Beuys’ Kunstbegriff: Zweite Abrechnung

Nachdem ich im ersten Teile meiner Wut hoffentlich einigermaßen hinreichend Luft gemacht habe, will ich jetzt ein paar Betrachtungen dazu anstellen, woher der absurde Beuyssche Kunsbegriff seine Attraktivität zieht, die selbst manch ansonsten geistig Verkehrsfähigen in Bann schlug und schlägt.

In einer Zeit, da der Vorstandsvorsitzende der schakalsten Schakalenbank aller Schakalenbanken, Lloyd Blankfein von Goldman Sachs, im Ernste zu erklären weiß, er verrichte das Werk Gottes, sollte man sich zwar über nichts mehr wundern.

Man erzählt inzwischen ja auch, dass es eigentlich keinen echten Geschlechterunterschied (mehr) gebe. Den hätten sich die Leute immer nur eingebildet bzw. engstirnige Ewiggestrige hätten ihn nur zu Machtzwecken behauptet.

Dazu passt doch wunderbar, dass jeder Halbdackel und Seppelfrick zum Künstler erklärt. Die Idee scheint vielen zu gefallen: Sie ist egalitär, tolerant, internationalsozialistisch, kostet, scheinbar, nichts, sie leugnet nichts, was zu leugnen verboten wäre, nichtmal die Erderwärmung, sie wirkt edel, hilfreich und gut.

Dass sie Leuten gefällt, die wenig bis nichts können, versteht sich von selbst.

Wie aber mag sie Leuten gefallen, die selbst tatsächlich wenigstens mittelmäßige Künstler, ansonsten wenigstens halbwegs kunstsinnig?

Reicht zur Erklärung schon, was ich oben sagte?

Ich habe mich oft mit Verfechtern des Beuysschen Dogmas gestritten, und deren einziges Argument lautet, soweit mir entgegengetreten, es könne ja keiner definieren, was Kunst sei, und daher sei es sozusagen fies, asozial, womöglich faschistoid, den einen als Künstler anzuerkennen, den anderen aber nicht.

Hier fällt es schwer, nicht einfach von Kretinismus zu sprechen.

Nur, damit keiner sozusagen diskriminiert werden könne, müssen Kot und Schlamm und Detritus eine Ehrsamkeit verliehen werden, wie als ob sie den Parnass hinauftröffen.

Dass, wenn jeder ein Künstler, keiner mehr einer, der Begriff damit völlig sinnentleert wird, es damit im Grunde gar keine Kunst mehr gibt, kommt diesen Leuten nicht in den Sinn.

Viel Kunst bedürfte es eigentlich nicht, nur ein wenig gesunden Menschenverstandes, zu sehen, dass man dann genausogut sagen könnte, keiner sei ein Künstler.

Das Konzept an sich sei so erfunden, an den Haaren herbeigezogen, wie jene grundlose Vorstellung, dass es Männlein und Weiblein gebe.

Das zu begreifen, muss man nicht Sprachwissenschaft studieren, mit redlichem, eifrig strebenden Bemühn: dafür sollte selbst eine heutige Volksschule reichen.

Man fühlt sich damit aber einfach gut. Man ist vollantidiskriminöser Gutmensch. Und man enthebt sich damit jeder gültigen Meinung, jedes zu verantwortenden Urteils. Man ist so gut wie doof. Bingo.

Vor allem muss man so auch selbst nichts mehr wissen, nichts mehr können. Egal, welche Regierung drankommt, man hat nie etwas Falsches gesagt. Egal, welcher Flachkopf gerade hochgejubelt, man kann einfach mitklatschen.

Man wird zum bedenkenlosen Klakeur, zum klugen Allesnivellierer, zum Mitläufer par excellence.

Blankfein oder Hofschranze, Dülp, Hängebauchwutz, Dolf oder Baumstumpf: Jeder ist ein Künstler.

Dahinter stehen wesentlich zwei Dinge: Bedenkenlosigkeit und Feigheit.

Dieser Dreck wird nicht ewig halten.

Ein Anfang ist gemacht.

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