Von den bösen “Snippets” und einer eigenen Suchmaschine

Die bösen “Snippets”, das sind die kleinen Lockschnipsel, die der Google und andere aus einem Text schneiden, um bei der Verlinkung einen Ansatz von Ahnung vom Inhalt zu geben und die jetzt auf der Tribut- oder Ausrottungsliste der großen deutschen Verlagshäuser stehen.

Ich gebe zu, dass ich mit den kleinen elektronisch generierten Biestern, wenn ich sie einem Suchergebnis zu einem eigenen Text unterlegt sehe, nicht immer zufrieden bin; im Ganzen kann ich aber dagegen nichts einwenden; zitiert mich jemand richtig, was soll ich dagegen sagen?

Bisher hatte ich jedenfalls bei Google den Eindruck, dass die Lockschnipsel zwar nicht liebevoll wie bei der Bäckerei am Eck von Hand bereitet, aber eben doch mit einigem Geschick im Sinne der Sache technisch erstellt wurden; die Frage ist nun, ob das wirklich verwerflich ist.

Ich zumindest merkte es sehr schnell, mir fiele es bald auf, würden die Lockschnipsel eigentlich Abstoßschnipsel. Andere wahrscheinlich auch. Das spräche sich herum. Will Google das?

In der Tat dreht es sich darum, dass die Suchmaschinen, die Vergleichbares bieten, mit einiger Wahrscheinlichkeit irgendwie beim Google klauen, dass es kracht.

Es wäre wirklich kein Fehler, eine europäische, was sage ich, bei dem EU-Sauhaufen, eine deutsche Suchmaschine von eigenem internationalem wie speziell deutschsprachigem Format aufzubauen.

Deutschland, Österreich, die Schweiz, Südtirol, Luxemburg, Ostbelgien, Liechtenstein und die deutschsprachige Netzgemeinde von Chile über Namibia und Mallorca bis Japan dabei…

Google bedarf definitiv einer leistungsfähigen Konkurrenz.

Das wird aber nicht funzen, wenn die Staaten ihre Finger reinhängen.

Ich denke, man sollte schon für 100 bis 200 Millionen einen ernstzunehmenden Laden auf die Beine stellen können, der von erheblichem gesamtwirtschaftlichem Nutzen.

Vielleicht sollte die Suchmaschine auch erstmal weitgehend deutschsprachig bleiben, in dem Sinne, das zwar auf Weiterleitendes in andere Sprachen verwiesen und im Deutschen ebenfalls Schlüsselbegriffe gewordene Suchbegriffe bedient werden, das Profil aber gerade darin liegt, dass nicht alles überallhin ausfranst, sondern mit einer eigenen Kernkompetenz eine sich abhebende Suchmaschine zu finden ist und dies sich auf dem Planeten herumspricht.

Die anderen Sprachen werden sicher auch zum Zuge kommen, keine Frage.

Jedenfalls weiß ich nicht, weshalb über Google gejammert wird, wenn man Milliarden sonstwohin verpulvert, in die Ägäis oder eine afghanische Wüste oder eine Hypothekengesellschaft, aber nicht einmal Peanuts in die Hand nimmt, ein wichtiges Eigene zu setzen.

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