Was ist das?

Vanille, Pfeffer, Tabak, Leder, Schlehdorn, Holder, Thymian, schwarze Johannisbeere, Wildkirsche, Brombeere, Heidelbeere, Lorbeer, Tanne, Kiefer, Sanddorn, Vogelbeere, Quitte, Eichenholz, Erika, Dost, Meersalz, Wacholder, Blutwurz, Walderdbeere…

Keine Angst: Es ist bloß ein Cabernet Sauvignon aus der Pfalz.

Allerdings einer mit dreizehnkommafünf Umdrehungen und den farblichen Komplexen eines ordentlichen Bordeaux.

Respekt.

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4 Antworten zu “Was ist das?”

  1. Thomas sagt:

    Ohhh…lecker :D

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Ich werde nicht verraten, wo ich ein paar Flaschen davon zu welchem Preise zu ergattern wusste…

  3. Kolibri sagt:

    Ich möchte soooo gern wissen, wo du den Cabernet Souvignon gefunden hast?

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Kolibri

    Ich habe bezüglich der Qualität des Weines vielleicht ein bisschen übertrieben.

    Da er aber nur drei Fünftel von fünf Euronen die Flasche gekostet hat, also im Rahmen meines normalen Weinbudgets blieb (die Kinder wollen ja auch noch was essen und trinken), war ich schon sehr exaltiert, zu einem solchen Preise einen Traubentee ergattert zu haben, der normalerweise nicht unter dem Vierfachen erhältlich.

    Es war, so viel sei verraten (es ist längst alles weg, da kannst Du sicher sein), eine Werbeaktion eines großen deutschen Discounters, der auch, wenig verwunderlich, nur je sechs (vielleicht zwölf) Flaschen in jede Filiale um mich herum plazierte, denn mehr hatte er nicht, wollte er zu diesem Lockpreise wohl auch nicht verkaufen. (Ich probierte auch den pfälzer Aktions-Merlot um den gleichen Preis; der aber war Schiet.)

    Vor ein paar Jahren, noch in Hammelburg, gelang mir mal ein ähnlicher noch größerer Treffer. (Meine Methode bleibt aber geheim. Wenn ich wittere, dass etwas im Busch ist, hole ich mir schnell eine Flasche, fahre sie heim, verkoste sie, und wenn einer jener seltenen Glückstage fällt, kann man zwei Minuten später einen Radblitz durchs Städtle sausen sehen, einsammelnd, was nur zu holen. Ich weiß, oft zu meinem Leidwesen, nämlich wohl, was guter Wein ist.)

    Ich hatte noch nie einen Sauternes getrunken gehabt, nur davon gehört (auch von den üblichen Preisen), und nun stand da, beim Plus (der wurde inzwischen von Netto geschluckt), eine Batterie Halbliterflaschen, um sechs Euro je Bouteille.

    “Das kann ja nix sein”, dachte ich mir, nahm aber versuchsweis eine mit.

    Gut eingekühlt, versuchte ich den Stoff, sagte mir sogleich, dass wenn das ein schlechter bzw. billiger Sauternes sei, dass ich dann gerne den schlechten, billigen einlöffelte.

    Ich war grade, wie so oft, knapp bei Kasse, so dass ich mir (obschon ich wusste, dass das schon ziemlich günstig sein müsse) keine weitere Flasche leistete.

    Dann geschah das Idiotenwunder.

    Zwei oder drei Tage später (Hammelburg ist eine Weinstadt!) kam ich wieder in den Laden, und die Ladenhüter standen, so gut wie alle, noch da, aber, ebendeshalb, auf drei Euronen runtergesetzt!

    Sofort aufs Radl, den großen Rucksack geholt, alle 26 Stück weggerafft!

    Ich brachte später eine mit nach Berlin zu einem, der sich wirklich auskennt, der meinte, das sei natürlich kein großer Sauternes (ich habe später mal einen trinken dürfen, das war schon noch ein Unterschied!), aber ein echter, nicht schlechter.

    Wer rechtzeitig kommt, den belohnt das Leben.

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