Vom Weinschlumpf

Der Weinschlumpf ist ein ganz Lieber.

Erst kürzlich bekam er, soweit ich weiß, diesen ihm gebührenden Spitznamen.

Er lachte, freute sich in seiner unnachahmlichen Art darob.

Vor vielleicht einem Jahr sagte mir einer, der jetzt nicht mehr lebt, der C. habe früher noch zwölf Trollinger weggemacht, jetzt schaffe er nur noch acht.

Neulich sahe ich den Weinschlumpf aber mal wieder, er meinte, heute sei es doch schon genung für ihn, worauf er, wie immer, ruhig, lachend, freundlich, seine grobe Ledertasche an sich nahm, den Weg zur U-Bahn nach Hause.

Er hatte zehn Trollinger.

Ich will hier nun wahrlich nicht das Trinken verherrlichen. Selbst das kann man übertreiben, und zum Weinschlumpfe ist sicherlich nicht jeder geboren.

Ich will ihn nicht näher beschreiben, denn das wäre zu indiskret; aber er sieht schon ziemlich so aus, alswie ein Schlumpf.

Ich wünsche dem Weinschlumpf, mit dem zusammen ich nicht nur einmal gut gelacht habe, dass er mindestens noch ein halbe Million Trollinger schafft. Was sage ich, eine halbe Milliarde.

Nicht nur, dass er so liebenswert, humorvoll und grundgutmütig, kunstsinnig zudem: Er ist belesen und gebildet, spricht Französisch “comme une vache Espagnole”.

(Der “Hölder”, also der Hölderlin, der habe es draufgehabt, meint er, wie es mir auch schon mein Vater sagte.)

Lieber C., lieber Weinschlumpf: Ich habe es Dir schon gnadenlos gesagt, sage es hier nochmal: Stirb Du mir nicht auch noch so bald weg, denn sonst werde ich stinksauer. Wenn Du das machst, bekommst Du von mir noch ein paar mächtige Urschwäbische an die Backen hinterher. Das ist keine leere Drohung.

Nein, Dir verbiete ich das zu früh Wegsterben, so gut ich das eben kann.

Allerwenigst noch zehn Jahre Weinschlumpfen, klar?

Zumindest mal ein Weinschlumpf darf nicht zu früh gehen: Das musst Du doch wissen!

Lass uns noch oft vom hombre de la Mancha singen, jenem, que se llama Don Quijote…

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