Von einer (un-)lustigen Lüge

Wie heißt das Zeugs, das meist einen Geruch verströmt, wie als ob man in einen Kanalrattenpuff einträte?

Es heißt “Deodorant”, kurz Deo, also Zerriecher. Oder Zerstinker.

Das ist natürlich eine glatte Begriffslüge. Es zerriecht nicht, sondern es überstinkt. Man kann keinen Geruch mittels einer Sprühflasche zerriechen oder zerstinken. Glatte Lüge.

Als Überstinker, wahrheitsgemäß, aber wäre es den Leuten wohl nicht so leicht zu verkaufen: deshalb heißt es Deo.

Meist riecht es auch so pervers, wie es heißt. Was sollte es wie anders denn gegen Stinkeachseln und die Ausdünstungen noch anderer Körpergebiete auch anrichten?

Dass das Zeugs viel schlimmer stinkt, als so leicht einer sonst stinkt, der sich wenigstens gelegentlich wäscht und keine entsprechende Stoffwechselkrankheit hat, darauf scheinen nur wenige zu kommen; oder aber sie trauen es sich mal wieder bloß nicht zu sagen.

Daher jetzt meine Transskription von “DEO”: Drüsenlos Extraordinär Olfaktorisch.

Gut, das nennt sich Zivilisation, werden wir wieder locker. (Verkrampfte stinken.)

Sicher dürfte sein, dass dies Zeugs mehr die Nase ätzt, also den Geruchssinn schädigt, denn wenn einer eine lange nicht gewaschene Mupfel kostet. Oder entsprechend Umgekehrtes in die Statt kömmt.

Am krassesten die Leute, die sich nach drei Saunagängen und fünfmal abgeseift noch “deodorieren”. Wie meinen denn die, dass sie zu stinken vermöchten?

Wider Hirnstinken ist kein Deo erfunden. Und das wäre, was die bräuchten.

Na, dann überstinkt halt weiter. R. predigt mir, wann ich ihn sehe, Toleranz.

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3 Antworten zu “Von einer (un-)lustigen Lüge”

  1. Thomas sagt:

    Deo ist viel gefährlicher als die meisten denken. Auf lange Sicht extrem Gesundheitsschädlich. Steht stark im Verdacht, das totale Vergessen auszulösen.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Ich weiß nur, dass mir das Zeugs die Nase übelst reizt und dass ich es zum Speiben finde. Wie gesundheitsschädlich es tatsächlich ist, bislang keine Ahnung.

    Wenn mich aber was so juckt, einen, der sonst durch Elefantenscheiße watet, dann mag es wohl auch nicht sonderlich gesund für andere, zumal Zartere, sein.

  3. PetRa sagt:

    Nichts gegen ein gutes Parfüm, doch was uns so anstinkt ist Körperverletzung. Als Allergiker oft auf der Flucht vor Geruch bzw. Gestank.
    Öffentliches Leben ist fast tabu. Die Auswirkungen gehen von Übelkeit bis zum Erbrechen. Schwindel sowieso. Seit 1989 als Berufskrankheit anerkannt, doch keinen Schutz, Umschulung unmöglich. Muss die Allergie verschweigen, bin schon oft extra besprüht worden.
    Sie benutzen ihren Gestank auch als Waffe…

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