Von den Metzen (der Königin)

In einem der Heiligsten Bücher, das der Menschheit geschenkt ward, Grimms Wörterbuch der deutschen Sprache, heißt es, unter dem Eintrage “Metze”, nach verschiedenen Ableitungen, die daselbst nachzulesen, unter 5): metze, in unehrbare bedeutung übergetreten, die pfaffenköchin, zuhälterin eines pfaffen

Sodann wird die arme, brave, ursprünglich ehrbare Mechthild, deren Kosenamen, auch noch zur Zuhälterin des Landsknechts, späterhin, in neuerem Sprachgebrauche, ganz allgemein, zur Hure.

Und wie widerfuhr es erst der Dirne, die zunächst, vom Lateinischen her als kleine Dienerin ins Deutsche gedrungen, hernach, ein “unschuldiges” Mädchen, eine Jungfrau, war!

Sprache kann wirklich gemein sein.

Ihr Fähnchen dreht sich immer wieder einfach in den Wind. Standhaftigkeit ist wahrlich oft nicht ihre Stärke. Was man ihr aber wiederum nicht vorwerfen kann, da sie den Schwächen des Menschen folgt.

Gleichwohl wird der studiose Philolog auch ihrer Konsequenz, Schönheit und Gerechtigkeit gewahren. Nicht nur im gut ausgefüllten Dirndl.

Ja: Die Etymologie ist durchaus das gut ausgefüllte Dirndl einer der vorzüglichsten Lieblingsprinzessinnen der Königin der Wissenschaften, alswelche bekanntlich die Sprachwissenschaft.

Hätte ich einen wirklich begabten jungen Mann auszubilden, oder eine entsprechende junge Frau auch, nicht nur für jene heruntergekommene, heutige sogenannte Matura, sondern dafür, es wenigstens in die Anwartschaft zur Leibgarde der Königin zu bringen, so wäre es andauerndes Pflichtfach, sehr genau in dies Dirndl nicht nur zu schauen, sondern genau darüber nachzudenken, exakt darüber zu referieren, was dorten gefunden worden sei.

Implantate? Hollywood? Ausstopfpapier? Beuys? Abrahamitisches Aufgebläse?

Der nicht hören will, also für Mundarten nichts übrig hat, der nicht lesen will, Sprachgeschichte, hiemit Menschheitsgeschichte erfassen, also Etymologisches, der soll eine Banklehre machen. Dort sitzt er, bislang, noch gut in der Gegend herum, als kleiner Diener der größten Lügner. Immerhin ein bisschen Schwindeln wird ihm dort sicherlich beigebracht.

Oh, bin ich vom Thema abgekommen?

Ja, zunächst nicht mit Absicht, dann aber mit Vergnügen und Verve.

Mir ist es schon lange egal, wer begreifen will oder begreift, was ich sage.

Zwar nicht immer, aber doch schon ziemlich oft.

An meiner Multiversität ist es schnurz, ob schon einer da, der den Präsidenten versteht oder auch nur von seiner Existenz weiß.

(Nochmal meine Verbundenheit mit Miguel de Cervantes Saavedra, der mir, zwar nicht alleine, aber doch entscheidend, den Weg mit der Königin gewiesen. Es wird wohl mal wieder kaum einen interessieren, was ich hier schrieb. Immerhin versuche ich, meinem besten Lehrer, dessen ich, außer Friedrich Nietzsche, nicht mehr angesichtig werden konnte, so wie Wilhelm Pötters, den ich glücklicherweise erleben durfte, so gut, als ich’s eben vermochte, wiederum meine Dankbarkeit zu erzeigen.)

 

 

 

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