Plötzlich suchen Frauen Männer?

Theoreme über Geschlechterbeziehungen vermögen mich naturgemäß immer wieder zu interessieren bzw. amüsieren.

Neulich meinte ein ernstzunehmender Gesprächspartner, die ganze Sache drehe sich ab etwa  40 bis 45.

Ab da müssten und täten zuvörderst die Mädels nach den Buben gucken, und nicht mehr umgekehrt.

Lustige Vorstellung; es mag aber was dransein.

Zunächst erschließt sich die zugrundeliegende Logik nicht.

Allerdings: Wir leben in einem Zeitalter vieler Alleinstehender.

Da kommt, dem Manne, der das sagte, mal inhaltliche Unterstützung zu geben, meine alte These wieder auf, dass die Frau, zumal wenn nicht mehr immer begehrt-verfolgt-verträumt jung, am Alleinsein im Durchschnitt doch mehr leide, als der Mann. (Ich rede wiederum, heutzutage ist das mitunter klarzustellen, von Heteros.)

Wird das nun ein über 25 bis 30 Jahre eingeschliffenes Verhalten ändern, regelhaft, dass frau sich nicht mehr nur begehren lassen müsse, sondern selbst aktiv begehren?

Dass ich diese Erfahrung noch nicht vermehrt mache, heißt nichts; wäre ich Don Juan, so hieße das nichts; wäre ich ein völliges Mauerblümchen, so hieße ein plötzliches Dochgepflücktwerden auch nicht viel; zwischen beiden, wiewohl dem Mauerblümchen näher als dem Don Juan…

Es mag aber sein, dass der Mann doch recht hat.

Eben wegen der Einsamkeit.

Ich hatte das vorher nie so altersspezifisch, in diesem Sinne, im Visier; hatte lediglich über das für Frauen meines Erachtens erhöhte Einsamkeitsproblem sinniert.

Wahrscheinlich hat er wenigstens tendenziell recht.

Eben wegen der Einsamkeit.

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