Otfried Preußler: Man kann eben doch!

Otfried Preußler war vielleicht der bedeutendste Schriftsteller deutscher Zunge nach dem Kriege.

In einer Zeit hemmungsloser Dekonstruktion hielt er unsere Sprache hoch; wunderbar, klar, und das für unsere Kinder.

Die Kraft der menschlichen Liebe durchdringt sein ganzes Werk.

MAN KANN EBEN DOCH!

Die beiden Waisen Kasperl und Seppel, denen nur die Großmutter geblieben, besiegen mit ihrem beharrlichen Mut und Geschick noch den übelsten Zauberer.

Ich will nicht weinen, aber ich kann nicht anders.

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Als meine Buben noch sehr klein waren, erzählte ich ihnen öfter spontan frei erfundene Geschichten von den Abenteuern der Ritterbrüder Ingwald und Thorsson (das sind ihre Zweitnamen).

Leider zeichnete ich keine davon hernach auf, fand weiland keine Zeit zur Schriftstellerei.

Oh, da ward manches schlimme Ungeheuer listig besiegt!

Mancher böse Graf fand seine Grenzen!

Mancher dustere Himmel ward wieder klar!

Ja, gar lustig ritt man von Augsburg gen Verona, Mailand und Mantua.

Kein Teufel mehr konnte sicher sein Unwesen halten, wo immer eine Jungfrau in Not, ein Kind gar, wo auch nur ein Unhold hauste und die Gegend verwüstete, bekam er es mit Zweien zu tun, die keine Fährnis scheueten, die Welt wieder ins Recht zu setzen!

Selbst ein arger Kaiser, der sein Volk nur presste, war einmal zu stürzen.

Durch Hohlwege, Räuber rechts und links, durch dunkelsten Tann die beiden edlen Ritter, nicht Durstes noch Hungers noch Wundschlages so sehr fürchtend, dass sie je abgelassen vom guten Tun.

Ja, manchmal fürchteten sie sich auch. Denn gar unbesiegbare Gegner schienen bevor. Doch bezwang ihre Furcht sie nie.

Ihre Tapferkeit war ebenso gefürchtet, als ihre Klugheit.

Schon ihr Ruf schuf also den Bösen Schrecken.

 

 

 

 

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