Wie man noch einmal wird, was man ist

“Wie man wird, was man ist.”

Es liegt auf der Hand, wer das gesagt hat.

Ich befasse mich seit einiger Zeit damit, wie man wieder wird, was man schon einmal war.

Nicht in dem Sinne, die Zeit zurückzudrehen, sondern im Sinne des wiedererlangten Mutes und der wiedererlangten Kraft. (Die körperliche Kraft wird nur begrenzt zurückkommen, zurückerlangt werden können; darum geht es aber nicht.)

Ich denke inzwischen, dass es dafür gar keine gezielte Strategie gibt.

Die Betonung liegt auf “keine gezielte”.

Es gibt auch kein siebenundreißigstes Strategem dafür.

Es gibt wohl nur eins; es ist das, was ich in Schottland zu einer sehr tapferen Mutter eines schwer verunglückten (ebenfalls schwerverbrannten) Sohnes sagte, die mich, sehend, dass ich “es”, fröhlich, gut gekleidet, mit meiner schönen und klugen Frau an der Seite, wohl geschafft haben müsse, um Rat frug, was sie ihm sagen könne: “Tell him to just stay on!”

Es gibt keinen Trick.

Man kann natürlich anfangen, Leute abzuzocken, irgendwie nach Geld, nach Macht suchen.

Zu Deutsch: Man kann böse werden.

Will man das nicht, so gibt es nur das Durchhalten.

Irgendwann hat man so lange durchgehalten, dass das Durchhalten selbstverständlich geworden ist.

Dann ist man (möglicherweise, bleiben wir auf dem Teppich) kurz davor – womöglich, ohne es zunächst selber zu merken – , schon, endlich, dabei, noch einmal zu werden, was man ist.

Was dann ist?

Wahrscheinlich eine ungeahnte, so wohl nicht wirklich erahnbare Freiheit.

Gepaart mit einer gewaltigen Verantwortung.

Nichts ist umsonst auf der Welt.

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