Vom Stellen der Untergangsgeilen

Es ist erschreckend, wie weit man wie viele Menschen in die Resignation getrieben hat. Gestern erlebte ich das, im Gespräch mit zwei guten Bekannten, einer Frau (knapp 50)  und einem Mann (etwas über 50), geradezu exemplarisch.

Man könne nur in seinem kleinen persönlichen und beruflichen Bereich anständig bleiben; im Großen lasse sich absolut gar nichts bewirken; jene da oben machten, was sie wollten, egal, wie viel man dawider rede, demonstriere, sonstwas versuche.

Beide keine Dumpfbacken, keine Leute, die nicht gerne auch mal lachten, einen Scherz machten, keine grundsätzlichen Tristessanten. Was Politik, speziell den Euro, die EU, die gigantische Finanzabschakalerei anlangt, aber frustriert bis zum Grunde.

Immerhin jedoch, da beide, traditionell gesehen, eher links zu verorten, verwagte sich weder sie noch er darauf, etwa die Grünen als noch unterstützenswert ins Spiel zu bringen. Selbst der hohle Zahn ist vielen diesbezüglich schon gezogen.

Man war auch so gnädig, mich nicht glatt auszulachen, indem ich so schwarz nicht sehen mochte, vorbrachte, dass die Unzufriedenheit allenthalben groß, sich in der Geschichte schon oft lange aufgestaut habe, was sich dann ziemlich plötzlich im Sinne einer grundlegenden Umwälzung Bahn brach. Gleichwohl wollten beide das, kopfschüttelnd, kaum auch nur hören, geschweige denn darauf eingehen. Fast mitleidig ward ich angeblickt, indem ich meinte, dass ich nicht aufgegeben habe, den Kampf nicht verloren gäbe.

Es sieht manchmal wirklich so aus, wie als ob die Lohn- und Gedankendrücker ganze Arbeit geleistet hätten. Wie als ob es ihnen gelungen sei, bis auf irrelevant wenigen, jeden Widerstandsgeist zu brechen.

Es mangelt nun unter jenen, gerade unter jenen, die die Entwicklung seit 1990 – oder schon länger – als verhängnisvoll ansehen, wahrlich nicht an (teilweise durchaus sinistren) Gestalten, die die Niedergeschlagenheit von Menschen, wie jenen, mit denen ich gestern sprach, immerzu, geradezu systematisch, verstärken. Diesen sage ich hiermit offen den Kampf an.

Ich werde sie noch gnadenloser stellen, ihnen den Fehdehandschuh hinwerfen, wo immer ich sie aufkreuzen sehe. Und zwar egal, ob sie ihr übles Treiben aus eigener Verzweiflung, Untergangsgeilheit oder Berechnung ansetzen. Kein Quadratmillimeter darf diesen Herunterziehern überlassen werden. Vielmehr sind sie als die bewussten oder unbewussten Erfüllungsgehilfen des völkermörderischen NWO-Gesockses in ihr eigenes Scheißefass zu treiben, sobald sie ihre Schandmäuler aufreißen.

Man lässt jenen gegenüber viel zu viel Verständnis und Gnade walten. Sie verspritzen nur Gift, gefallen sich noch darin. Boshaft, arglistig, sich an den immer weiter sinkenden Häuptern der von ihnen weiter Entmutigten delektierend. Hier ist nicht nur der magische Spiegel anzuwenden, sondern auch der unmittelbare verbale Rapier, schonungslos. Keine ruhige, gemütliche Minute mehr jenen, die ihren Geifer oft genug gar noch als Mitgefühl tarnen. Gesindel ist’s, und also gehört es auch geheißen, wo es nur auftaucht.

Sie sind so direkt zu treffen, dass ihnen der Spaß an ihrem schändlichen Spiele sichtbar vergeht. Und stehen ihre Mäuler offen, so ist noch einer ihrer mentalen Kotbatzen hineinzustopfen. Bis dass sie sich besinnen oder wenigstens daran würgend, grün im Gesichte, vom Acker machen.

Man treibe sie geistig zu Ihresgleichen. Da können sie keinen Schaden anrichten. Man muss sich keine Sorgen machen, dass sie dort etwa einen einvernehmlichen Massenselbstmord begingen. Dazu hängen sie zu sehr an ihrem schmarotzerischen kleinen Leben. Und schafften sich manche derer doch mal selbst hinweg, so wären sie lediglich, ohne eine unnütz vergossene Träne, so zu verscharren, dass das Grundwasser nicht an Leichengift zu leiden hat.

Manche von ihnen sind rhetorisch durchaus nicht zu unterschätzen; sie haben sich lange darin geübt, Energie aus den Menschen zu ziehen, die sie weiter ins Loch treiben; sie sind aber leicht zu unterscheiden von ihren Opfern, die nur hilflos und ehrlich niedergeschlagen und traurig.

Sie vermögen nämlich ihre Freude, ihre Lust am Niedergang nicht zu verbergen; wenigstens nicht lange. Man richte sie daranentlang.

Zuerst werden sie relativieren, kleine Zugeständnisse machen. Nachdem sie, meist, erstmal überlegen gelacht. Dann werden sie sagen, dass sie doch nur die Zustände beschrieben, diese ja nicht geschaffen hätten. Dann werden sie sich langatmig in Beispielen zur Stützung ihres Defätismus’ ergehen; wiederum werden sie versuchen, einen als Traumtänzer hinzustellen. Genau hier muss unmissverständliche Härte folgen; schließlich werden sie stammeln, etwas Einsicht heucheln, gut Wetter zu machen trachten, endlich um Verständnis winseln, sich stammelnd trollen.

Der eine oder andere mag tatsächlich etwas einsehen. Man höre dann auf sein Bauchhirn, ob ihm Zeit zum Bedenk zu geben sei, oder es ratsam, gleich, weiterhin Tacheles redend, nachzusetzen, nachzuschwären.

Es mag vonnöten sein, ein offenes, unblutiges Fehmgericht abzuhalten.

 

— Anzeigen —


Tags: , ,

6 Antworten zu “Vom Stellen der Untergangsgeilen”

  1. Dude sagt:

    “Es sieht manchmal wirklich so aus, wie als ob die Lohn- und Gedankendrücker ganze Arbeit geleistet hätten. Wie als ob es ihnen gelungen sei, bis auf irrelevant wenigen, jeden Widerstandsgeist zu brechen.”

    Das ist leider unleugbarer Fakt.

    Edward Bernays, Jose Delgado und andere haben saubere Arbeit geleistet…

    Die Gedankenkontrolle ist beinah schon so weit entwickelt, wie das NWO-Gesoxx sie haben möchte…

    http://dudeweblog.wordpress.com/2013/03/12/hypnotisierte-massen-manipulierte-menschen/

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Ich sagte bewusst “wie als ob”.

    Ich führte jetzt gerne ein bestimmtes Beispiel an, die zumindest latente Macht des Widerstands daranentlang zu zeigen, unterlasse das aber aus guten Gründen, versuche es indes, da schon angesprochen, in ein Gleichnis zu fassen.

    Es gab da jemanden, von dem einige wenige Leute gehört hatten, dahingehend, dass von ihm eine Rede ausgehe, die höchst unerwünscht. Kaum einer nahm ihn darin ernst. Allzu allein stand er mit seinen Gedanken, sie erschienen unwichtig.

    Eines Tages aber sollte er doch mundtot gemacht werden, irgendeiner hatte die üble Laune dazu.

    Und auf einmal fragten sich viele, weshalb man denn so einen Randständigen dergestalt bedrängen müsse, lasen, was er von sich gegeben. Fast über Nacht gewann an Bedeutung, was er als einsamer Rufer in der Wüste verfasst hatte. Irgendeinen Grund musste es doch geben, dass man einem so wenig bekannten Störer, der sich rechtlich nicht zuschulden kommen gelassen hatte, dergestalt nachsetzte.

    Plötzlich kannten ihn alle. Nach und nach begannen immer mehr Leute zu begreifen. Er hatte sich seine Schwierigkeiten eben doch redlich verdient. Es ward täglich mehr darüber geredet, was er angerichtet hatte, weshalb man ihn jetzt also verfolgte.

    Irgendworin musste der Mann recht gehabt haben, denn sonst geschähe das so nicht. Jeden Tag wurde klarer, worin er recht gehabt hatte. Man las alles von ihm, was es gab. Man verglich und fragte sich doppelt und dreimal. Wieso hatte sich einer, der ansonsten nicht wahnsinnig wirkte, allein wider alle herrschenden Käfte gestellt? Woher dieses Selbstvertrauen? Wer tut so etwas?

    Es wurde immer schlimmer…

  3. Dude sagt:

    Verstehe.

    Der alte weise Bauer würde jetzt mit: “man wird sehen” antworten. ;-)

  4. Armin sagt:

    Heutzutage, im Zeitalters des Hyperkapitalismus, macht eigentlich nur noch Sinn, was Geld macht. Aus Idee wird Geld, aus Klicks wird Geld, aus Kunst wird Geld, also genauer gesagt Geld und Ruhm. Denn Ruhm heisst gesehen zu werden, jemand zu sein, jemand zu sein im Zig-Milliarden Menschengetümmel. Wir leben doch in einer Religion des Goldenen Kalbs.

    Ja, klar, ich meine das zynisch. Real und zynisch zugleich. Aber es ist doch schon so, das Elemente wie Geld, Ruhm, Macht, Schönheit in seiner abgetakelsten Form eine extrem dominante Position im heutigen Leben einnehmen. Warum?

    Die Alternative ist Isolation. Der Arme, der, der es nicht schafft, der der zuviel nachdenkt, der, dem andere Werte nicht aus dem Kopf wollen, der, der aufgibt. Wir bewegen uns weltweit, meiner Meinung, in eine Richtung der Sinnleere, wo globalisiert kämpfende Bevölkerungsmassen sinnentlernt sich gegenseitig totproduzieren, wo Kunst sinnentleert hochstilisiert wird, wo jeder weiss, wo er hingehört, oder es wissen sollte (Wer bist Du, was tust du, was hast du). Vor einigen Monaten bin ich aus dem Zug gestiegen, da stand ein junger Mann: “Bist Du ein Nobody, he? Dann hau ich Dich jetzt kaputt”. Er hat sich ein Nichts gesucht. Essenz: Wert eines Menschen. Grundsätzlich. Nichts.

    Ich habe nicht Tausend Jahre gelebt, also kann ich keineswegs nachvollziehen, ob es eine Evolution gibt – oder nicht – in der Menschheitsgeschichte. Aber dass wir heute so fragmentär leben, es irgendwie nie bis zu einer Art Zivilgesellschaft schaffen, keinerlei Option zum Hyperkapitalismus mehr sehen (da ja der Kommunismus nicht funktioniert hat, wie ja nun wirklich jeder weiss… oder?) und es aber ganz, ganz bestimmt sicher weitere Alternativen gibt, dass diese enormen Machtgebilde, ewigen Eliten, lüsternen Emporsteiger, aalglatten Systemprofitierer, dass eigentlich diese Kastengesellschaften überall Standart sind, dass wir auch bei dieser extremen Ueberproduktion weltweit nie irgendwie kollektiv zur Ruhe kommen, mal Zeit finden nachzudenken (ich meine kollektiv), das stimmt schon traurig.

    Ich kann den Pessimismus verstehen, ich denke auch, im Herzen bin ich Pessimist. Das ist natürlich ganz schlimm, denn man sollte ja heiterer Traufgänger, Macher sein. Aber noch ehrlicher, ich bin ein pessimistischer Realist und ein optimistischer Träumer zugleich. Gut, dass Träumen nicht ab mit dem Alter, weiss auch nicht wieso, vielleicht ist es die Wiederholung des Grauen(haften). Aber so ganz ohne “I have a dream” wäre dann der Vorhang zu – für immer…

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Armin

    Ich finde, dass Thomas Stahl dazu (zu einer besser geordneten Zukunft) eine sehr beachtenswerte Haltung vertritt.
    Keineswegs bestreitend, dass derzeit vieles sehr im Argen liegt, postuliert er, sehr vernünftig begründet, und sei es erst auf längere Sicht, eine wahrscheinlich wesentlich bessere Menschheitszukunft, auch mit vollem Recht darauf verweisend, dass ein Großteil der Menschen heute materiell viel besser lebe, als je zuvor; daraus erwüchsen jede Menge Chancen.
    Ja, nochmal auch hier. Thomas ist ein Libertärer, und denen wird oft hemmungsloser Sozialdarwinismus und Materialismus vorgeworfen. Teils sicherlich zurecht. Er ist aber nicht so; das weiß ich.
    Dude ist eher sozialistisch angehaucht; deshalb ist er aber auch kein Jünger Stalins oder Mao-Tse-Tungs. Dude und Thomas waren zwar in manchem ziemlich konträrer Ansicht, aber sie hatten auch große Schnittmengen, diskutierten fair, sachlich, auch fröhlich miteinander.
    Das “Libertärsozialistische Stuttgarter Manifest” bekamen wir zwar noch nicht hin, aber jeder nahm von jedem etwas mit. Unter den vier Verrückten. (Es war noch einer dabei, aber ich beanspruche, ehrenhalber, der schlimmste zu sein. Wobei selbst das eine egozentrische Anmaßung sein mag.)
    Wir waren ja auch in Zürich – da waren es nur drei Gestörte – teils sehr kontroverser Meinungen, wodurch aber auch vieles in unterschiedlichsten Facetten auf den Tisch kam. Dude und ich waren zeitweise fast wie Hund und Katz, Du weder Hund noch Katz, und wohl gerade deshalb konnte manches genauer entwickelt werden.
    Der Turbokapitalismus überschlägt sich derzeit. Lange wird er nicht mehr halten.

  6. Anonymus sagt:

    Was soll die Aufregung ?

    Die ganze Deutsche “Retterei” von amerikanischen Hedgefunds, Bankerboni jedweder Nation etc. hat erst nach der letzten Bundestagswahl Fahrt aufgenommen und dieses Jahr werden die deutschen Stimmbürger gefragt werden, ob Sie so weiter machen wollen und in den nächsten vier Jahren Ihre Spargroschen auch noch einziehen lassen wollen zum “Retten” von irgendwem oder was ODER ob die Deutschen per Stimmzettel die NOTBREMSE ziehen.

    Ich glaube NICHT, dass die Notbremse gezogen wird, wahrscheinlich wird man sich in Berlin neu aufstellen müssen und andere Koalitionen schmieden, aber im Prinzip die selbe Politik weitermachen.

    Wenn ich jetzt lese, dass Deutschland erneut eine CD mit Kontodaten aus der Schweiz angekauft hat, das sagt doch alles. Was haben die Besitzer der Konten denn gedacht ? Haben die etwa gedacht nach dem Scheitern des Deutsch-Schweizer Abkommens bleibt die nächsten 50 Jahre alles so wie es jetzt ist? Lächerlich, nach der Bundestagswahl werden neue Verhandlungen starten mit dem Ergebnis, dass diesen Kleinsparern mit Durchschnittskonten unter 100 000 € das Fell über die Ohren gezogen werden wird. Warum haben die Ihr Geld nicht in Sicherheit gebracht und in Form von 1000,- Franken Noten in eine Stahlschliessfach im Keller der selben Bank deponiert ? Weil Sie auf die o,25% Zinsen nicht verzichten wollen oder weil Ihnen die Schliessfachgebühr zu teuer ist ?

    Unbeschdet der Tatsache, dass die Schweizer Banken die Kontodaten Ihrer Deutschen Kunden nicht oder nicht mehr wirksam schützen WOLLEN dürfte langsam auch dem Dümmsten klar sein.

    Die Schweizer Grossbanken wollten ja selbst Jahrelang Ihre Schweizer Retailkunden nur los werden, viel zu viel Aufwand bei viel zu kleinen Gewinnmargen, erst Recht die doofen Deutschen. Inzwischen will man die Schweizer Kleinsparer wieder als Faustpfand, dass die Schweizer Regierung die Bank “rettet”, wenn man sich verspekuliert hat, aber die Deutschen Kleinsparer will man nach wie vor nur los werden, da kommt doch der unter der Hand Verkauf von Kontodaten CD’s gerade Recht, den Bankern, der Deutschen und der Schweizer Regierung, allen! Nur die Deutschen wollen es nicht glauben und so werden die auch weiter die Politik von Frau Merkel als Alternativlos weiter wählen.

    Also, was soll die Aufregung ?

Eine Antwort hinterlassen