Von der Weiber Eifersucht

Lustig ist’s, zwar nicht immer, aber manchmal doch, wenn Weiber gar recht grundlos eifersüchtig sind.

Ich kennne einen P. (Anfangsbuchstaben aus Sicherheits- und Diskretionsgründen von mir geändert), dessen V. sofort auf hundertachtzig, wenn er den Namen der berüchtigten Anderen nur ausspricht, ach was, wenn nur ein Wort mit dem Anfangsbuchstaben ihres Namens beginnt, einem im Deutschen nicht seltenen Anfangsbuchstaben, da steigt ihr Adrenalinspiegel wohl schon um 200 Prozent.

Obschon V. sonst sehr patent und intelligent, hat sie irgendwie immer noch nicht gemerkt, dass ihr Alter sich schon lange einen gezielten, praktisch stets treffsicheren Spaß daraus macht, jene irgendwie in Erwähnung zu tun. (Ja, auch Männer können boshaft und manchmal fast grausam sein.)

Der Unterhaltungswert der Sache ist offenkundig so groß, dass P. die Versuchung nicht von sich zu schlagen weiß, auf diesen Knopf zu drücken einfach nicht unterlassen mag. Es klappt, soweit ich weiß, einfach immer.

Dabei bleibt stets unklar, obschon klar, dass jene ihn schon mächtig angemacht, ob er je etwas mit ihr gehabt hat. Das rättelt sein Weib noch umso mehr. Manchmal scheint sie mir nicht mal dessen sicher, noch schlimmer, inwieweit er selber weiß, wann vielleicht mal was lief, in tiefer Nacht, oder besser, Mitumnachtung, denn jene hat mal mindestens inzwischen einen wenigstens mittelprächtigen Schatten, ist dafür allseits bekannt. (Sie ist auch nicht gerade das, was man früher, zu freieren Zeiten, noch eine Sexbombe nannte.)

Es reicht ganz einfach, mag er sie nun irgendwann mal im Lutherschen Sinne erkannt haben oder auch nicht, dass er jene zweifellos kennt. (Ich bin Zeuge, dass er sie schon sah. Hübe die Hand drauf.)

Man kann sich, natürlich, mit einigem Fuge fragen, ob V. das Spiel nicht schon längt gedreht habe, sie innerlich nur darüber lacht, wie ihr Dackel das immer wieder ansetzt, nicht merkt, dass sie sich nur künstlich aufregt. Desfalls wäre sie eine begnadete Schauspielerin. Es wirkt jedenfalls so konsequent echt, wie das nur geht.

Sie droht mit Scheidung, härtestenfalls, ihm morgen die Linsen nicht botmäßig zu wärmen: es gibt wahrlich kein Grüß Gott.

Ich habe mich sogar schon dabei ertappt, jene scheinbar beiläufig zu erwähnen, bloß auf dass die Szene in Gang gesetzt sei. Ich Böser.

Indes: Man soll eifersüchtigen Weibern ihren Lauf lassen.

Alles andere hilft sowieso auch nicht.

Oder noch weniger als das.

 

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