James

“Bleib so, wie Du bist!”

Heute abend wieder gehört, in der Kneipe, tiefes Gespräch mit einem, auch im Zusammenhange mit unserem kürzlich verstorbenen Freunde James, dessen Ableben ein großes Loch gerissen hat, das wir, die ihn mochten, zu schließen versuchen: was auch sonst sollten wir tun: die beste Ermunterung, die zu erfahren.

James wirkt in uns nach.

Seine oft harten Worte waren fast immer richtige Worte.

Und jetzt erst erfahre ich, wie nachhaltig er auch auf andere gewirkt hat, mein lieber, böser James.

Es ist noch immer, wie als ob man ihn an der Theke sitzend, nicht loslassen wollend, sähe, seinen liebevoll-spöttischen Blick und Gruß entgegennehmend, mit entsprechend kantiger Antwort, sich dazusetzend; wie als ob er noch dort säße.

Ich weine schon wieder.

Ja, lieber böser James, auch wenn Du in diesem Dich betreffenden Falle wiederum nicht viel davon hältst, ich weine halt.

Ja, gut, ich weine wohl eher um mich als um Dich.

Um Dich zu weinen, das hättest Du Dir ohnehin mit Härte verbeten.

Ja, ich hätte gerne noch ein paar viele Jahre mit Dir als hartem, klaren Freunde verbracht.

Ich werde nie vergessen, in welchem Tone und mit welcher Bestimmtheit Du “alles Schwachsinn!” sagtest, wenn es um allerlei Gotteserklärer, Pfaffen und Obskuranten ging; denn Deine Rede war, wenn auch für mich heute noch nicht immer richtig, so doch stets durchdacht und echt.

Du warst da, echt da, und bleibst für manche allweis ein wesentlicher Teil ihres Lebens.

 

 

 

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