Unverzeihliche Betrachtungen

Es ist interessant zu beobachten, wie eine Frau, an der man einmal ein gewisses Interesse gezeigt hat, sie mit überschwerer Abweisung reagiert, nachher diese, ob Insubordination des kalt Düpierten, oder erstmal einfach so, oder zum Spaß, aus Überlegenheitsgefühlsgelüste, noch ständig zu unterstreichen trachtet, für alle sichtbar, da einen dies offenkundig nicht umwarf, man weiterhin, selbst wenn härtest offensiv nicht beachtet, mit einem Nicken freundlich grüßt, sie indes merkt, dass derjenige sich nimmermehr in ein Kriechmodell verwandeln, es auch nicht mehr von sich aus angehen wird, ihn gar, in ihrer Nähe, ungespielte Fröhlichkeit umtreibt, sich dann recht hilflos geriert.

Leicht kann einen da das Mitleiden überkommen.

Es ist aber nicht angezeigt.

Denn, egal, ob sie sich die Selbstverletzung lediglich aus Eitelkeit, die nicht zu halten, oder aus einem gewissen eigenen Interesse, das falschherum formuliert, vielleicht zunächst, oder immer noch nicht, bewusst, geschlagen hat, wird – eine Ausnahme im Kosmos mag die Allregel bestätigen – kein füglicher Angang darin bestehen, sieht man sie nicht in wirklich höchster, von allen anderen verlassener Not, sie daraufhin anzusprechen. (Man vergesse, wohlgemerkt, nicht die oben beschriebene Genese der Sache.)

Selbst wissend (es gibt intelligente Frauen), dass sie mittels eines einfachen freundlichen “Hallo!” und eines sich Dazusetzens beim anderen alles verziehen machen könnte (ohne, allerdings, ihn damit einfach im Sacke zu haben; erst recht nicht mehr), erscheint es ihr als gar zu viel der Selbstdemütigung, der Niederlage.

“Käme ja noch schöner, wenn ich vor dem Kerl jetzt mittels eines freundlichen ‘Hallo!’ ankröche!”

“Was für einen Aufwand habe ich betrieben, ihm zu zeigen, vor allen, wie sehr ich ihn für einen…halte!”

“Und: Was wird meine beste Freundin zu mir sagen, wenn ich mich mit DEM jetzt doch wieder unterhalte?” – !

(Die letzten beiden genannten Punkte wird sie sich nicht unbedingt eingestehen; aber sie wirken.)

Es gibt eben nicht nur die männliche, sondern auch die weibliche Einfalt. Oder nennte ich es lieber Starrsinnigkeit? Ja, das trifft es besser.

Dahinter liegt das Nichtverzeihenkönnen, dem anderen, aber vor allem sich selbst.

Da muss auch frau erstmal selber durch.

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4 Antworten zu “Unverzeihliche Betrachtungen”

  1. Kolibri sagt:

    In diese Richtung haben wir wohl alle noch einiges zu lernen.

    Meine Meinung: Wir waren alle Täter und Opfer. Das Wort “verzeihen” gebrauche ich ungern. Ich persönlich spreche lieber von “vergeben”, das wiederum etwas mit “freigeben zu tun hat.Ich gebe den anderen frei, lasse ihm die Freiheit. So auch, ich vergebe mir und gehe wieder in Freiheit.
    Jede Trennung ist mit Schmerz verbunden, je mehr wir diesen Schmerz zulassen können und ihn durchleben, um so schneller sind wir befreit.Meine Erfahrung!
    Bevor wir uns nicht von diesen Denkmustern befreien,z,B.Schönheitswahn, Kapitalismus, Glaubenssätze und diesen ganzen “Weisheiten”,wie Beziehungen und Partnerschaften “funktionieren”,(es muss ja alles funktionstüchtig sein),solange werden wir alle noch, Frau wie Mann, unsere liebe Not haben.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Kolibri

    Ich habe im obigen Text einen Fehler gemacht, indem ich schrieb “alles verziehen machen könnte”, ohne dabei deutlich zu machen, dass ja alles schon längst verziehen sein könnte, also nur aus der Perspektive der Frau heraus betrachtet die Situation beschrieben, wenn sie Anlass sieht, etwas als noch nicht verziehen zu empfinden.

    “Vergeben” mag ein besseres Wort sein, zudem.

    Ein ziemlich Undoofer (man verzeihe die Wortwahl), den ich bald ein halbes heutiges mitteleuropäisches Menschenalter lang kenne, pflegt auf eine Bitte um Entschuldigung hinwiederum zu sagen, er sei bereit, alles zu verzeihen, entschuldige aber gar nichts.

    Vergeben mag das beste Wort sein.

    Verzeihen heißt indes am Grunde nicht mehr einer Sache zeihen.

    Im Vergeben liegt noch – tiefensemantisch – ein Tun, im Verzeihen lediglich ein Nichtmehrtun.

    Ich weiß noch nicht, was ich – jeweils – für angemessener halte.

  3. Thomas sagt:

    Nicht, dass ich dir widersprechen will Kolibri – aber wie schaut denn eine nicht-funktionstüchtige Partnerschaft aus, die trotzdem hält? Deine Gedanken dazu würden mich interessieren…

  4. Kolibri sagt:

    @ Thomas

    Zuerst zum Wort “FUNKTIONIEREN”:
    Wir leben in einer funktionstüchtigen Gesellschaft, wir sollten alle funktionieren, wir funktionieren auf Knopfdruck.
    Damit lassen wir uns degradieren, zu einer Maschine, eine Maschine funktioniert auch auf Knopfdruck.
    Unsere Handys funktionieren, unser PC funktioniert, indem wir die entsprechenden Tasten drücken,das Auto funktioniert, wenn wir den Zündschlüssel umdrehen und die Gänge schalten,wenn wir es allerdings nicht gut warten, kann es vorkommen, dass es auch mal streikt,wenn iwir den Tank nicht nach füllen, transportiert es mich keinen Meter mehr.
    Okay, das machen wir ja alles,wir versorgen unsere Geräte mit und Maschhinen mit Energie,bis sie dann aber irgendwann wegen Verschleissdoch nicht mehr funktionieren, und dann entsorgen wir sie und kaufen neue.

    Funktionstüchtige Partnerschaft:Nehmen wir als Beispiel das klassische Modell.
    Der Mann hat seine Funktion als Geldverdiener, damit er die Frau in Ihrer Funktion als
    Reinigungskraft und Gebärmaschine versorgen kann,und sollte einer von beiden nicht mehr funktionieren,dann entsorgen wir ihn,trauern noch ein bisschen, sagen evetuell noch,schade er oder sie waren ja so tüchtig,und suchen uns einen Neuen oder Neue, der oder die auch wieder funktionieren.

    Gelebte Partnerschaft:
    Da wir ja Menschen sind, haben wir Gott sei dank auch Gefühle, Falls sie jemand nicht auf Eis gelegt hat, sind die einfach da. Gefühlsbetonte Menschen sind verletzbar,
    Mann wie Frau!
    Und leider gibt es auch nicht so gute Gefühle, Zorn ,Wut Eifersucht,Angst vorallem Verlustangst, alles Gift für eine Partnerschaft.
    Hinter jedem negativen Gefühl liegt eine Ursache, eine Verletzung, eine Enttäuschung usw.
    Bevor eine Beziehung eingegangen wird, sollte jeder seine Gefühlswelt einigermassen in Ordnung bringen, denn der Partner sollte nicht verantwortlich gemacht werden, für Verletzungen aus der Kindheit oder früheren Partnerschaften.
    Wichtig auch, dass beide Partner sich von ihren Herkunftsfamilien trennen,in dem Sinn: Unstimmigkeiten bereinige ich mit dem Partner ohne Einfluss von aussen.Einmischungen von aussen können äusserst gefährlich sein.
    Dann sollte uns klar sein, Männer denken anders als Frauen, grosse Herausforderung für Männer, die Frauen und deren Gefühlswelt zu verstehen.
    Gefühle zu beschreiben, oder in Worte zu fassen kann sich als äussert schwierig erweisen, am besten man zeigt sie einfach.
    Wichtig,der eine ist dem anderen nichts schuldig, Schuldgefühle erzeugen heisst, der eine übt Macht über den anderen aus.Nicht in Ordnung.
    Geben und nehmen sollten ihren Ausgleich finden.
    z.B. der Mann spendet den Sammen, die Frau nimmt ihn auf, es entsteht Leben,das wiederum die Frau gibt bei der Geburt und der es Mann annimmt, und dann beide dafür Sorge tragen, dass es wächst und gedeiht.
    Lieber Thomas, nur ein paar Hinweise, wir sind alle noch am Lernen,Ich persönlich strebe eine Partnerschaft an, in der ich leben darf und nicht funktionieren muss.

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