Ein Licht dieser Welt

Zum ersten Male seit einiger Zeit – zum Glück bin ich nicht mehr so viertels, mich fahrlässig zu verlieben – dachte ich heute Abend mal zwischendrein, es sei doch irgendwie schade, dass meine Gesprächspartnerin schon unzweifelhaft vergeben.

Nein, ich werde nichts versuchen. Ihre Offenheit und natürliche Freundlichkeit, ihre Freiheit der Rede, haben mich aber sehr beeindruckt. Kein dummes Gepfitze, nichts Aufgesetztes, einfach ehrlich, unmittelbar, echt.

Wohl dem, der ein gescheites Weib hat.

Zudem verströmte sie – nicht zum ersten Male – verständige Liebe.

Sie ließ mich zwar mehrfach nicht ausreden, als ich der ernsthaften Dinge, derer wir erörterten, eine aus meiner Sicht nötige Erweiterung setzen wollte, aber das macht nichts.

Heute war nicht der Tag dafür. Vielleicht kommt er nie. Das ist aber unerheblich, denn das Schöne, das Gemeinsame, gerät dadurch in keinen Schatten.

Sie ist eine Heilerin. Ich bin mir sicher, soweit man das so aus dem Bauche und ein paar Gesprächen heraus sein kann, dass sie eine ist. So viel Gutes entströmt ihr, dass alles dafür spricht.

Ich sei noch ein Kämpfer, stehe stets im Kampfe. Ja. Immerhin keine allzuharte Rüge für solches Sichvergeuden.

Eine Frau, wie ich sie nur jedem anständigen, wackeren Manne wünschen kann. Den sie liebt, wird sie auch aussprechen lassen.

Es macht nichts, dass sie meine nicht werden wird.

Sie ist ein Licht dieser Welt.

 

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