Syrien: Wozu dieser Krieg?

Vorgebliche Aussage eines syrischen Arztes, gerade gelesen auf SPON:

“Die Regierungsluftwaffe versucht immer mal wieder, unser Krankenhaus zu treffen. Ich bin nun seit zwei Monaten hier und habe meine Familie, die auf der anderen Seite der Front lebt, in dieser Zeit nicht mehr gesehen. Wenn die Schergen des Regimes herausfinden, dass ich hier arbeite, ist es um meine Familie geschehen. Darum darfst du hier nicht fotografieren, und niemand wird dir seinen richtigen Namen nennen.”

http://www.spiegel.de/politik/ausland/kriegsalltag-in-aleppo-in-der-moschee-der-scharfschuetzen-a-894837.html

Soweit ich weiß, verfügt Syrien über eine ziemlich große, teils recht moderne Luftwaffe. Es stimmt zwar, je heikler es wird, umso öfter, nicht, was man auf Wikipedia findet, der Link hierzu sei aber trotzdem angegeben:

http://de.wikipedia.org/wiki/Syrische_Luftstreitkräfte

Wieso schafft die syrische Luftwaffe es “immer mal wieder” (das heißt, indem sie es nicht selten probiert; oder kann ich nicht lesen?) nicht, ein Krankenhaus zu treffen? Was ist denn einfacher zu treffen, als ein großes, unbewegliches Ziel?

Weiß der Reporter Kurt Pelda, von dem es heißt, er berichte seit über 20 Jahren aus Kriegsgebieten, das nicht? Saufen Assads “Schergen” (das ist der Standardbegriff bei SPON und anderen MSM für die syrischen Regierungssoldaten) stets zwei Flaschen Raki, bevor sie sich in eine MIG oder einen Kampfhubschrauber setzen? Oder bauen die sich, da ein guter Moslem ja nicht nur im Dienst keinen Alkohol trinkt, zwecks Danebenfeuern immer drei Gramm besten roten Libanesen ein?

Die “Kriegsberichterstattung” aus Syrien ist, wie zuvor im Falle Libyens, das jetzt, nachdem es das reichste Land Afrika gewesen war, weitgehend zerstört, schwerst überwiegend einseitige Propaganda. Dies ist nur ein kleines, aber bezeichnedes Beispiel dafür.

Immer noch aber begreife ich nicht, worauf man in Syrien hinauswill. (In Libyen war das ziemlich klar.) Was verspricht man sich davon, das Land ins Chaos zu stürzen, es an islamistische, sunnitische Extremisten auszuliefern?

Ja, ein Verbündeter des Irans fiele. Der aber könnte dem Iran eh wenig helfen, wenn Israel und die USA das Land, wie hundertemale angedroht, überfallen. Wieso will Israel, schon ein weitaus instabileres Ägypten links unten, auch noch ein unberechenbares Syrien rechts oben? Oder hat Israel in dieser Sache gar nicht mehr viel zu sagen? Deshalb Kissingers Prophezeiung: “In ten years, ther will be no more Israel.” – ?

So eine – mit Verlaub – Scheiße, bloß, damit die Russen ihren syrischen Flottenstützpunkt verlieren, ihren einzigen, in der Tat, am Mittelmeer?

Däs ärgerte die Russen sicherlich sehr; doch: Ginge das Land, das zwar immer noch große Probleme hat, dem es aber besser geht, als je seit der Oktoberrevolution, deshalb in die Knie?

Ich wundere mich auch – was die Schafsmedien anlangt, natürlich nicht – , weshalb sich kaum einer diese absolut naheliegenden Fragen stellt.

Mit großem Aufwand, unter Beteiligung Saudi-Arabiens, Qatars, der Türkei, der USA, Großbritanniens, Frankreichs (mindestens von der Klappe her auch Deutschlands), wer weiß, wem noch, wird ein Angriffskrieg angezettelt, und anscheinend weiß niemand, warum, wozu.

Mit dem bösen Assad nämlich (zumal seinen “Schergen”) kam man lange sehr gut aus (Gaddafi war allerdings auch bis kurz vor seinem Ende ein prima Kumpel von Sarkozy und Berlusconi), so dass es, da dieser an seiner grundsätzlichen Politik nichts geändert hatte (zumindest von dem ich wüsste), völlig unglaubwürdig ist, wie man den, fast über Nacht, zum zu beseitigenden Problem gemacht.

Es steckt etwas anderes dahinter. Ich weiß noch nicht, was. Aber ich hege, noch über das Elend und das Sterben in Syrien hinaus, diesbezüglich schlimmste Befürchtungen.

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8 Antworten zu “Syrien: Wozu dieser Krieg?”

  1. Anonymus sagt:

    Es sind wohl zwei Sachen, die Syrien strategisch interessant machen:

    Ein mal den russischen Flottenstützpunkt, den es aus US-Sicht zu eliminieren gilt und

    Dann die Möglichkeit eine oder mehrere Pipelines durch das Land zu bauen und zu kontrollieren

    Und nun noch neu dazu gekommen, man kann es sich nicht leisten, den Würgegriff wegzunehmen und sich Assad reinstallieren zu lassen, der würde eher mit dem Teufel zusammenarbeiten als mit einer westlichen Nation, das Ganze hat schon Eigendynamik entwickelt.

    Warum die Türken da mitmachen verstehe ich nicht, es ist nicht unwahrscheinlich, dass in dem allgemeinen Tohuwabohu ein kurdischer Staat auf ehemals syrischem Boden an der Grenze zur Türkei entsteht und dann haben die Türken den Schlammassel. Dieser Staat wird unter Führung der PKK natürlich orthodox kommunistisch-stalinistisch sein, auch nicht im Sinne des Westens, dagegen war Assad harmlos.

    Andererseits kann man die Al Kaida-Kämpfer aus Mali da natürlich zum verheizt werden hinschicken, auch eine Entsorgungsmethode.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Anonymus

    Deine Erklärungen reichen mir trotzdem nicht. Und warum sich die Türkei – mit Verlaub – den eigenen Arsch anbrennt, verstehe ich ebensowenig, wie weshalb Israel einen Chaosstaat in seinem Norden haben sollen wollte.

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Deine Erklärung, die Du verlinkst, genügt mir nicht.
    Es sind weitaus mehr Irre beteiligt als irre Israelis.

  4. Dude sagt:

    klar…

    Die erklärung is auch nur auf israle bezogen…

    hilft schon um den GEsamtzusammenhang dahinter zu erknnen

  5. Anonymus sagt:

    Es gibt noch eine Erklärung, die amerikanische Rüstungsindustrie will weiter produzieren und sucht Entsorgungsmöglichkeiten für schon produzierte Waffen.

    So wird der jeweilige Präsidet immer gedrängt irgendwo auf der Welt zu “zündeln”. Syrien ist da ein idealer Platz, ein zeitlich nicht abzusehender Konflikt in den man Mengen von Waffen und Munition reinpumpen kann ohne sich selber die Finger schmutzig zu machen. Es bleibt dabei, Geschäft ist Geschäft. Wie viele Syrer dabei drauf gehen ist allen egal!

  6. Anonymus sagt:

    Nun sehen wir, wo das hinführt, wenn ein amerikanischer Präsident dummbabbelt und vergisst vor dem Einschalten seines Mundwerkes das Gehirn einzuschalten.

    Die Warnung damals aus dem Nichts, der Einsatz von Chemiewaffen in Syrien sei für Ihn eine rote Linie, nach deren Überschreitung es eine US-amerikanische Militärintervention geben würde, ist ein Beispiel dafür!

    Erstens war das die unverblühmte Aufforderung an die Gegner Assads, sie müssen nur ein paar Chemiewaffen vergiftete Leichen vorweisen und dann lässt er Ihnen à la Libyen den Weg zur Macht freibomben. Na, das sollte ja wohl zu schaffen sein, der CIA kann den Al-Quaida-Leuten die benötigten Chemikalien ja gleich mitliefern.

    Dass das bisher offenbar weitgehend unterblieben ist hängt wohl damit zusammen, dass es diesen russischen Flottenstützpunkt gibt und im Falle einer weiteren Steigerung der US-Agression in Syrien mit regulären amerikanischen Truppen es zu einer direkten Konfrontation mit russischen Truppen käme.

    So bleibt es bei solchen Merkwürdigkeiten, dass es am Morgen um 03.00 Uhr eine tödlich vergiftete Mutte mit Ihren beiden Kindern in einem Wohnhaus gibt….. Si tacuisses Mr. Obama….

  7. Anonymus sagt:

    Der Einsatz von Chemiewaffen hinterlässt ein anderes Schlachtfeld, als das was jetzt zu sehen ist in Syrien, bei mehreren Einsätzen zusammen 150 Tote…

    Warum sollte Assad jetzt, wo er am Siegen ist, noch mit so was anfangen, vollkommen unlogisch.

    Dafür ging durch die Weltpresse, dass der Türkische Geheimdienst bei Al-Nusra-Terroristen Sarin beschlagnahmen konnte. Die Quizfrage ist, wer denen das geliefert hat, der Geheimdienst von GB, F oder USA?

    Anyway, wie ich schon lange vermutet habe, es ist für Obama, nachdem er sich so weit aus dem Fenster gelehnt hat, nicht und unter keinen Umständen akzeptabel, dass Assad sich re-installiert. Die Argumentation mit der eine amerikanische Intervention begründet wird ist da eigentlich schon nebensächlich. Das einzige Wunder dabei ist, wieso die Terroristen so lange gebraucht haben, bis Sie mit den vom Westen gelieferten Chemikalien 150 Zivilisten abgeschlachtet haben. Vielleicht haben die sich etwas doof angestellt und deshalb sind dabei ein paar von Ihren eigenen Leuten mit drauf gegangen, so dass das Ganze nun glaubwürdiger ist, als wenn es nur 150 tote syrische Zivilisten gegeben hätte.

    Herr Putin wird also auch die Hände aus den Taschen nehmen müssen um die US-Aggression zurückzuweisen. Ich nehme mal an, dass die beiden Grossmächte sich am Ende auf das bewährte Schema einigen werden und Syrien teilen in einen Assad-Teil mit russischem Flottenstützpunkt und einen Al-Quaida-Teil in dem die Menschen in Lagern gehalten werden und über den Umweg der UNO von US-Amerika nach dem Vorbild der Palästinenser alimentiert werden. Ob die Kurden sich dann auch einen Teil nehmen dürfen bleibt abzuwarten.

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