Keine Kinder mehr, weil…

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13 Antworten zu “”

  1. Jochen sagt:

    …das Leben ein einziger Sch(m)erz ist.

    Das (m) in Klammern, weil die Menschen nie alle derselben Meinung sind. Es kann sogar passieren, dass die Meinung desselben Menschen sich von Tag zu Tag ändert. – Heute will ich keine Kinder, weil…/ Heute will ich Kinder, weil… – dann irgendwann kommt der Punkt, dann hätten manche gerne Kinder, doch dann geht es nicht mehr. Doch wie arg ist der Verdruß, wenn Kinder schon da und sie nicht dem entsprechen, wie man sie sich vorgestellt hat. Wie bekommt man sie dann wieder weg?
    Was die männlichen Nachkommen angeht, so war das wieder Verschwinden lassen früher relativ einfach. Sie wurden in sinnlose Kriege geschickt. Über die weiblichen Nachkommen wurden Bomben abgeworfen. Mancherorts passierten diese Dinge noch gestern. Heutzutage spritzt man sie alle zusammen einfach gesund. Oder zersägt ihnen das Hirn ab Kindergarten, besser noch ab Krippe.
    Dann trichtert man ihnen ein, keine Kinder mehr bekommen zu wollen. Doch hundsgemein, der Effekt ist so gestrickt, das Gegenteil zu bewirken. Da läßt die Jugend eine zeitlang die Hosen hängen – aus Protest gegen die Erwachsenen. Doch aus Kindern und protestierenden Jugendlichen werden Leute. Nur im Hirn, da bleiben sie alle Kinder. Es wollen von Kindern eben neue Kinder gewollt werden. Unausgereift im Denken, geht es in die nächste Runde. Bis mal einer fragt: Keine Kinder mehr – warum nicht? Das (m) in Klammern ist schnell vergessen. Das Leben ist eben doch ein einziger Scherz.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Jochen

    Gerade viele der Bewussteren wollen keine Kinder, sich sagend, dass sie ihren Nachwuchs nicht von klein an in den staatlichen Indoktrinationsanstalten, womöglich den ganzen Tag, vermurkst sehen wollen. Ein nicht leicht zu entkräftendes Argument.

  3. Thomas sagt:

    …ich der Negation der Aussage zustimme. Nr. 2 ist bereits in Produktion. ;)

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Gut, dass sich manch tiefer Blickende eben nicht kirre machen lässt.

  5. Thomas sagt:

    Nichts geht weiter, ist emotionaler, herausfordernder und manchmal auch schwieriger als Kinder. Aber ein Leben ohne Kinder ist kein Leben. Nur weiß man das erst, wenn man selber welche hat. Das aber Leuten beizubringen, die selbst bisweilen keine Kinder haben ist unmöglich. Meist fehlt es diesen Menschen diesbezüglich an Mut – und ich kann das verstehen. Oder es ist Bequemlichkeit: das eigene Leben ja nicht zu stark verändern wollen. Komfortzonenbewahren.

    Auch stimme ich Jochen in weiten Teilen zu. Da gilt es sich zu wehren wann und wo immer man kann, sobald man das heutige “Spiel” verstanden hat. Aber dewegen auf Kinder verzichten ist die schlimmste, unbemerkte Selbstbestrafung und der tragischste Fehler, den man begehen kann. Vor allem dann, wenn man selbst tief blickend ist. Man verschwendet ein mächtiges Potential für Veränderung in der Zukunft und gibt dem System damit klein bei.

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Ich spräche Kinderlosen zwar nicht ab, dass sie lebten: ansonsten aber volle Zustimmung. Du sagst auf den Punkt, worum es geht.

  7. Jochen sagt:

    @ Thomas und @ Magnus

    “Man verschwendet ein mächtiges Potential für Veränderung in der Zukunft und gibt dem System damit klein bei.”

    Sagen wir mal ab dem Jahr Null unserer Zeitrechnung an gerechnet. Nie haben sich die Menschen davon abbringen lassen, Kinder in die Welt zu setzen, obwohl es oft drunter und drüber ging, die Welt in Schutt und Asche gelegt wurde und Systeme in denen Menschen leben, sich bis heute an Kälte scheinbar gegenseitig zu übertreffen versuchen.

    Wohin, frage ich Euch, ist in all dieser Zeit das Potential für eine positive Veränderung der Zukunft abgesickert?

    Mag sein, Ihr könnt der gegenwärtigen Situation noch Positives abgewinnen. Dann freut es mich für Euch. Ich jedoch kann das nicht. Was Menschen machen, um anderen Menschen täglich das Leben schwerer zu machen und es aber so hinstellen, als ob sie immer nur das Beste für einen im Sinn haben, ist an Ironie kaum mehr zu übertreffen. Und deshalb schrieb ich auch: “Das Leben ist eben doch ein einziger Scherz.”

    “Aber dewegen auf Kinder verzichten ist die schlimmste, unbemerkte Selbstbestrafung und der tragischste Fehler, den man begehen kann.”

    Ich denke hingegen, das dies der intelligenteste Schachzug ist, den man gegenüber dem System tätigen kann. Aber dafür muß man dieser Welt vollständig den Rücken kehren, und sich nicht selbst damit belügen wollen, als ob man durch seine eigenen Kinder auch nach seinem Tod weiterhin auf dieser Welt verbleiben könnte.

    Ihr bekennt Euch als Systemgegner bzw. als nicht (vollständig) mit dem System Einverstandene. Warum tut Ihr denn Euren Kindern und damit Euch selbst das Leid an, diesen Kampf jeweils in die nächste Generation hin fortzutragen?

    Gewiß gibt es immer mal schöne Stunden, Tage, Zeiträume, in denen man das System System sein läßt und nur die warmen Sonnenstrahlen genießt oder eine Liebe, die sich im Leben auftut (eine Liebe übrigens, die doch wieder nur den Tod gebiert). Aber was sind diese kurzen Zeiten gegenüber all der übrigen Zeit, in denen das System unser Gehirn zwangsbesetzt. Täte es das nicht, gäbe es auch keine Systemgegner. Die aber gibt es massenweise. Auch wenn sie sich ruhig verhalten und sich nicht öffentlich kundtun. Das sind genau die, die immer sagen, tun gegen das System können wir ja doch nichts. Doch! – man kann etwas sehr schlagkräftiges gegen das System tun. Ihm nämlich keine weiteren Opfer schenken. Kinder sind die hilflosesten Opfer, die es gibt. Und wenn es wirklich darauf ankommt, dann werden sie besonders und zuallererst von ihren Eltern im Stich gelassen. Es gibt nur ganz, ganz selten Eltern, die sich sogar ins Gefängnis einschließen lassen (in der Regel bei uns Beugehaft genannt), nur weil sie ihre Kinder vor der Gewalt des Systems zu bewahren versuchen. Aber selbst damit ist großflächig noch nie etwas erreicht worden.

    Als Kind und als Jugendlicher stand ich IMMER alleine gegen die Gewalt des Systems. Das habe ich mir damals geschworen, tue ich keinem Kind (Nachkommen) an. Nicht dass ich Kinder nicht mag. Kinder sind noch mit die freundlichsten und liebenswertesten Wesen, die ich kenne; jedenfalls in der Regel. Aber es gibt auch keine bedauernswertesten Wesen als Menschenkinder. Deshalb habe ich schon im jugendlichen Alter beschlossen keine zu bekommen und mir tut es heute nicht leid, dass ich keine Kinder habe. Ich bin sogar sehr froh darüber, dass es so ist. Und für mich war es und ist es immer noch, die weiseste Entscheidung, die ich je in meinem Leben getroffen habe. Diese Welt hier, so fand ich meinerseits immer, ist nicht meine Welt. Und wenn es nicht meine Welt ist, wie könnte es dann die Welt meiner Kinder sein? Und warum sollten meine Kinder, würde ich welche haben, viel anders denken als ich es tue?

    Interessant finde ich, dass sich meine Einstellung sich mit dem deckt, was in der Bibel steht.

    Johannes 18:36 Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, daß ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier.

    Sind denn unsere Kinder nicht auch unsere Diener, wenn wir ihnen im Kampf gegen das System das auftragen, wozu wir selbst nicht in der Lage waren es zu vollbringen? Nämlich das System zu besiegen. Im Grunde sind Eltern so nur die Mörder ihrer eigenen Kinder. Und die sollen dann wieder die Mörder ihrer Nachkommenschaft sein? Wie lange soll das noch so weitergehen? Etwa bis in alle Ewigkeit?

    “”Ich will Erben, so spricht Alles, was leidet, ich will Kinder, ich will nicht mich,” -
    Lust aber will nicht Erben, nicht Kinder, – Lust will sich selber, will Ewigkeit, will Wiederkunft, will Alles-sich-ewig-gleich. “”
    (Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Seite 401-402)

    Wenn so Alles spricht, dann ist meine Rede die des Nichts. – Nichts ist weiser als Alles. Und was ist die Lust? Sie ist Nichts.

  8. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Jochen

    “Diese Welt hier, so fand ich meinerseits immer, ist nicht meine Welt.”

    Wieso, wozu bist Du dann hier?

    Nur, um das herauszufinden?

    Erinnert mich an einen Spruch Schopenhauers: “Das Leben ist ein verdrießlich Ding; so habe ich beschlossen, es damit hinzubringen, darüber nachzudenken.”

  9. Dude sagt:

    Jochen spricht dazu weitestgehend genau das aus, was auch meine eigenen Gedanken sind.

    Dennoch verstehe ich auch Thomas.

    Letztlich muss es jeder für sich Selbst entscheiden.

    Beide Seiten haben ihre Vor-, als auch Nachteile, wobei ich klar sagen muss, dass für mich die Vorteile bei bewusst gewählter Kinderlosigkeit deutlich überwiegen.

    Liebe Grüsse euch

  10. Jochen sagt:

    @ Magnus

    “Wieso, wozu bist Du dann hier?”

    Das müßtest du dir aber auch selbst beantworten können. Ich bin eins dieser Opfer der Lust, des Unverstandes und des Egoismus von anderen. Und da ich schon mal hier bin, ist mein Weg wohl der des Nachdenkers und des Provokateurs, damit auch andere zum Nachdenken kommen mögen.

    Was den Spruch Schopenhauers betrifft – Was Magnus tust du anderes? Auch du bist ein Opfer, bist aber nun mal hier auf dieser Welt und du setzt deine Fähigkeiten und dein Denkvermögen dazu ein, um das Leiden von anderen auf dieser Welt hier zu verringern und dem Egoismus und dem Wahnsinn die Stirn zu bieten – Beispiel: Religiöse und rituelle Beschneidung von Knaben und Mädchen.

    Der Wahnsinn, der Egoismus und die Opfer hörten auf, wenn die Opfer sich selbst eingestehen würden, daß sie diese Welt damit in Gang halten, so egoistisch zu sein, weitere Opfer zu zeugen. Und das bedeutet nicht, daß irdische Machthaber keine Opfer wären. Ihr Egoismus und ihr Hang zum Wahnsinn ist nur noch ein wenig größer, als der von den Menschen, denen sie ihren Egoismus und Wahnsinn aufzwingen können, weil diese es zulassen.

    Der anscheinend wahnsinnig gewordene Un aus Nordkorea ruft zum Krieg auf und sein ganzes Volk heißt plötzlich auch Un.

    Un gäbe es mich heute nicht, dann ginge ich morgen.

    Viele Grüße

  11. Jochen sagt:

    @ Magnus

    Gäbe es mich als Mensch nicht, was würde es mich kümmern?

    Wo war ich vorher, wenn nicht da, wo ich auch nachher wieder sein werde.

    Und würde ich in meinem Leben neues menschliches Leben zeugen, dann verdiente ich ihn erst recht, den Tod. So aber hat der Tod in mir nichts. Denn ich gebe ihm von mir nicht Alles. Ich sehe ihn schon jetzt weinen deswegen, den Tod. Mit mir hat er seine liebe Not. Und seht, er wird ganz rot – vor Zorn. Ich liebe es zu sein in seinem Auge, ein Dorn.

  12. Thomas sagt:

    Jochen, ich glaube, du übersiehst Wesentliches in deiner Analyse:
    Die Welt hat sich seit jeher für den Menschen zum Positiven gewendet. Eine Berg- und Talfahrt, sicher. Aber die Tendenz geht stetig hin zu immer mehr Freiheit, zu immer mehr Selbstbestimmung und zu immer mehr Wissen. Es ist nur eine Frage der Zeit (vielleicht ein paar Tausend Jahre, wer weiß). Einzig die Kurzsichtigkeit des Menschen ist schuld daran, dass es immer wieder Rückschläge gibt in der Geschichte. Auch wir stehen kurz vor so einem gewaltigen Rückschlag bzw sind schon lange in den Vorboten gefangen. Da aber zu sagen, ich werfe mein eigenes Leben in die Tonne und verzichte auf das Schönste, was es im Leben eines Menschen geben kann, ist das, was ich oben schrieb: Die größte Selbstbestrafung, die man sich antun kann.

  13. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Jochen & Thomas

    Niemand, Jochen, zweifelt an Deiner Redegewandtheit und der Tiefe Deiner Gedanken. Trotzdem springst Du meines Erachtens zu kurz. Thomas bringt es wiederum so auf den Punkt, dass ich seiner Rede zunächst nichts hinzuzufügen habe.

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