Petraeus-Affäre: USA ein einziger Comic

Vom pünktlich nach der US-Präsidentschaftswahl vorgeblich über eine Liebesaffäre gestürzten Superhelden, CIA-Chef Petraeus, las ich eben das:

„Nach über 37 Ehejahren habe ich ein extrem schlechtes Urteilsvermögen gezeigt, indem ich eine außereheliche Beziehung unterhielt“, schrieb der General an seine Mitarbeiter.

Soso.

Bei den Amis ist wirklich alles ein Comic.

Wenn einer seine Mitarbeiterin, seine Biographin durchnudelt, dann hat er “ein extrem schlechtes Urteilsvermögen” gezeigt.

Das ist ja wohl wirklich ein Witz.

Vergleichen Sie mal diese beiden Bilder, einmal seine Gattin, Bibel in der Hand, einmal seine Geliebte.

Der Mann mag ein Schlächter sein, aber was Fauen anlangt, da lügt er jetzt ganz sicher: Sein Urteilsvermögen war diesbezüglich zweifelsohne in keiner Weise getrübt.

Gut, wenn er wirklich hunderte Liebesmails geschrieben hat, dann stimmt das dahingehend schon.

Als US-Kriegsverbrecherheld und -Geheimdienstchef sollte man seinen Wiener wenigstens nicht permanent in die Tastatur hängen.

Insofern hat Petraeus wiederum recht.

Immerhin: Während man ihm in Frankreich wahrscheinlich unabhängig vom poplitischen Lager Respekt für seinen guten Geschmack zollte, wird er in Amerika jetzt wohl politisch erledigt sein. (Es sei denn, heutzutage ist alles möglich, es kommt die große Selbstdemütigungsnummer mit Mega-Verzeih durch die Gattin.)

Ich will ja nicht persönlich werden.

Aber wenn man mal gesehen hat, welche Haushälterin der Immernoch-Gouverneur Schwarzenegger sich über Jahre antat, dann muss man Petraeus vergleichsweise doch ein exzellentes Urteilsvermögen attestieren.

Was soll das auch?

Immerhin hat der Mann, zumindest ist bisher nichts davon bekannt, nicht, wie in Großbritannien jeder zweite oder dritte BBC-Star oder Politiker, Kinder durchgewurstelt.

Dass er jetzt aber für seinen guten Geschmack im Eimer ist, das mag mich trotzdem nicht betrüben.

Zumal packt mich kein Mitleiden.

Er wird jetzt zwei oder drei Monate im Büßergewand gehen, hernach je Vortrag bei den üblichen Verdächtigen 25 000 oder 50 000 Dollar kassieren.

Das ist doch ganz OK für einen abgehalfterten Seitenspringer.

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