Botschaft vom Schwaben

Reicht es bis zum Oktober dieses Jahres, so werde ich es geschafft haben (Futur II, Freunde der Nacht!) 50 Jahre lang lebensuntüchtig und nutzlos gewesen zu sein. Das gefällt mir ungemein.

Endlich mal ein Schwab, der ein halbes Jahrhundert lang nix gschafft hat! Es geht also doch!

Allerdings ist es frech, dass ich mich dessen nichtmal schäme. Jeder anständige Schwab wäre dessenthalben schon längst vor Scham im Boden versunken.

Ich habe bislang nur Anhaltspunkte, weshalb ich so außerordentlich aus der Art meines Volksstammes schlage. Mal versuche ich die Schmach einem Übermaß an Neandertalergenen zuzuschlagen, mal ziehe ich meinen schweren Unfall als Kind bei, mal der nie verdauten, ebenfalls als Kind unverständig vernommenen, bis heute nicht recht begriffenen Sentenz, dass wegen der Steuern undsoweiter blöd sei, wer keine Schulden habe.

Außer in Kunst, Musik und Betragen war ich in allen Schulfächern fast immer oberhalb von befriedigend. (Hatte nur in Franz in der Elf, als ich’s ablegte, mal eine Vier. Bei einem Arschloch in Deutsch auch mal eine Drei. Weiter runter schaffte er’s nicht.)

Inzwischen, so läuft das halt mit der Psyche von Leuten, die nichts einsehen wollen, bin ich stolz darauf, dass ich nie funktioniert habe. Ich weiß auch genau, was am Grunde dieser Frechheit liegt. Das aber werde ich hier nur teilweise erklären.

Also zum erklärenden Teile.

Ich habe so oft gesehen, wie man die Besseren und Besten zugunsten der Mittelmäßigen und gar Untermittelmäßigen, der Schleimer, aussortierte, dass es keine Bedeutung mehr an sich birgt, wann ich in den Augen anderer wie sehr oder wie wenig zu unterdrücken unterwegs war.

An einem heutigen Gymnasium wäre ich wahrscheinlich spätestens in der Neunten durchgedreht, rausgeflogen, hätte eine Lehre an Holz oder Metall begonnen. Damals durfte man dort noch eine eigene Meinung haben. Das gab zwar manchmal auch schon Ärger, aber man flog, wenn die Noten stimmten, nicht raus.

Selbst die Freimaurer unter den Lehrern hielten sich noch an eine gewisse pädagogische wie fachliche Fairness. Man durfte widersprechen, konnte mit ihnen reden.

Nein, ich bin kein “früher-war-alles-besser-Typ”. Ich sehe aber klar den Unterschied. Ich kenne mich aus. 15 Jahre Nachhilfelehrer und Vater zweier noch schulpflichtiger Kinder.

Mein Sohn wird, desfalls Realschule, einen Satz eines polnischstämmigen Mitschülers (da hat er noch Glück) korrigierend, “Grammatik-Nazi” genannt. Das ist kein Problem. Sagte er auch nur einmal Vergleichbares in die andere Richtung, so wäre er fällig. Ich, wie auch immer das ausginge, dazu. Also lehre ich inzwischen das kluge, fallweise, vorläufige Ducken.

Schuldenkrieg, Schießkrieg, Migrationskrieg: Man verheizt ganze Völker. Nicht nur die Deutschen, obzwar die besonders: alle.

Seit 1990 gibt es kein Halten mehr. Völlig unschuldige Begriffe werden schuldig gemacht, kaum noch einer (das ist jetzt schon politisch unkorrekt, weil ich nicht mit “oder eine” die Rede sinnlos, mich bückend, verlängert) wagt öffentlich klare Rede.

Wenn man es so weit treibt, kommt es dahin, dass selbst ein Schwab nix mehr schafft. Jedenfalls nichts mehr, was gefragt.

Inzwischen muss man schon aufpassen, über welchen Witz man noch lachen darf. Es herrscht das Gesindel. Nicht aber über meinen Geist. Da mag es goldmannsachsen so viel es will. Genderasten und klimalügen. Historisch sowieso alles hindrehen, wie gewünscht.

Bei mir, Freunde des Dunkelziehens und -zeihens, ist der Zug längst abgefahren. Lasst Ihr mich umbringen, so gehe ich in dem Wissen, weshalb. Und es ist mir sogar egal, ob ich je wiedergeboren werde. Ich brauche nämlich auch diese Vorstellung als Sedativ nicht. Es lebt nur der, der auch mit seinem endgültigen Tode rechnet.

Ihr habt nicht Kleist noch Schiller noch Hölderlin stoppen können. Dann errrichtet halt Eure Weltdiktatur. Dann bin ich erstmal weg, und es wird mir nicht wehtun.

Verrichtet ruhig, wie Herr Blankfein meinte “das Werk Gottes auf Erden”. Ich scheiße auf diesen Euren Gott. Und ich brunze und speibe noch drauf.

Ihr habt, ja, das verrate ich Euch mit Vorsatz, keine Männer und keine Frauen mehr. Letztlich damit nichts. Insofern habe ich Euch noch ungebührlich gelobt, indem ich Euch Gesindel hieß. Denn selbst beim Gesindel gibt es noch Männer und Frauen.

Ihr seid… : Ja, was seid Ihr eigentlich?

Zombies? – Nein, das trifft es nicht.

Geisteskranke? – Ja, das trifft.

Lieblos, grausam, pervers: Wie viel Diagnose braucht es noch?

Ich habe keine Angst mehr vor Euch. Geheimnisse, die aus mir rauszufoltern wären, habe ich eh keine. Mich könnt Ihr allenfalls noch zum Spaße foltern. Vielleicht gefällt Euch das. Ich werde es desfalls überstehen. Irgendwann bin selbst ich tot.

Na und?

Was ist dann gewonnen?

Viel Spaß mit der Weltdiktatur. Ich muss mir die dann nicht mehr angucken. Die habt dann Ihr an der Backe. Da lache ich schon vorsorglich.

Und: Ihr werdet es mit einiger Wahrscheinlichkeit noch nicht einmal dahin schaffen, dies Euer Selbstsklaventum zu erleben. Allzuviel steht dawider. Großes Glück, wenn die Menschheit Euch nur aufhängt. Das geht schnell.

Fahrt Ihr nicht Außerirdische ein, die technisch so überlegen, dass jeder per Knopfdruck ausgeknipst, der nicht guttut, die Menschheit endzuversklaven oder auszurotten, so habt Ihr schlechte Karten.

Das festzustellen – hättet Ihr wohl gern, wa? – brauche ich kein bisschen “spiri”. Da genügt die einfache Logik eines Einzigen, der lediglich das Denken gelernt.

Ich kenne die Funktionsweise Eurer Schwarzbuden. Es ist immer derselbe Stiefel, dasselbe Prinzip. Perverse, Machtgeile, Psychopathen, leiten Schwache, Verirrte an: Das war’s.

Ihr könnt Euch Eure Pyramiden, Euer Allsehendes Auge zurück in den Arsch schieben, mitsamt Eurer ganzen restlichen Obskurantenscheiße.

Bald fünnefzig Jahre, Ihr Schwachmaten: Bei mir aber ging nix.

 

 

 

 

 

 

 

 

— Anzeigen —


Tags: ,

3 Antworten zu “Botschaft vom Schwaben”

  1. Dude sagt:

    Bravo! *sign*

  2. Thomas sagt:

    Uiuiui, großes Säbelrasseln; ein sich mit der Welt von heute Anlegen. David föhnt Herrn G. mit Macht. Dazu das Bekenntnis zur Unabhängigkeit. Freiheit in höchster Logistik.

    Standhaft. Frech. Wissend. Bewusst.

    Was kann die Welt der Wahrheit?

    Doch sei nicht allzu vorlaut der Folter betreffend, dies schreckte mich im Texte. Egal ob Geheimniserhascherei oder zum Spaße, zur Folter einladen solltest du nicht. Folter bricht jeden. Auf Kurz oder Lang.

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Ich wusste wohl, dass das mit der Folter grenzwertig sei, hier hinzuschreiben.

    Ich bin mir aber sicher, dass mich Folter nicht eigentlich brechen kann. Im Momente sicherlich. Teils habe ich das schon erlebt. Sterben ist aber nicht so schlimm. Es geht dann um eine Wahl. Das kann, wenn er es, weiterer Folter zu entgehen, wirklich will, jeder irgendwie.

    Dies Bewusstsein, diese Freiheit klarzumachen, ist mir wichtig. Deshalb schrieb ich so. Wir haben mit allem zu rechnen. Also rede ich davon.

    Raus aus der Angst ist der Schlüssel.

Eine Antwort hinterlassen