Rechner und Weiber

Grade ergab sich ein kleines Späßle.

Sohn hat einen neuen Prozessor bekommen, sehnsüchtigst begehret, auf dass sein Rechner auch bei Spielen der 33sten Spaßgeneration in 666facher Schärfe läufig.

Kam er, erklärte mir, sein Elektrokastenmentor habe ihm bedeutet, da müsse man vor Einbau irgendeine Paste draufstreichen, am besten mittels einer Kreditkarte(!).

Ich entgegnete, dass er das mit jenem ausmachen solle, ich verstehe, wie er doch wisse, so ziemlich von allem etwas, außer von Computern. “Ach so, ja, vielleicht noch vom Weiber aufreißen; davon verstehe ich in der Tat auch nicht allzuviel.”

Er lachte nicht, bloß ich.

Merkwürdig: Frauen sind ja nun wirklich keine Nahverwandten von Rechenmaschinen; kaum könnten Zweie unterschiedlicher sein, als Computer und Weiber. (Gut, auch Frauen stürzen manchmal ab; mitunter fast ebenso unerklärlicherweise; Geduld ist mit beiden nicht selten vonnöten; damit dürften die Gemeinsamkeiten der beiden Entitäten aber wohl ziemlich erschöpft sein.)

Computer sind grunddumm und völlig instinktlos; Computer waschen sich nicht und lassen sich von jedem anmachen; Computer funktionieren binär; Computer trinken nie auch nur ein Glas Wein mit; Computer stehen nie von selbst unter Strom.

Computer besitzen keinerlei Anmut (für mich jedenfalls nicht, für manchen offensichtlich aber schon). Computer lassen sich in der Regel befehlen. Computer sind, zumindest wenn neu konfiguriert und nicht defekt, nicht nachtragend.

Kein Wunder also, dass mancher lieber dauernd an seinem Rechner rumfummelt. Mehr als einen 230er-Stromstoß, wenn sehr unvorsichtig, kann er sich da nicht einfangen. Den überlebt man mit gesundem Herzen meist.

Computer haben sogar einen Ausknopf. Wenn der nicht mehr tut, zieht man den Stecker und hat mit Sicherheit seine Ruhe. Im schlimmsten Fall nimmt man den Akku raus.

Computer bekommen auch keine bläkenden kleinen Krabbeltiere, sobald man nicht aufpasst. Sie veralten zwar in der Regel schneller als Frauen, aber dafür sind neue erheblich preiswerter.

Oh je: Was schwatze ich da bloß wieder vor mich hin…

 

 

 

 

 

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4 Antworten zu “Rechner und Weiber”

  1. Thomas sagt:

    Wiebittewas? Computer besitzen keine Anmut?

    Guggst du hier:
    http://www.chip.de/ii/148835673_f1ccc0b111.jpg

    Is das nix Anmutiges?

    Oder hier:
    http://www.chip.de/bildergalerie/Case-Modding-Meisterschaft-IFA-2006-Galerie_21760561.html

    Es gibt Menschen, die verpassen ihren PCs mehr Schönheits-OPs als deren Frauen, sofern vorhanden, jemals in ihrem Leben abbekommen könnten.

  2. Thomas sagt:

    Zur Kreditkarte: Warum so kompliziert? Er soll die Wärmeleitpaste einfach dünn mit dem Finger draufstreichen. Was zuviel ist, quillt durch den Druck des Kühlers und der Temperatur zu den Seiten raus. Und Lufteinschlüsse sind heute, bei dem Bisschen Abwärme, was heutige Prozessoren machen, im Vergleich zu den früheren Generationen auch nicht mehr so wild. Es sei denn er hat jetzt nen Prozessor mit 125W TDP, wovon ich nicht ausgehe, da sollte man es noch etwas genauer nehmen.

  3. Dude sagt:

    Beides rätselhafte Mysterien sondergleichen, wobei Frauen aber ganz klar um ein vielfaches mysteriöser sind, denn Rechner kann man – mit viel Wille, Geduld und Disziplin – durchaus verstehen lernen, was wohl ihrem binären Aufbau, sowie ihrer Strukturiertheit zu verdanken ist. :-)

    Im Unterschied zu den Frauen kann man sie auch nicht unter den Tisch saufen, aber dafür kann man sie vom (nein, nicht “auf dem”, ihr Schweine! ;-) ) Tisch stossen.

    Der Grund für diese markanten Unterschiede ist eigentlich ganz simpel: Rechner sind Werkzeuge bzw. Instrumente, während Frauen indes göttliche Individuen sind, manchmal gar verkannte Göttinnen, aber dieser Tage leider äusserst selten.

    Um aber nicht auch noch ins Schwatzen zu verfallen, ende ich hiermit besser mal…

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas & Dude

    Also die erste Schönheit, die Du hier zum Thema Computeranmut zur Ansicht verlinkt hast, sieht aus wie ein großvolumiger V-zylindriger Mopedmotor mit mächtiger aufgesetzter Weißblechhupe. Feinster Rechnerakt. (Dude: Wenn Du diesen Klotzbertl unter den Tisch saufen willst, solltest Du vorsichtig sein: besser Sicherheitsstiefel anziehen.)

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