am Anfang des Wortes steht. Vermutlich beginnt alles, was sozial ist, mit einem “a”. Etwa so wie askese und auf Wiedersehen.

  23. Jochen sagt:

    @ Dude

    “Leben ist ewige, immaterielle und apolare relative Individualität in der Absoluten Individualität.”

    Wie sieht dieses Leben denn konkret aus? Wie stellst du es dir vor, wenn du daran teilnimmst bzw. es inne hast?

    “Genau! Es fehlte die Fraulichkeit, also die Liebe als weiblicher Urschöpfungsaspekt.”

    Wenn etwas da ist, aber dann doch noch etwas fehlt, dann führt das wieder zum alten Schema, dem Dualismus.

    Du verbindest Fraulichkeit mit Liebe. Was gehört dann zur Männlichkeit – der Hass, als Urschöpfungsaspekt? Von wem wurde die Gewalt und der Krieg erfunden? Von einem Mann oder war es doch eine Frau, die diese Dinge für die Männerwelt erfunden hat, damit zwei Männer um ihre Liebe kämpfen sollen? Vielleicht hat sie auch die zwei Männer hereingelegt, damit sie an deren Geld kam, wenn sich die Männer im Kampf um sie gegenseitig getötet haben.

  24. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Jochen

    Du hast Dudes Sicht und Argumentation wiederum trefflich als in sich unlogisch entlarvt. Kaum tritt das Weib hinzu, ist sozusagen alles reine Licht perdu.

    Ich möchte an dieser Stelle mal hervorheben, wie sehr ich, zumal in letzter Zeit, seit Christus von Dir gewichen, Deine Assoziationsfähigkeit und Deine mal eher rheinisch-karnevalistischen, mal sehr tiefen und ernsten (manchmal auch beides subtil gemischt) sprachlichen Spiele und Volten schätze. Deinen Scharfblick.

    Du witterst, keineswegs bösartig, hinter jedem noch so selbstverständlich Erscheinenden grobe bis feinste Lügen bzw. unlogische Konjekturen und spürst sie, wenn vorhanden, sehr treffsicher auf. Das ist beeindruckend und gefällt mir außerordentlich.

  25. Dude sagt:

    @Jochen

    “In einer viereckigen Stadt zu leben, stelle ich mir sehr beengend vor.”

    Danke! Hätte nicht gedacht, dass ich heute noch zum Grinsen zu bringen bin. Gruss aus Zion ;-)

    “Wie sieht dieses Leben denn konkret aus? Wie stellst du es dir vor, wenn du daran teilnimmst bzw. es inne hast?”

    Bewusst seiend in Ewigkeit, völlig unabhängig von Materie, Raum und Zeit ind absoluter Glückseligkeit als göttliche Individualität in der göttlichen absoluten Individualität… oh wie ich es ersehen.. ich hab die Nase gestrichen voll von dieser schwachsinnigen Existenz.

    “Wenn etwas da ist, aber dann doch noch etwas fehlt, dann führt das wieder zum alten Schema, dem Dualismus.”

    Nein denn Gottvatermutter – LIEBELICHT – IST apolar…

    “Was gehört dann zur Männlichkeit”

    Ich füg die Links hier nicht zu meiner persönlichen Befriedigung ein… da kann ich auch Pornos schauen… aber das ist mir schon lang zu blöd…

    “Von wem wurde die Gewalt und der Krieg erfunden? Von einem Mann oder war es doch eine Frau”

    Ein Mann… wegen einer Frau… bzw. eines Kontrahenten…

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