Von Oliver Janichs Rücktritt als Vorsitzender der PdV und was daraus zu lernen

Eben erst erfuhr ich davon, dass Oliver Janich als Bundesvorsitzender der PdV sozusagen “zurückgetreten wurde”. Näheres dazu hier:

http://recentr.com/2013/04/bundesvorsitzender-der-partei-der-vernunft-tritt-zuruck/

Janich, dem zu viel “verschwörungstheoretisches” Arbeiten vorgeworfen worden sein soll, damit dem Image der Partei vorgeblich schadend, beteuert, dass er sich, gemessen an dem, was er wisse, enorm zurückgehalten habe.

Zitat:

“Wie jeder sehr einfach anhand meiner Veröffentlichungen nachprüfen kann, halte ich mich ohnehin sehr zurück mit dem was ich schreibe und äußere. Ich lege jedes Wort auf die Goldwaage (im Gegensatz zu manchem Mitglied, was ich immer wieder anmahne). Über 90% der Dinge, die ich weiß, schreibe ich sowieso nicht, damit man die Partei der Vernunft nicht diskreditieren kann.”

Tja, was lernen wir, wenn das stimmt (ich persönlich denke nicht, dass Janich flunkert oder sich in Hochstapelei oder larmoyantem Selbstmitleiden ergeht), traurigerweise, daraus?

Wer einmal geredet (Janich bezweifelte die offizielle Version zu 9/11), dann das Maul hält, der bekommt trotzdem oder sogar gerade erst recht eine auf die Fresse.

Immerhin kann Janich jetzt wieder sagen, was er will (natürlich nur im Rahmen unserer Meinungsunfreiheitsgesetze).

So wird er vielleicht mehr bewirken denn als Vorsitzender der PdV.

Äußert er sich korrekt über die Vorgänge dort, dazu, weshalb und wie er abgesägt wurde, so ergeben sich bezüglich des Bundesvorstandes jener Partei zwei mögliche Interpretationen, die selbstverständlich auch beide anteilig richtig sein können.

Entweder sitzen dort ziemlich unfähige, naive Feiglinge, oder der Laden ist bis nach oben unterwandert.

Ich habe nämlich nie etwas davon mitbekommen, dass Janich je redete oder publizierte alswie ein paranoider Delirant. Das tut er auch in seiner Erklärung zur Sache nicht. Er bleibt, obzwar ihm die Geschichte offensichtlich, verständlicherweise, wofern wie von ihm dargestellt wahr, ziemlich an die Nieren geht, bemerkenswert sachlich. Ich weiß nicht, ob ich in dem Falle mit meinen Widersachern so milde verfahren wäre.

Also: Man verbinde sich nie wegen einer Partei selber das Maul.

Auch nicht, wenn sie sich Partei der Vernunft nennt, man sie selber als solche ins Leben gerufen hat.

Denn am Schluss wird der Dank hierfür wahrscheinlich so aussehen, dass man dasteht wie ein begossener Pudel.

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7 Antworten zu “Von Oliver Janichs Rücktritt als Vorsitzender der PdV und was daraus zu lernen”

  1. Dude sagt:

    “Immerhin kann Janich jetzt wieder sagen, was er will (natürlich nur im Rahmen unserer Meinungsunfreiheitsgesetze).

    So wird er vielleicht mehr bewirken denn als Vorsitzender der PdV.”

    Seine – wohl auch durch die pdv – erreichte Bekanntheit könnte ihm da gar noch massiv zugute kommen!

    Nimmt mich Wunder, was Thomas dazu sagt. ;-)

    “Entweder sitzen dort ziemlich unfähige, naive Feiglinge, oder der Laden ist bis nach oben unterwandert.”

    Das ging ja auch bei den Piraten ruckzuck…

    “Man verbinde sich nie wegen einer Partei selber das Maul.

    Auch nicht, wenn sie sich Partei der Vernunft nennt, man sie selber als solche ins Leben gerufen hat.”

    Was heisst hier ‘auch nicht’???
    (Dann) Erst recht nicht!
    Das verbietet die Vernunft selber schon… ;-)

  2. Thomas sagt:

    Ich kann hier keine öffentliche Gegendarstellung verkünden, da der Bundesvorstand keine Schlammschlacht provozieren will. Es werden die Mitglieder über die Hintergründe informiert. Die Mitteilung des BVs über Olivers Rücktritt ist inhaltlich korrekt, auch wenn Oliver das anders darstellt. Es wurde auch nichts unterwandert (der BV hat auch keinen Nachfolger parat) und die Leute sind nicht unfähig. Es hat ihnen einfach mal gereicht.

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Natürlich “erst recht nicht”. Du bist ein genauer Leser und hast die Ironie bemerkt…

    (“Nimmt mich wunder” verwendet man aber normalerweise anders.)

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Ich weiß inzwischen – ich sage mal lieber, meine zu wissen, blieb ja auch oben, vorsichtig, im Wenn – , dass die Sache komplexer ist, als von mir zunächst erfasst.
    Was für mich gleichwohl bleibt, ist, dass, bei allen internen wie externen Fehlern, die Janich gemacht haben mag, bezüglich seiner journalistischen Arbeit ein mindestens sehr unkluges, wenn nicht völlig falsches Signal ausgesendet wurde.
    Er steht jetzt da alswie ein Schmuddelkind.
    Ich glaube auch nicht, wesentliche Sache, an den offiziellen 9/11-Unfug, mittels dessen ein “worldwide war” ausgerufen wurde. Also keine Kleinigkeit angezettelt.
    (Ich verstehe vollauf, dass, wenn Du hierauf nicht weiter eingehen willst, nicht noch mehr Öl ins Feuer zu schütten.)
    LG

  5. Armin sagt:

    @Magnus
    “Wer einmal geredet (Janich bezweifelte die offizielle Version zu 9/11), dann das Maul hält, der bekommt trotzdem oder sogar gerade erst recht eine auf die Fresse.”

    Das stimmt so haargenau.

    Und das man 9/11 so wie es in die Geschichtsbücher eingehen soll, bezweifelt, ist eine der “Verschwörungstheorien”, welche inzwischen weltweit etabliert ist. Man sollte inzwischen sogar soweit gehen, die offizielle Version als (Verschwörer-)Theorie abzutun und die Alternativen zu offizialisieren.

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Armin

    Ich habe inzwischen – was der aufkerksame Leser oben schon entnommen haben mag – einiges die Sache auch in einem anderen als von mir vermuteten Lichte stellend gehört, bleibe aber trotzdem bei der von Dir bestätigten Grundaussage:

    “Wer einmal geredet (Janich bezweifelte die offizielle Version zu 9/11), dann das Maul hält, der bekommt trotzdem oder sogar gerade erst recht eine auf die Fresse.”

  7. Dude sagt:

    @Thomas

    “Ich kann hier keine öffentliche Gegendarstellung verkünden…”

    Nehme dies auch gern privat per Epost an. ;-)
    Interessierte mich wirklich.
    Wird selbstredend auch völliger Diskretion unterworfen.
    Gebürtiger Eidgenosse sollte dazu als Reputation genügen. :-D

    @Magnus

    Danke für den Hinweis, war aber auch mehr Slang, und zudem schon spät, und ich in Eile ;-)

    Ps. @All

    Laut einer Statistik die ich neulich gesehen habe, glauben bereits ca. 70% aller Amis nicht mehr an die offizielle 9/11-Fabel. ;-)

    Pps. @Armin

    “Man sollte inzwischen sogar soweit gehen, die offizielle Version als (Verschwörer-)Theorie abzutun”

    Definitiv! :-)

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