Vom Dienen

“Man kann nicht zweier Herren Diener sein.”

Eben höre ich diesen merkwürdigen Spruch schon wieder und denke wiederum, obschon ich die üblich anzunehmende Metaphorik verstehe, dass man am besten so vielen Herren dient, keines einzigen Diener mehr zu sein.

Seit wann bin ich Diener?

Will ich eines Herren Diener sein?

Oder dann doch lieber der zweier oder dreier oder mehrerer, je nach Entwicklung in den besten Dienerstand zu kommen?

Was ist mit dem Militär?

Da ginge ich heute zum Dienen gleich gar nicht hin, wäre wohl noch nie sonderlich mein Fall gewesen, aber heute erst recht nicht.

Ich wüsste ja, meinen Hals beim Dienen riskierend, noch nicht einmal so genau für welchen Herrn bzw. wessen Sache.

Je mehr man einer guten Sache dient, besser mehreren, um desto weniger ist man ein Diener.

Reichtweis dient man nicht eigentlich Herren, ist man daher auch kein Diener.

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8 Antworten zu “Vom Dienen”

  1. Dude sagt:

    Ich diene Gottvatermutter, mir Selbst, und jedem göttlichen Individuum; und das absolut freiwillig.

    Das bedauernswerte dabei ist, dass dieses Dienen heutzutage in der Regel als Angriff gewertet wird.

  2. @ Dude

    “Ich diene Gottvatermutter, mir Selbst, und jedem göttlichen Individuum; und das absolut freiwillig.”

    Sich selbst zu dienen, indem man Gott dient, ist keine Schande, denn:

    “Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.” (Johannes 1:3)

    Deshalb sagte Jesus auch:

    1.Johannes 4:20 Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und seinen Bruder doch haßt, so ist er ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht!

    1.Johannes 4:21 Und dieses Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, auch seinen Bruder lieben soll.

    Magnus sagt: “Will ich eines Herren Diener sein?”

    Magnus hat es NICHT verstanden! – Immer noch nicht, leider!

    1.Johannes 2:10 Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, und nichts Anstößiges ist an ihm;

    Was mich angeht, ich mag den Magnus sehr und den “Dude”, den mag ich auch – obwohl er mich ja nicht so mag.

    LG

  3. Dude sagt:

    @haschmech

    “…und den “Dude”, den mag ich auch – obwohl er mich ja nicht so mag.”

    Da irrst Du Dich. Ich mag Dich ehrlich. Was ich nicht so mag, ist Deine Fixiertheit auf die Bibel.

    LG ebenso :-)

  4. Auch der Noch-Nicht-Bundeskanzler dient dem Volk durch vorbildliches Handeln. Er redet jetzt schon für ein Glas Wasser.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/11/25/das-honorar-fur-den-mochtegernkanzler-steinbruck-ist-jetzt-nur-noch-ein-glas-wasser/

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ rundertischdgf

    So wird man vom gemästeten Bilderbergerwanderredner zu einem, der landauf landab für Wasser predigt und dient, nur um wahrscheinlich der Dochnichtkanzler zu werden.

    Er wird, so oder so, seinen dienenden Part zuende spielen müssen, zumal er das Pech hat, körperlich ziemlich gesund zu wirken.

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ haschmech

    Ich will Dir mal eine wahre Geschichte vom Dienen erzählen, und von der Bibel.

    Ich hatte mich mit sehr schwerem Rucksacke und gar zu wenig Wasser im August in der Estremadura verirrt, und es war ein normaler Tag angebrochen, der im Schatten vielleicht gut 37 Grad versprach, wovon mich aber auf dem Weg zum Nass kein bisschen begleiten würde, und so suchte ich Ballast abzuwerfen.

    Ich war auf Dichterdienstreise und hatte daher noch zwei oder drei Bücher im Gepäcke. Die Bibel aber war am schwersten und am leichtesten verzichtbar. Ich barg sie unter irgendeinem Steine nahe einer kleinen Brücke über einem trockenen Flüßchenbette und segnete sie daselbst.

    Eineinhalb Kilo weniger, das kann segensreich sein, wenn man schon aus der letzten Straßenpfütze durch die Asphaltschlieren zutzelt.

    Jedenfalls schadete die Entscheidung der Expedition nicht, denn am Ende des Tages, wohl gegen sieben, erreichte ich den schönsten spanischen Weiler, den ich je gewahrt.

    Es gab nämlich allda ein Wirtshaus, das mir, ohne meinen Beutel dafür auszuräumen, zackzack nacheinander so viel Krüge Wasser, dann Bier, dann Becher Weins beibrachte, dass ich mich nach zwei Stunden so gestärkiget fühlte, meinen Weg, guter Wasserflasche und einer Bouteille gesegnet, noch zwei Stunden fortzusetzen, bis dass ich, an einem schönen, ruhigen Platze, noch ein herrliches Nachtlager fand.

    Es war zwar schade, weil es eine recht hübsche, noch nicht völlig umgehunzte Lutherbibelausgabe war; aber eine Bibel bekommt man in der Estremadura nachgeworfen, während eine Colli-Montinari-Ausgabe des Zarathustra mir allenfalls binnen vielleicht zwei Wochen erreichbar postlagernd hätte von einem Kumpel zugeschickt werden können.

    In Überlebenslagen muss man praktisch denken. Wenn man überleben will, muss man sich ja auch überlegen, was man hinterher zuerst noch braucht.

    Dir täte es vielleicht wirklich mal gut, wenn Du etwas Bibelurlaub einlegtest.

    (Ich habe übrigens wieder eine. Nachdem ich lange nur eine hübsche kleine englische, in rotes Leder gebundene hatte – irgendwie momentan oder dauerverschollen – bekam ich beim Trödler um zwei Euronen eine ganz nette Ausgabe. Ich weiß aber, weshalb ich sehr selten darin lese. Manche Verse taugen für die Satire. Manchmal ist zu prüfen, ob ein von einem anderen angegebener Vers stimmt bzw. gar, was drumherumsteht. Außerdem bekomme ich hier so viel Sonntagsschule von Dir, dass ich den Text in zwei bis drei Inkarnationen sowieso auswendig können werde.)

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Von mir nicht beabsichtigt, da ich im Zusammenhang mit Dienen und Diener eben auch “des” Herren erwähnen musste, wieder in Richtung des Göttlichen/Gottes abzugleiten.

    Ich wollte den Brennpunkt auf ebenjene Dinge lenken, denen man freiwillig und konkret dient, weil man sie für förderlich und daher förderungswürdig hält.

    Konkrete Dinge.

    Also: Wofür, für wen, wozu wirklich stelle ich mich in den Dienst einer von mir als sinnvoll erachteten Sache?

    Aber eben auch: Wo, wann besteht die Notwendigkeit des oft schwersten Dienstes, nämlich zu führen?

    Haschmechs Bibelverse führen mich da derzeit kein Jota weiter.

    (Da fällt mir noch ein, dass ich eine Nachvollchaosszenarienbetrachtung angekündigt hatte. Lässt vielleicht noch etwas auf sich warten, mag auch sein, die Zeit ist noch nicht reif.)

  8. Haschmech sagt:

    @ Dude und @ Magnus

    “Da irrst Du Dich.”

    Nun Dude, es gibt Fälle, da irre ich mich sehr gerne.

    Nun zu Magnus:

    “Ich habe übrigens wieder eine.”

    Schön!

    “Manchmal ist zu prüfen, ob ein von einem anderen angegebener Vers stimmt bzw. gar, was drumherumsteht. ”

    Der Zweck HEILIGT eben doch die Mittel bzw. das Mittel aka das Zentrum von allem – das Wort Gottes.

    “Konkrete Dinge.

    Also: Wofür, für wen, wozu wirklich stelle ich mich in den Dienst einer von mir als sinnvoll erachteten Sache?

    Aber eben auch: Wo, wann besteht die Notwendigkeit des oft schwersten Dienstes, nämlich zu führen?”

    Antwort zur ersten Frage: In erster Linie würde ich mal sagen, tust du es für deine beiden Söhne. Denn deine beiden Söhne sind deine Zukunft. Denn ich nehme ja mal an, dass du nicht die Absicht hast, erst nach ihnen “zu gehen”. In zweiter Linie tust du es dann auch für dich selbst, denn die von dir als sinnvoll erachteten Sachen sind dein Weg durch dein jetziges Leben. Dein Leben und das Leben deiner Söhne wurde dir vom Schöpfer geschenkt; das Leben deiner Söhne kam auf die Welt durch eine Menschenfrau, durch die du erfahren hast, was Liebe ist. Liebe aber ist Gott und Gott ist auch Geist und Gott ist auch Gerechtigkeit, weswegen es in dir schon drin ist, da Gott dein Schöpfer ist, dass du dich sehr gerne in den Dienst einer von dir als sinnvoll erachteten Sache stellst, für deine Söhne, welche deine Zukunft auf dieser Welt hier sind.

    Antwort zur zweiten Frage: Die Notwendigkeit des oft schwersten Dienstes besteht praktisch überall und immer, solange du auf Erden dein jetziges Leben lebst, welches du ganz und gar nicht die Absicht hast, nur für dich alleine zu leben und das macht dich zu einem sehr sympathischen Menschen, den man einfach gern haben muss.

    LG

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