In den eigenen Strategemen gefangen

Ich werde seinen Namen nicht nennen. Denn ich will ihm nicht an den Karren. Zumindest noch nicht. Er wird sich erkennen, wenn er dies liest.

Er ist zweifellos mit einem scharfen Verstande gesegnet, und er weiß treffsicher zu formulieren.

Allerdings gelingt ihm das nicht immer, auch wenn es, oberflächlich betrachtet, so aussehen mag. Warum?

Ganz einfach: Bei aller Deutlichkeit, die er zu heiklen Dingen, an die sich wenige herantrauen, an den Tag zu legen pflegt, laviert er doch zwischen Lagern und übt sich in faulen Kompromissen. Er scheint das – ich halte ihn bislang nicht für einen grundsätzlich falschen Fuffziger – als notwendig zu erachten. Er scheint nicht zu merken, dass er damit sich wie seiner Sache schadet.

Ich habe ihm das mehr oder weniger unverblümt gesagt. Daraufhin ward er ziemlich sauer auf mich. Was soll’s. Das ist normal.

Er meint, offenkundig, er dürfe keinen verprellen, der bezüglich seiner Kernsache nützlich sein könne (außer mir natürlich, da ich dies ansprach).

Auf die Idee, dass er sich damit zum Feigenblatt, zum Werkzeug gar, von Leuten machen könne, die sich einen Deibel um ihn scheren, ganz anderes betreiben, als er eigentlich will, kommt er nicht. Kürzlich hat er gar ob seines kurzsichtigen Kalküles seinen besten Mitarbeiter verraten, gnadenlos. Der ließ das, wachsweich, auch noch mit sich geschehen. Trotzdem geht das bei mir gar nicht mehr durch. Das war mehr als schäbig.

Worauf ich hinauswill: In faulen Kompromissen ist der Verrat schon angelegt. Der angesprochene Verrat war somit eine logische Folge. Denn hier wäre Flagge zeigen zwingend angesagt gewesen: was aber nicht sein durfte.

Schade um den Mann. Offensichtlich kann ich ihm aber auch nicht helfen.

Inzwischen hat er sich so weit in seine Kompromisslerei verstrickt, dass er da nicht leicht mehr herausfindet.

Jetzt, spätestens, nach dem auch noch erfolgten klaren Verrat (mich behandelte er ebenfalls schon mindestens unstatthaft, aus denselben Gründen, aber ich war immerhin nicht näher mit ihm verbandelt), ist ihm gar nicht mehr zu trauen.

Schade.

Er ist wohl doch nicht so intelligent, wie ich zunächst dachte. Oder aber er spielt doch falsch. Was ich jedoch nach wie vor nicht vermute.

Er ist ein Gefangener seiner Klügelei, seiner nicht recht durchdachten Strategeme.

 

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