Kenne ich mich? (II)

Schon wieder nochmal nachgedacht. Meine zweite chronische Krankheit.

Es ist denkbar, dass jene Schöne einfach exakt im Augenblicke meines Vorbeikommens einen so fröhlichen, freudigen Gedanken im Kopfe hatte, dass mich ihr erster wunderbarer Blick nur zufällig traf. Sie hätte also sozusagen auch dem Leibhaftigen wenigstens kurz noch ein Augenlächeln geschenkt.

Dann (in der Tat, ich verwandelte mich schon) hätte ich mich so verwandelt, dass ich plötzlich, bevor der Rest vom Ritter von der traurigen Gestalt überhaupt genauer wahrgenommen, durch diesen Freudblitz im Nu ein anderer, wieder das Innenherausstrahlen meiner einst wohl wirklich schönen blauen Augen gezeigt, so dass die Arme erst nach unserem kurzen Wortwechsel wieder dahingehend zu sich gekommen, was für ein Merkwürdsam da seinen Wagen umherschiebe.

Ja, auch das ist möglich.

Einfach nur der Moment, sonst nichts.

Bei nährerem Bedenk ist das sogar das Wahrscheinlichste.

Es änderte, setzen wir diesen Fall, gleichwohl nichts daran, dass diese Begegnung zuwenigst für mich erhebend und schön war; daran, dass ich aus meiner mittleren Tristesse heraus auf einmal lachte, dazu freundliche, wohl gar angemessene Worte findend; ich denke gar, dass es, desfalls, für die Schöne (denn ich entfernte mich zwar nicht fluchtartig, aber doch angemessen zügig), selbst wenn sie gemerkt, dass der nun wirklich doch nicht ihre längerhaltende wahrscheinliche Kragenweite, auch wenigstens nicht schlimm ausgegangen.

Magische Momente.

Man soll nicht zuviel daraus machen wollen.

Sich aber dahingehend zu öffnen, sie jederzeit wiederfinden, neu erleben zu können, dürfte wohl kaum ein Fehler noch gar Frevel sein.

Der nächste US-Präsident, egal wie er heißt, wird weiter drohnenbomben lassen. Drohen und bomben, bis es nicht mehr geht.

Genau und gerade deshalb ist es unser, einfach so lieb miteinander zu lachen.

Ohne dann unbedingt etwas daraus zu wollen.

Es kann ja werden.

Wir aber gehen heraus aus dem Zwang.

Zerknitterter Philosoph trifft Frau bei der Arbeit am Hubwagen.

Man guckt, wie es der Zufall will, mag sich einfach so, lacht.

Nein, es wird nicht die Liebe allein sein, die die Wahnsinnigen und Schlächter überwinden wird; ich will nicht missverstanden werden; eine wesentliche, wohl die Grundlage für die notwendige Tatkraft dahin wird sie aber sehr wahrscheinlich bilden.

Und zwar genau eben auch jene, wie sie zwischen dem Schrägling und der Frau am Hubwagen einfach dawar.

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