Wat’n dat’n???

Gerade ist mir ein wenigstens mittlerer Scheißendreck passiert. Ich traue diesem Elektrokasten und seinen merkwürdigen Verbindungen keinen Stecken mehr.

Ich hatte zwei sehr positive, botmäßige, höfliche, sprachlich einwandfreie Kommentare auf eine Netzseite geschickt, sie waren dort angezeigt, in der Warteschleife zur Freischaltung.

Ich schaute später wieder nach, sie waren weg.

Ich ging also davon aus, dass der Betreiber der Seite sie einfach zensiert haben müsse, hakte dessenthalben, etwas bissig, nochmal nach, und – simsalabim! – die noch nicht freigeschalteten Kommentare waren bei mir wieder sichtbar.

Ganz schön bescheuerte Sache. Ich habe mich entschuldigt, hoffentlich kommt das an, und der Seiteninhaber glaubt und verzeiht mir.

In diesem Falle wäre die Sache negativenfalls besonders ärgerlich, da ich den Mann sehr schätze und erst kürzlich einen guten Netzkontakt mit ihm aufgebaut habe, den ich zum Behufe weiterer Zusammenarbeit durchaus vorhatte, aufrecht zu erhalten und gegebenenfalls zu vertiefen und auszubauen. So ein Schiet. Da kann ich sarkastischerweise nur noch sagen: Zum Glück (hoffentlich) war es keine Frau. (Er sagt, er sei ein Mann.)

Wenn mir dieses Elektromonster jetzt nochmal die Absätze frisst, nein, vorher schon, ich trinke jetzt mal präventiv einen Ouzo.

Kreuzkrabbensack aber auch!

So ein Blödsinn!

Nicht unwahrscheinlicherweise hält der Mann mich jetzt für einen Idioten oder einen Choleriker, Hysteriker oder sonst eine Sorte -iker.

In dem Falle, wie gesagt, wäre das sehr ärgerlich und mir auch peinlich, da der nicht zu jenen gehört, bei denen es mir egal ist, was sie von mir halten.

Ich frage mich jetzt aber, wie ich derlei Malheur künftig vermeiden könne.

Dass der Mann, mir zum blanken Possen, die Kommentare zunächst herausgenommen, dann wieder reingestellt haben sollte, ist zwar, technisch gesehen, nicht auszuschließen, aber doch sehr unwahrscheinlich. Wieso hätte er das tun sollen?

So langsam aber sicher werde ich ein bisschen paranoid. Neulich hatte ich – der regelmäßige Leser wird das mitbekommen haben, wenigstens, dass ich es behauptete – einen Text verbessert, die korrigierte Einstellung neu aufgerufen und geprüft, und nach einem guten halben Tage stand wieder das dort, was ich in der Form ganz bewusst nicht mehr hatte sehen wollen und deshalb geändert.

Irgendwann wache ich noch morgens auf, und hier steht, was ich noch nicht einmal geträumt habe.

Dann gehe ich zwar mit Sicherheit noch immer nicht freiwillig ins Irrenhaus, aber was erzähle ich den Leuten dann? Etwa, dass das der Simsalabim war, ganz sicher aber nicht ich?

Besonders nervt, besonders tückisch hier ist, dass man nie beweisen kann (wenigstens ich mit meinen technischen Kenntnissen nicht), dass man nicht gesponnen hat. Jaja, der Göller, mal wieder zu viel Nietzsche gelesen, der ist am Schluss ja auch durchgedreht, dann noch ein Ouzo zuviel…

Vielleicht weiß ja der Google oder die CIA, was da manchmal vor sich geht. Bloß: Soll ich bei denen anrufen und einfach mal nachfragen?

Lassen Sie sich aber mal ob dieser Berichterstattung den Tag nicht verdrießen.

Wenn Sie zwei Milliarden E-Briefe aus Nigeria bekommen, wo Ihnen Anteilsscheine auf die französische Fremdenlegion angeboten werden, ein Euro das Stück, garantierte Wertsteigerung von 30 000 Prozent im Jahr, wo Sie nicht kaufen, werden sie von denen übermorgen abgeholt, dann sollten Sie immerhin bescheid wissen, dass Sie vor den Chancen Ihres Lebens stehen.

 

 

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