Vom Zeitungssterben

Indem eine überregionale “linksliberale” Ikone des deutschen Nachkriegstagespressewesens, die Frankfurter Rundschau, praktisch zeitgleich mit der vor 12 Jahren frech gestarteten Geldzeitung Financial Times Deutschland aus Lesermangel bzw. zu geringen Einnahmen ihr publizistisches Ende begeht, ist das Jammern groß.

Ja, man habe den Anschluss an das Netz verpasst, keine neuen jungen Leserschichten hinreichend zu erschließen vermocht, man habe ja eh schon so wenig Kohle für gute Leute und eigene Recherche babla…

Ob man schon einmal auf die Idee gekommen ist, dass es die Inhalte sind, für die Leute keine Zeitung mehr kaufen wollen, am ehesten die Alten noch ihren Gäuboten?

Alle großen deutschen Zeitungen sind mehr oder weniger pro mehr Krieg, pro mehr EU, pro mehr Islam, pro mehr Genderastentum und deutschen Selbstausverkauf, nur ist das ein Großteil ihrer ehemaligen oder Nochleser oder nur noch im Netz Leser eben nicht.

Deshalb haben ja gerade sogenannte “Qualitätsmedien” Probleme.

Irgendwann kauft selbst der Gesamtschullehrer nur noch die Zeit, weil das zu unterlassen ein gar zu direkter Treubruch an den Bilderbergern Schmidt und Joffe wäre, lässt die Rundschau aber schon liegen.

Analog mit FAZ und Handelsblatt gegen FTD. Der Diplom-Betriebswirt, seines Zeichens Praktikant, spart an der FTD.

Ich selber kaufe mir, vor allem zu Bahnreisen, schon noch ab und zu gerne so eine ganze FAZ zum Durchnudeln und zerknuddeln und die Füße darauflegen und schließlich, wieder einigermaßen sortiert, für einen kommenden Fahrgast liegenzulassen; – Teufel aber auch! – denke ich mir dann aber trotzdem: Du weißt, was für Knilche auch bei der FAZ zum Behufe wessen Agenda ihr Werk tun; du weißt, dass Du es weißt; und du wirst diese, wenn du jetzt an diesen Kiosk gehst wahrscheinlich mehr unterstützen als die anderen, die schöne Reiseberichte schreiben oder witzige Schachkolumnen oder lesenswerte Theaterkritiken.

Also gut, du gehst jetzt dahin und kaufst eine Systemzeitung, die eben auch für Geld aus Geld und die damit verbundene Kriegsmaschine steht.

Manchmal gehe ich ob dieser Erwägung aber auch nicht hin.

Angst vor einer drohenden erhöhten Medienmachtkonzentration habe ich nicht; diese bleibt wesentlich bei denselben paar Konzernen und dem Zwangsabgabenstaatsfunk.

Sehet her, Ihr Systemjournalisten: Jetzt seid Ihr jahrzentelang in jeden Arsch gekrochen, und nun sitzt Ihr dafür, weil man so viele von Eurer Sorte gar nicht mehr braucht, plötzlich auf der Straße.

Das Leben ist eben ungerecht.

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2 Antworten zu “Vom Zeitungssterben”

  1. Dude sagt:

    http://www.ifkw.uni-muenchen.de/lehrbereiche/meyen/symp_puerer/weischenberg.pdf

    Ps. Heute hab ich mal wieder den Tagi durchgeblättert, und ich müsste mich ernsthaft fragen, wieso die ihren Saustall noch nicht zumachen mussten, wenn ich nicht wüsste, dass die Schweizer Bioroboter einfach zu viel Geld haben…
    Gekauft hab ich das Ding aber nicht… würde mir nie in den Sinn kommen, für ausformulierten Dünnpfiff zwecks Hirnwäsche und infizierung mit Propaganda auch nur einen Rappen auszugeben…
    Pps. Das Grauen… Das Grauen!

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Eben hat sich bei der FAZ – die darin eine kluge Verlagspolitik betreibt – mal wieder einer aus dem Feuilleton sehr genau und kritisch gegen Männerdiskriminierung im Wissenschaftsbetrieb gestellt.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geisteswissenschaften/frauenquote-die-politik-plant-eine-grosse-frauenkaskade-11966395.html

    Man wirft richtung Leser immer wieder mal einen guten Happen zum darnach Schnappen.

    Zum obigen FAZ-Artikel – wir waren ja bei entsprechenden Inhalten – habe ich eben noch etwas gemacht, was durchaus im Zusammenhang mit dem Kernthema hier zu sehen ist.

    http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2012/11/22/schavaneske-frauenkafkaden/

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