Piraten braucht eben doch keiner

Ich wundere mich immer noch, wie viele ansonsten ernstzunehmende Leute (mit einigen disputierte ich persönlich), diesen Piratenhaufen als eine demokratische Alternative ansahen. Gar erwogen, dort mitzumachen.

Dabei war der Laden von Anfang an ganz offensichtlich ein Chaotenclub. Man wusste schon zu dem Wenigen, wo man sich Kompetenz zusprach, so gut wie nichts Kohärentes.

Man war noch nicht einmmal richtig schwul; selbst das nur halb. Zum Urheberrecht nur Gefasel. Friede, ja, der ist gut, aber wie man den herstellt und sichert, davon muss ein Pirat nichts wissen, also auch nichts sagen. Geld? Soll einfach jeder haben, da interessiert es nicht, wo es herkommt, wer es druckt.

Zuwanderung? Ja, die gibt es, aber das Thema ist zu heikel. Da haben sich schon andere verquatscht.

NATO? Ist das nicht ein neues Computerspiel? Drohnen? Klingt wie Dröhnung.

Ich lache jetzt aber über die Seppel, die Karrieristen, die sich sehr schnell einfanden, um über die Piraten als Gutmensch ein Mandat zu ergattern, sich so zu sanieren, denen das jetzt wohl kaum noch gelingen wird.

Ob die Industrie ein besonderes Interesse an Vorträgen von gescheiterten Piraten hat, darf bezweifelt werden. Arbeitsverträge dort, wo man etwa etwas leisten muss, gar? Oh je. Und dafür, hinreichend gute Kontakte zu den Stadtwerken von Pleitekommunen aufzubauen, um denen für sinnloses Geschwätz die Penunze der Bürger aus der Nase zu ziehen, dürfte die Zeit nicht gereicht haben.

Ja, ich kenne das Argument, es sei sooo schade, dass wieder so viel Energie verpufft sei, wieder so viel Enttäuschung geschaffen (wenn mir noch einer das Lob erteilt, ich hätte die Piraten mittels meiner despektierlichen Kommentare gerichtet, kaufe ich mir eine gute Flasche Wein); es ist auch nicht ganz hohl.

Aber: Habe ich diese Simpel hochgeschrieben, oder war es die Schafspresse? Wer hat da was?

Außerdem wird es jetzt nicht mehr so leicht sein, mittels einer derartigen Dallbatzversammlung Kräfte zu binden. Die nächste parteipolitisch organisierte neue Deppenverarsche wird es weitaus schwerer haben.

Was ist da alles zusammengeschwärt. Chaotentum, Firlefanz, Inkompetenz, Gier, gewaltiges Aufsprechen mit nichts dahinter, jede Sorte Möchtegerntum, Ausgrenzung jeder patriotischen Position, Wegducken vor allen außer dem Netz relevanten Themen, ausgelatschte Sandalen von Grünen, Schwächeanfälle, die wahrscheinlich noch nicht einmal simuliert werden mussten, endlich der Absturz in der Wählergunst.

Endlich.

 

 

— Anzeigen —


Tags: , ,

3 Antworten zu “Piraten braucht eben doch keiner”

  1. Tachles sagt:

    Oh, der Herrgott spricht. Allein, besser schafft er nicht.

  2. Thomas sagt:

    Besser schafft immer einer. Den zu finden ist Aufgabe der Schafsmedien jedoch nicht. Nur da hängt der Hammer.

  3. Anonymus sagt:

    Ich habe mich nie mit dem Haufen beschäftigt, aber ein Programm wofür der Namen stehen könnte (Konjunktiv) fände ich sehr attraktiv, nämlich alte Zöpfe im Dutzend billiger abzuschneiden.

    Da fällt mir ein Haufen zu ein :

    Abschaffung der ASU, seitdem es kaum noch Autos mit Vergaser gibt, an der Einspritzelektronik gibt es nichts einzustellen, deshalb heisst das ja auch ASU = Absolut Sinnlose Untersuchung.

    Wo wir einmal dabei sind, wie geht das zusammen, dass der Kaminfeger zweimal kommt, einmal wird das Rauchgas untersucht ob da irgendwelche kleinsten Russteilchen drin sind und dann wird der saubere Kamin beim zweiten Mal gebührenpflichtig gefegt.

    Parkuhren könnten allesamt abgesägt werden und durch blaue Zonen ersetzt werden

    Wenn die Kosten des öffentlichen Nahverkehrs eh zu 60 % subventiniert werden, könnte man das Verkaufen von Fahrscheinen auch ganz einstellen und ist damit einen grossen Kostenposten los.

    DIE PILLE könnte frei verkäuflich sein, ich begreife nicht, wieso sich 18-Jährige Mädchen auf Krebs untersuchen lassen MÜSSEN, um die Pille verschrieben zu bekommen.

    Ich weiss nicht, wie das heute ist, aber zu meiner Studentenzeit hiess es schon, wenn man das Geld für das Prüfen der BAFÖG-Anträge sparen würde, könnte man jedem Studenten aufgrund seiner Immatrikulation auch BAFÖG bezahlen.

    …mit einem Wort, das ganze teure, lästige, ärgerliche Pfründenunwesen zu unser aller Nutzen zu zerschlagen

Eine Antwort hinterlassen