Ums Eck am schnellsten ins Ziel

Ich habe mir eben im Netz ein Video angeschaut, in dem eine tapfere Frau unerschütterlich Lügen aufdeckt und die damit verbundenen Methoden realer wie mentaler (ja, die ist auch real, ich weiß) Unterdrückung erklärt.

Ich verlinke jetzt aber nicht dorthin, weil ich gerade auf etwas (nicht ganz) anderes hinauswill.

Nämlich jene Seite der Selbstermächtigung. Diese findet eben nicht in der Gruppe Hinzens und Kunzens statt.

Wie das Wort schon sagt.

Eine der perfidesten Lügen nämlich ist jene, einer allein könne nichts erreichen, nur zusammen mit anderen sei man stark.

Sie zielt darauf ab, jeden in eine oder mehrere sinnstiftende Gruppen zu treiben, als festes, kompromittiertes Mitglied, ihn damit zum Herdentier zu machen, also, dass mit einer übernommenen Gruppe Tausende, wenn nicht Millionen, zu lenken.

100 selbstdenkende “Chaoten” bergen mehr Potential als 100 000 Kernkraftgegner, Tierschützer oder Occupy-Aktivisten. (Gibt es von letzteren eigentlich noch welche? Der Spaß war mal wieder schnell vorbei.)

Das heißt nicht, dass ich hier einem zügellosen unverantwortlichen Individualismus das Wort redete; auch nicht, dass man keinem Sportverein beitreten solle, gar zynisch auf den Rest herabblicken; es geht schlicht darum, Dinge auch alleine, ohne Deckung, mal spontan, mal geplant, selbst in Gang zu setzen.

Freiheit fängt im eigenen Kopfe an, beweist sich durch eigenständiges Handeln, und nicht dadurch, dass man zusammen mit 500 anderen auf eine Demo geht.

Vernetzung zum Sinnvollen hin hat heute oft anders stattzufinden denn in einer gefügten Organisationsstruktur. Punktuell, in einem Unternehmen z.B., sonstiges dauerhaft gemeinsames Handeln zu ermöglichen: natürlich bedarf es auch dessen. In der Familie, im Freundeskreis, sowieso.

Es geht mir nicht um Bindungslosigkeit. Es geht mir darum, Kräfte jederzeit möglichst reibungslos und gezielt einsetzen zu können.

A hilft B, B hilft C, C hilft B, E kennenzulernen, und E hilft irgendwann, vielleicht ohne davon zu wissen, irgendwann A. Immer mehr Leute erkennen dies Prinzip.

Klar, dass es auch da Schwund, Verluste gibt. Der aber nur schmarotzt, sortiert sich hier schnell, wenigstens nicht über lange, selbst aus.

Es bilden sich freie, flexible Netzwerke auf der Grundlage von Freiwilligkeit und Gegenseitigkeit, die nicht direkt als ersichtlich wirken muss.

So kann eine effektive Handlungsfähigkeit entstehen, die, neben den tradierten Ausgleichsmodellen über Geld oder unmittelbare Gegenleistung, nicht nur neue Erfahrungshorizonte bietet, sondern auch einfacher und zielführender ist.

Vereinfacht gesagt: Jede Menge unnötiger Zwischenhandel und -händel fällt weg. Alle sparen. Alle gewinnen.

Ich rede von keinem Utopia. Ich sehe wirklich immer mehr Menschen, die das über einen kleinen Kreis hinaus begriffen haben und umsetzen.

Eine derartige “Versammlung” ist auch nicht einfach von der Polizei aufzulösen oder anhand ihrer Ermüdung oder Frustration in den Orkus zu fahren bzw. landet von selbst dort. Denn es gibt stets neue Aufgaben.

Wovon ich rede, das ist weder Kommunismus noch Kommunitarismus noch Libertarismus oder sonst ein -ismus; es ist das Zeichen der Zeit für alle, die etwas bewegen wollen und denen der Geldbeutel nicht so prall, dass sie sich ohnehin fast jeden bestellen können. Das geht nicht nur am Dorfe.

Man lernt auch in einer Großstadt, sich wechselseitig zu erkennen. Austauschleistung im Ring ohne Geld. Auch ohne aufwendige, zumal verzerrte Tauschwährung, die alles unsinnig stundweis eins zu eins setzt, mit Wasserkopf obauf. Nur der Finanzminister ärgert sich. Und jene, die ansonsten am liebsten nur verwalten, nichts schaffen.

Richtig angesetzt, geht dies vom Gedanken des Vertrauens und der Vorleistung aus, ohne dass dies einen naiven, rein zur Ausnützung freigegebenen Altruismus bedeutete: es ist eine Form der Selbstermächtigung. Der nur abzockt, fliegt nicht über lang aus dem Hologramm.

Ich gehe sogar so weit, dass hier mächtige morphische Felder im Entstehen sind und bereits wirken; wo kein Geld fließt, sondern Tat für Tat für eine andere, da wird anders gerechnet.

Ich weiß noch nicht, wie ich das benamen soll.

Leser Dude nannte – wohl so ungefähr das meinend, was ich beschreibe – das mal “das Prinzip des freien Schenkens”. Ich meine nicht, dass er damit richtig liegt. Denn auch hier will die Gabe stets, wenn auch nicht direkt, Vergeltung.

Es geht um einen weiter, höher gefassten Begriff der Gegenseitigkeit. Dass gerade besonders Geschundene, Kranke, davon bis zur Genesung, oder auch dauerhaft, ausgenommen, einfach der Fürsorge, ändert daran im Grundsatze nichts.

Wo Goldman Sachs ist, um es mal in Anlehnung an Hölderlin zu sagen, da wächst das andere auch.

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6 Antworten zu “Ums Eck am schnellsten ins Ziel”

  1. Dude sagt:

    “Wovon ich rede, das ist weder Kommunismus noch Kommunitarismus noch Libertarismus oder sonst ein -ismus; es ist das Zeichen der Zeit für alle, die etwas bewegen wollen…”

    Es ist bewusstes und standhaftes Sein und Schaffen, im zweifellosen, tief verankerten Wissen um die Verbundenheit mit allen Individuen um einen herum, und darüberhinaus.

    Die relative Individualität in der absoluten Individualität im Bewusstsein um die Verbundenheit zu und mit allen anderen Individuen, die keinerlei Führer, Hohepriester, Politiker, Pyramiden und sonstiger Konstrukte bedarf.

    “Leser Dude nannte – wohl so ungefähr das meinend, was ich beschreibe – das mal “das Prinzip des freien Schenkens”.”

    Das kommt hin. Es geht beim Prinzip des freien Schenken ja ums Schaffen um des Schaffens bzw. des Erschaffens (wovon möglichst alle Individuen profitieren sollten) willen.

    Jedoch geht es beim freien Schenken absolut nicht um Entgelt oder Vergeltung, denn man weiss um die kosmischen Gesetzmässigkeiten, und alsomit darum, dass alles zurück kommt; früher oder später…

    Erwartungsfreies Kreieren nach bestem Wissen und Gewissen entsprechend der individuellen Gaben, Fähigkeiten und Talente.

    Hiermit hast Du definitiv ein weiters entscheidendes Gesprächsthema geliefert, dass sich zu vertiefen, am Wochenende mehr als lohnt!

    Schade hast Du die Absätze vergessen hier im Artikel (so kenn ich Dich gar nicht?!). ;-/

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Wegen der Absätze: Das System hat so gesponnen, dass ich erstmal notweis geliefert habe. Ich bekam den Artikel nur mit Mühe durch. Gedenke, das nachzuarbeiten. Wollte ihn lieber nur gleich so als gar nicht dahaben.

    Zum Wichtigeren: Ja, dies Thema treibt mich schon lange um und möge am Wochenende einer der wesentlichsten Kristallisationskeime sein.

    Im vorhinein – eben jetzt schon zum Bedenk für Dich wie für alle, die sich darob Gedanken machen mögen – : Ich meine, dass schon darauf zu achten ist, bereits hienieden, wer nur Energie abzieht und nichts oder allzuwenig zurückgibt. Das mag ich nicht auf Reinkarnationen oder Walhalla vertagen.

    Dass Dein Ansatz sozusagen der “Höhere” sei, will ich damit keineswegs bestreiten. Er dürfte wohl recht eigentlich der richtige sein, nur vielleicht noch nicht allemal für jetzt. Ich meine, dass da noch ein wenig Erziehungsarbeit zu leisten ist. Also nicht jeder Lump alles dauernd absaugen können darf.

    Diese ganze Seite ist, wofern man sie nicht als reine lächerliche, egomanische Selbstdarstellung nimmt, außer der Übung, der Selbstentwicklung, auch all dem, was gerade von Dir oder auch Thomas zurückkommt, ein ständiges freies Schenken. Noch nie von keinem nicht keinen Cent verlangt.

    Ich will es Dir so anschaulich machen: Setzen wir den Fall, ich helfe einem jungen, mittellosen Künstler, einfach so, seine Heimseite sinnig auf den Weg zu bringen, setze einige Stunden darein, höre dann, dass er keine halbe Hand für einen anderen, der in ähnlicher Lage, je umzudrehen sich anschickt, so ist der für mich eben erstmal draußen. Einmal, zweimal Magnus, einfach so, aber nicht nochmal. Es geht dabei, das ward ja wohl klar, nicht darum, dass ich gerade etwas von ihm wollte. Allerdings, ja, schon, dass wenn ich seiner Hilfe mal bedürfte, ich durchaus erwartete, diese wenigstens zur Hälfte zurückzubekommen, ohne derer betteln zu müssen. Was ich sowieso nicht täte. Aber das spielt dabei keine Rolle.

    Diese Dinge, von denen wir gerade reden, gehören hier ganz konkret entwickelt. Und ich werde, um es mal in einem drastischen Bilde auszudrücken, mein Küchenmesser nicht in freiem Schenken einem religiösen Fanatiker geben, dumm bis zur entleibten Heiligkeit, auf dass der zum Behufe, mich abzustechen, noch nicht einmal mehr auf dem Flohmarkt ein geeignetes Billiggerät sich erstehlen müsse.

    So, morgen liegt genug an, Amt gar, weswegen ich jetzt noch einen Schluck nachgeuße.

    Zu unterscheiden ist zwischen dem schrittweise Machbaren und dem darüberhinaus Gewünschten; das darüberhinaus Gewünschte soll das sichtbar schrittweise Machbare geistig bereits so durchdringen, dass der Wunsch dahin umso mehr entstehe; zu kurzfristig angesetzte, hiemit überzogene Forderungen an die Menschenkinder aber helfen keinem.

    Wir liegen darin in einem fruchtbaren Wider- und Wettstreite (im besten Sinne): keiner gibt sich so einfach zufrieden.

    Das ist gut so.

    Ich habe heute zwei sehr professionelle Frauen kennengelernt, erfolgreich, Mütter gar, die, obschon in einem klassischen Geschäfte, auch Geld der Rede, keinerlei Kälte an den Tag legten. Und das, soweit mich meine Menschenkenntnis nicht verlassen hat, mussten sie nicht einmal spielen.

    MIR jedenfalls wird und ward frei nicht immer alles geschenkt, gleichwohl nicht wenig, soviel ich auch selbst geschenkt haben mag, und, um wieviel weniger meinen Kindern. (Darüber sage ich jetzt nichts mehr, das gehört nicht hierher, und überdies täte es zu sehr weh.)

    Wir werden auch mit dem Geld noch eine Weile auskommen müssen. Wir arbeiten an der Transformation. Diese wird durch vorschnelle, übertriebene Extrapolation aber eben nicht befördert. Meine ich.

    Es geht um eine zwar durchaus nicht selten wagnishafte, aber ruhige, weise Beförderung weiterführender Gedanken.

  3. Thomas sagt:

    “Ich meine, dass da noch ein wenig Erziehungsarbeit zu leisten ist. Also nicht jeder Lump alles dauernd absaugen können darf.”

    Doch, Magnus, das darf er. Du darfst das eben nicht von dem Lumpen fordern, er möge sich gefälligst verhalten, wie du dir das vorstellst…

    “…höre dann, dass er keine halbe Hand für einen anderen, der in ähnlicher Lage, je umzudrehen sich anschickt, so ist der für mich eben erstmal draußen. ”

    … doch er muss mit Konsequenzen rechnen. Nämlich mit der Moral der anderen.

    Ich wiederhole hier nur sinngemäß, in anderer Form, das, was du bereits sagtest, deshalb nicht in konträrer Absicht, vielleicht aber deutlicher: Man darf jedem seiner eigenen Hilfe zukommen lassen, aber nicht fordern, wenn nicht vertraglich, also klar und deutlich geregelt, dass er die Hilfe erwiedert. Erwarten dennoch, nach unserem Dünken. Und dem Lump auch die eigene Hilfe verweigern, wenn er die eigenen Erwartungen des Dankes, welcher selbstverständlich sein sollte, an ihn nicht erfüllt. Schenken und Helfen sollten dennoch aus freien Stücken erfolgen, ohne die grundsätzliche Forderung auf Gegenhilfe. Aber auch Schenken und Helfen ist eine freie Entscheidung und darf selbst auch nicht gefordert werden. Das macht dem Lump in Bälde zu schaffen.

    Die Moral wirds eben am Ende richten.

    Vielleicht noch ein interessanter Punkt zum Nachdenken: Helfen kann nie gänzlich uneigennützig sein, denn es gibt einem als Gegenleistung ein gutes Gefühl. Vielleicht ist diese Gegenleistung oftmals mehr wert als der Verlust des Hergeschenkten.

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Klar kann man nichts fordern, wenn man einfach mal gab.

    Wenn einer aber nie was zurückgibt, oder nur widerwilligst Kleinstes, dann hat man ihn immerhin erkannt.

    Der Artikel, den ich gerade übersetzt eingestellt habe, von Jon Rappoport, dürfte Dir, Libertären, gefallen.

    Wenn ja, kannst Du gerne bei der PdV einen Link darauf setzen.

    Guter Mann. Der kann was.

    (Verdammt: Ich las den Artikel schnell runter und merkte erst beim Übersetzen, dass der gar nicht so kurz ist. So wurden es jetzt doch ein paar Stunden Arbeit.)

  5. Thomas sagt:

    Ist soeben auf der Bayern-Seite geschehen.

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Danke Dir. Habe eben nochmal mit eigenen Gedanken, auf Jons Artikel aufbauend, nachgelegt.

    http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/01/23/falsch-ist-richtig-und-richtig-ist-bose/

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