Vom Schicksale der AfD

Was diese neue Formation “Alternative für Deutschland” anlangt, mit der ich mich noch nicht genauer befasst habe, aber schon ein wenig mit dem Drumrum, so gibt es für mich eine klare Nagelprobe, die deckungsgleich mit jener, die die Piraten jämmerlich vergeigt haben, nämlich selbige, auf der mit großen Lettern steht: MEINUNGSFREIHEIT!

Nach den Freibeutern, die zuerst damit hochkamen, Netz- und Informationsfreiheit zu fordern, schon gar nicht mehr wissen, wie man dies Wort buchstabiert, was kommt jetzt?

Jetzt treten Liberale, Libertäre, Konservative, das übliche Strandgut von überallher auch, zusammen an, und ich lese schon verschnupfte Kommentare dahingehend, man dürfe dort schon ein bisschen national oder Patriot sein oder gar beides, aber bitte bloß ein bisschen. Zum Thema Einwanderung sehen viele keine Besserung von der AfD.

Wieder eine Einprogrammpartei, und sie weiß schon wieder nicht einmal in dem einen Punkte, wie sie es machen will. Immerhin ist der eine Punkt nur wesentlich mittelbarer mit dem Thema Meinungsfreiheit verknüpft, als das bei den Piraten der Fall war.

Interessant wird jetzt, wie weit die neue Partei sich von “rechts” abgrenzen wird. Sie wird in dieser Übung die Piraten nicht nach so weit links hin übertreffen müssen, aber da muss sie durch, da ist sie schon mittendrin.

Darf man als AfD-Mitglied die Beschneidung von Knaben ohne medizinische Indikation als “willkürliche, vorsätzliche Genitalverstümmelung, hiemit schwere Körperverletzung an einem wehrlosen Kinde” bezeichnen, oder darf man das nicht?

Darf man über Uranmunition, die NATO-Kriege der letzten Jahre sagen, was man denkt?

Inwieweit darf man sich gegen den Genderneusprech wenden, wie deutlich?

Darf man eine Verfassungsabstimmung für Deutschland fordern, wie vom Grundgesetz vorgesehen?

Einen Friedensvertrag für unser Land?

Kinder zuerst den Eltern?

Da bin ich mal gespannt. Das waren nur Beispiele.

Dies wägend, komme ich nicht umhin, stark zu vermuten, dass der Laden ein ebenso erbärmliches Ende nehmen wird, ein groteskeres gar vielleicht, als vordem die Piraten.

Schön wäre es, täuschte ich mich. Ich bin allerdings sehr skeptisch.

Auch ob der personellen Aufstellung der Partei. Soweit ich das mitbekommen habe, stehen in der Führung – im Gegensatze zu den frühen Piraten – lauter Leute, die es im Establishment ziemlich weit gebracht haben. Kurz: Im Großen und Ganzen hat man immer mitgemacht.

Gut, man soll niemandem verwehren, sich auch noch in fortgeschrittenem Alter geistig zu entwickeln, Irrtümer zu erkennen, nicht nur Schlüsse, sondern auch ein verändertes Handeln daraus zu ziehen.

Ich befürchte aber, dass die Partei durch eine Zangenbewegung und zusätzlich einen innen böse stochernden Pfriem zu Fall gebracht werden wird.

Die Zange besteht aus den Konkurrenzparteien im Verein mit den meisten Medien auf der einen Seite, dem Volk, der Basis, einigen Funktionsträgern zunächst, auf der anderen Seite.

Das wäre nun ja schon nicht leicht auszuhalten. Aber jetzt kommt der vielhakige Polypfriem.

Das sind all die, die in irgendwelchen obskuren Vereinen oder echten Geheimgesellschaften sitzen, und das werden in der Führungsriege wie bei den prominentesten offenen wie eher verdeckten Unterstützern nicht wenige sein; wenn die Zange mal richtig greift, reicht eine gezielt randalierende, so angewiesene Gruppe, als tödlicher Pfriem.

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