Konstantin noch unter der Alb?

Konstantin hat sich klandestin von der Schwäbischen Alb her bei mir gemeldet.

Die Bundestagsverwaltung habe erklärt, die Reinigung der Reichstagskuppel habe 3000 Milliarden Euro gekostet. Es sei erstmal nicht mehr lustig. Alle Büttel von Freiburg bis Usedom seien hinter ihm her.

Er habe aber eine Höhle gefunden, wo er wohl nicht so leicht aufgespürt werden könne; insofern dürfe ich ruhig weitergeben, dass er unter der Alb zu vermuten sei. (Gut möglich, dass er in Wirklichkeit längst in Worms oder Maria Laach.)

Er meint, er wolle gleichwohl bald mal in Hamburg oder Frankfurt oder gar Rom aufschlagen.

Immer nur Graupensuppe in der Höhle, das sei auf Dauer nicht seins.

In Rom reize ihn denn doch die anstehende Papstwahl. Er müsse nunmal da hin, wo der größte Unfug stattfinde. Ich kenne ihn. Das meint er ernst. (Die Börse in Frankfurt laufe ihm nicht weg. Hamburg wolle er ohnehin nur wegen der bekanntermaßen schönen Frauen dorten mal heimsuchen.)

Er schließe auch nicht aus, auf einem Leichter nach Wien die Donau hinunt zu schippern. Immerhin gebe es dort ein Riesenrad, das er mal für eine Gedenkstunde anhalten könne.

Von London riet ich ihm aus gutem Grunde ab. Paris aber, wo sich ebenfalls hinreichend Zwielichter einfänden, dass er dort nicht leicht auffiele, brachte ich ihm, auch da mit der Schnelltram recht gut zu erreichen, noch zum Vorschlage.

Da er aber seine letzten Fränkli aus Züri, wie er sagt, in Berlin und auf der Flucht von dorten gelassen habe, die halbe Gedarmerie des Planeten auf seinen Fersen, wolle er sich auf keine Schwarzfahrt in der TGV-Tram verwagen. Er achte in seiner Höhle gut auf seine Stiefel; derer könne er sich verlassen.

Ich tippe darauf, dass er als nächstes die Münchener einseift.

Dahin braucht er zu Fuß nur einige Tage, und ich weiß, dass er denen schon lange zeigen will, woher kein Barthel kein Bier mehr holt.

Die anmaßende Art, die weißwurstbäuchichte Selbstzufriedenheit der Münchener, die gehe ihm schon lange, so wörtlich, “auf den Sack”. Die Hamburger seien zwar auch nicht wenig eingebildet, aber immerhin gebe es dort die schöneren Frauen. So ist er nunmal, der Konstantin.

Wer weiß also, was der Münchener Frauenkirche bald blüht. Oder dem Maximilianeum.

Leider kommt er wohl so bald nicht nach Stuttgart. Erstens sei dort schon ich, um nach dem Rechten zu schauen, zweitens könne er sich, wegen all der Älbler, die ihn womöglich doch schon beim Nachschube fassen gesehen und sich regelmäßig dahinverirren, zumindest vorläufig hier nicht sehen lassen. Auch meint er, man verstehe sich hier allzugut auf schlaue Leute: er werde hier überdies deshalb zu leicht erkannt.

Wahrscheinlich ist er schon längst in Passau.

 

 

 

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