Freundschaft (III)

Über ohngefähr 15 Jahre hinweg dachte ich eben auch immer wieder an K., den ich, nachdem wir zusammen unter anderem ein paar durchaus nicht normalbürgerliche Dinge erlebt bzw. bewerkstelligt hatten, aus den Augen verloren (Weiber waren daran zumindest mitschuld, aber nicht alleine).

Schließlich spendete mir das Netz seine Telefonnummer, ich rief ihn vor ein paar Tagen an.

Ganz der Alte. Ich hörte ihn, er sprach mit mir, erzählte von der Zwischenzeit, wie als ob keine Stunde vergangen wäre.

Sollten wir uns wiedersehen, was doch wahrscheinlich, so werden wir wohl nicht unwahrscheinlicherweise erstmal mächtig einen heben. Bevor DEM das Bier ausgeht, dürfte Weltuntergang sowieso schon längst gewesen oder auch ausgefallen sein.

Er gab mir dabei, mich nach mittelkurzem Mobiltelefongespräche festnetzhaft ein paar Tage später zurückrufend, eine interessante Chiffre zu seinem kämpferischen Leben.

“Weißt du, Magnus, wenn sie den (ich nenne ihn jetzt mal so, mit fiktivem Erst- und Zweitnamen) Antonius schon plattgemacht haben, dann kommt noch der Tartus, und wenn der gezwungen wird, sich ernsthaft zu wehren, dann, naja, du weißt schon, was das heißt.”

Ich versetzte, dass ich ihn schon noch deutlich im Gedächtis habe, lachte, und meinte, dass es auch schon vorgekommen sei, dass man den Magnus praktisch plattgehabt, sich hernach aber mancher gewundert, als schließlich der Wolf antrat.

Zwei grundliebe Männer.

Eine ungeheure Freude darob, dass er durchgehalten hat. Am liebsten machte ich jetzt gleich mindestens den ganzen mittleren Neckarraum zusammen mit ihm unsicher.

Es ist, wenn etwas mal so war, dann ohne eigentlich tiefen Grund auseinanderging, egal, ob es nun wieder etwas wird, wie als ob man sich einen immerzu unguten Spreißel aus dem Fuße zöge.

Wird es nichts mehr, ist die Schwäre beseitigt, wird es wieder was, hat man doppelt gewonnen. Was sage ich: Es ist in jedem Falle ein Sieg über den Geist der Schwere.

Omannomann: Was haben wir uns gestritten, was haben wir zusammen geschafft und gelacht!

In der Edda steht, sinngemäß (ich suche jetzt nicht nach der genauen Stelle), dass die freundschaftliche Verbindung gleich einem Pfade sei, der überwachse, wenn er zu lange nicht betreten. Das stimmt wohl, aber nicht immer. Oder, sagen wir mal: Was ist schon lange?

“Lang” ist hier nur Oberfläche, ein Wort, das leicht trügt.

Es mag “lange” dauern, bis die Wege wieder zusammenführen.

Nur: Hilft der Zufall nicht, also meist, so muss einer den ersten Schritt tun.

Ich rate an, sich dazu immer wieder selbst in der Pflicht zu sehen.

Feige sein, aufgeben: Das kann jeder.

Nach vorn, wie auch zurück zur Freundschaft – beides wird oft nicht! – ist das Gebot des mutig Liebenden.

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12 Antworten zu “Freundschaft (III)”

  1. Josef sagt:

    @ Magnus

    “Feige sein, aufgeben: Das kann jeder. ”

    So kann man das nicht sagen. Nach langen erbitterten Kämpfen gegen die amerikanische Armee, sagte mal ein Indianerhäuptling nachdem er aufgegeben und sich der Übermacht der feindlichen Truppen gestellt hatte: “Ich bin des Kämpfens müde.” – War er deshalb feige?

    Die Amerikaner, die gar keine echten Amerikaner sind, weil die echten sind die Indianer, die schickten immer mehr Truppen und sie schossen mit Kanonen sogar gegen Frauen und Kinder, so wie sie es in anderen Ländern heute immer noch tun, in Ländern wo sie rein gar nichts verloren haben. Heute werfen sie am liebesten Bomben aus Flugzeugen ab, schießen mit Raketen oder senden Drohnen; sie drohen anderen mit Krieg und feige wie sie sind, lassen sie die Welt wissen: Wir haben zig Atomsprengköpfe und wehe wenn ihr nicht so wollt wie wir wollen, dann…

    Feige wie die eingewanderten Amerikaner sind, sperren sie die indianer heutzutage immer noch in Reservate ein und das gleiche haben sie mit allen Völkern auf der ganzen Welt vor. Deutschland ist auch eines ihrer Reservate.

    Die untergeordneten Regierungen der Welt sind feige, denn sie haben Angst davor, dass die Menschen aufwachen und deshalb werden die Überwachungsmaßnahmen immer drastischer. Die Menschen sind größtenteils zu Konsumidioten mutiert oder zu gewissenlosen Handlangern, Beamte genannt, der feigen Regierungen.

    Was mich angeht, ich bin sehr nahe dran wie früher der Indianerhäuptling zu sagen: Ich bin des Kämpfens müde. Meinen Blog im Internet habe ich aus diesem Grund gelöscht und meinen Zweitblog werde ich wahrscheinlich ebenso löschen.

    Man kann einfach nicht mit Pfeil und Bogen gegen Kanonen von Irren ankommen. Bin ich feige, wenn ich sage, dass ich des Kämpfens müde bin?

    Ich lebe nur einen kurzen Zeitabschnitt lang auf dieser Welt, die sich seit tausenden von Jahren nicht um einen Deut gebessert hat, trotz aller kleinrevolutionärer Bestrebungen. Dabei sind die Regierungen noch nicht einmal das Problem, sondern der einzelne Mensch ist das eigentliche Problem. Riecht ein Mensch Macht, dann ist es um ihn geschehen.

    Solange ein Mensch davon ausgeht, einen anderen bevormunden zu dürfen, nur weil er die Macht dazu hat und ihm die geeigneten Mittel dafür zur Verfügung stehen, solange wird sich auf dieser Welt an den Gegebenheiten nichts ändern.

    Es ist alles zu starr und festgefahren geworden, gedacht wird größtenteil nur noch in eine Richtung. Nämlich, wie kann auch ich in den Genuß von etwas Macht kommen?

    Wie muß sich eine Frau von der Leyen vorkommen, dass alle Hartz-IV Bezieher von ihr abhängig sind? Wie muß sich eine Frau Merkel vorkommen, von der gesagt wird, sie wäre die zweitmächtigste Person auf dieser Welt nach Obama? Wie muß sich Barack Obama vorkommen, der mächtigste Mann der Welt zu sein?

    Doch sie alle sind ein Nichts gegen den Indianerhäuptling, der sein Volk und sein Land verteidigt hat und der seine Ehre dafür hergab, damit nicht auch noch der Rest seines Volkes plattgemacht worden ist, durch das feige Pack, welches sogar ohne zu Zögern, mit Kanonen auf Kinder schießen würde und so etwas auch schon getan hat, nur damit es sich weiterhin in der Macht suhlen kann.

    Ein deutscher Polizist schlägt auf deutsche Demonstranten ein, spritzt ihnen Pfefferspay in die Augen, wobei mal ein Opfer blind geworden ist und er tut das für Geld und weil er Machtgefühle in sich spürt und weil er eben nur auf Befehl handelt. Dann geht derselbe Polizist heim zu seiner Frau und seinen Kindern und er glaubt, das richtige getan zu haben – ich schreibe hier besser nicht hin, was ich von so etwas halte.

    Vor noch nicht allzu langer Zeit haben Deutsche an der deutsch-deutschen Grenze noch auf Deutsche geschossen. Heute wohnen dieselben Leute vielleicht gleich nebeneinander. Haben die Menschen für die Zukunft etwas daraus gelernt? – höchstwahrscheinlich nicht.

    “Es mag “lange” dauern, bis die Wege wieder zusammenführen.”

    Es gibt nur einen Weg, der zum Ziel führt. Solange dieser Weg vom Weg der Macht durchkreuzt wird und solange jemand über andere die Gewalt inne hat, solange bleibt auch einem Kämpfer nur der Weg ins nächste Reservat.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Josef

    Ich stimme vielem, was Du gesagt, zu.

    Aber es steht ein Komma zwischen “feige sein” und “aufgeben”.

    Damit sind beide Begrifflichkeiten eben nicht gleichgesetzt.

    Mancher Feige gibt in seiner Feigheit nie auf, und mancher Tapfere, Mutige, weiß an der richtigen Stelle, zumal der Seinen halber, wie Du es beschrieben, richtigerweise aufzugeben.

    Jedenfalls äußerlich. Und das ist nochmal ein Unterschied.

  3. Dude sagt:

    @Josef

    Es freut mich sehr, Dich in altem Glanze zurückzusehen!
    Ich war eine Weile ernstlich in Sorge…

    @Magnus & Thomas

    Ich würde es sehr begrüssen, wenn Josef Ende Jahr auch zum Treffen käme, so er – und ihr – dies auch wollt.

  4. Dude sagt:

    Mist. Das sollte Ende Januar heissen. *sichgingg*

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Nichts gegen Josef; aber ich denke, dass das zumindest noch nicht die Zeit für ihn/uns ist.

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Josef

    Es gibt nicht nur einen Weg; und es gibt nicht nur ein Ziel.

  7. Dude sagt:

    @Magnus

    Wieso nicht?

  8. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Ich habe an dem Abend keinen Bock auf Bibel.

    Irgendwann gehört mal frei gefeiert und dabei am besten noch im appollinischen wie dionysischen Sinne was geschafft.

    Es geht darum – mein angekündigter alter Freund wird uns dahingehend wohl ebensowenig wie Thomas enttäuschen – , dass in vielerlei Hinsicht recht unterschiedlich Gepolte, gleichwohl in manchem sehr ähnlich Denkende, ihre Ideen zusammenwerfen.

    Man wird sehen, wie gut diese dann gleich oder jeweilig später sortiert werden können.

    Wer indes vorher schon meint, dass es nur einen den einen Weg gäbe, passt dazu nicht. Das klingt hart, aber Du hast mich nunmal dazu gezwungen, es zu sagen.

  9. Dude sagt:

    @Magnus

    Verständlich. Aber hast Du meinen Satz gesehen:
    “Es freut mich sehr, Dich in altem Glanze zurückzusehen!” ?

    Hast Du auch nur einen einzigen Bibelbezug – geschweige denn ein Zitat – in Josef’s granatenstarkem Kommentar (er hat mir damit aus dem Herzen gesprochen) hier im Strang gesehen?

    Was glaubst Du, weshalb bring ich den Gedanken, den ich schon vor ein paar Wochen hatte, erst jetzt an hier?

    Ich würde meinen, so Josef überhaupt interesse hätte, gilt ab nun einfach was Thomas dazu meint. :-)

  10. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Frage Thomas. Ich koordiniere aber nichts mehr. Wenn Thomas konsentiert, Josef noch liest, will, findet er ihn über die PdV Bayern. Den Rest macht Ihr.

    Ich mache meine Seite nicht weiter zu einem Privatveranstaltungskoordinationsprogamm.

    Das interessiert keine Sau.

    Mein Ruf mag zwar ruiniert sein, aber ich lege darüber hinaus keinen Wert darauf, mich auch noch zum Blödel zu machen. Endgültig. Geht oder geht nicht. Bei mir zuhause, aber ohne weitere Diskussion hier. Punkt.

  11. Dude sagt:

    Wenn deiner Seite hier nicht an einer PM-Funktion mangelte, wäre das auch einfacher – und vorallem privat – handzuhaben. So ist es nunmal etwas komplizierter…
    Mir ging’s nur darum, klarzustellen, dass ich es schätzen würde, wenn Josef auch teilnähme, zumal ich ihn hier schon lange kenne und auch schätze!

    Wenn wir schon von Freundschaft sprechen!

    Also mach keine Szene wie ein Waschweib.

    Aber ok. Ich halte schon Schnauze tief jetzt, mein Statement ist klar. Deins Auch. Also liegt es an Josef und Thomas.

    Punkt. :-)

    Liebe Grüsse euch dreien.

  12. Thomas sagt:

    Ich bin ein echt angenervter Schwiegerspross christlicher Schwiegereltern, sozusagen ein gebranntes Kind und hochallergisch gegen HATSCHIEEE! Bullshit, äh, Gesundheit…
    Ich kann mit der Bibbel vom Bloxxberg höchstens von der moralischen Seite her was anfangen, der Rest hat weder Gültigkeit noch Relevanz für mich. Ich habe bereits zuviele Stunden der Diskussion erlebt, die erheblich an den guten Beziehungen der Diskutanten untereinander gezerrt haben, als dass ich dieses Risiko im Jänner eingehen möchte. Hier im Blog kann man wegklicken, beim Göller will ich nicht für Stunden den Raum wechseln.
    Vergib, Josef, denn ich wüsste nicht, was ich dann tun sollte.

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