Wahre Vatersliebe

Gerade fragte ich die Kinder, was sie denn gerne zum Abendessen hätten.

Der Kleine: “Heute ist doch Freitag, oder?”

“Ja, klar.” (Mir schwante schon, worauf das hinausliefe, denn freitags gibt’s vorn am Wilhelmsplatz gute, frische, gleichwohl erschwingliche Hühner; da ich ein Brathuhn stets nicht nur pfeffere und salze, sondern aufwendig einer selber angemischten Marinade mit Chili und diversen Gewürzen unterzogen an ordentlich Schmorgemüse in die Röhre schiebe, es dann beim Garen, neben dem Schreiben, Spülen usw. zwei Stunden lang sorgsam zu betreuen ist, hernach der Rest zu tun, ist der Arbeitsaufwand nicht gering.)

“Da kannst du doch ein Hühnchen machen!”

“Ja, meinetwegen, aber diesmal kriege ich auch ein bisschen was ab!”

“Aber nur ein bisschen!”

“Ich kriege ja eh immer nur ein bisschen, wenn ich überhaupt was kriege!”

“Ja, genau, so machen wir es heute: Du kriegst das Arschloch vom Huhn, und wir kriegen den Rest!”

Das ist wahre Vatersliebe.

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6 Antworten zu “Wahre Vatersliebe”

  1. Thomas sagt:

    Soll ja das beste Stück vom Huhn sein, wenns vorher ordentlich sauber gemacht und die zwei komischen Drüsen entfernt wurden. Das ist echte Vaterliebe. Aber ich beneide dich nicht drum. ;)

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Heute, so habe ich mir’s jedenfalls vorgenommen, werde ich mir mindestens einen Flügel und was von der Haut sowie dem Rücken abschakalen.

    Der Große guckt mir zwar schon gradaus in die Augen, aber ich habe von ihm immerhin noch keine Schellen wegen Insubordination oder Mundraubs eingefangen.

    Ich denke übrigens, dass der Klee wirklich bloß das Loch gemeint hat, also ein gähnendes Nichts (naja, vielleicht mit dem Bürzel als gnädige Dreingabe).

    Ich muss ja auch nicht mehr wachsen, allenfalls im Geiste…

  3. gold price sagt:

    Nr. K 157 / 2012 – Bischof von Hildesheim verbietet Gläubigen Gespräch mit vatikankritischem Priester – Immer noch glauben viele Katholiken, sie seien “Kirche”. Doch das ist ein Irrtum. “Kirche” sind der Papst und seine Vasallen und die ihnen Hörigen, die anderen sind nur Kirchensteuerzahler. Nur wenn sie gehorchen, sind auch sie “Kirche”. Den Theologen Helmut Schüller aus Österreich, Initiator der Pfarrer-Initiative, die sich für die Weihe von Frauen zu Priesterinnen einsetzt, musste von der Pfarrgemeinde St. Marien in Soltau auf Verlangen von Bischof Norbert Trelle wieder ausladen. Die Schafe folgten ihrem “Hirten” und sind dank dieses Gehorsams wieder “Kirche” (http://www.neues-deutschland.de/artikel/221464.der-basta-bischof-von-hildesheim.html). Auch in anderen Bistümern wird “Kirche” so definiert wie in Hildesheim: “In Regensburg beispielsweise schimpfte Bischof Gerhard Ludwig Müller vor einiger Zeit auf die reformwilligen Geistlichen: Ungehorsam sei ein Übel, habe ´viel Unheil in unsere Welt gebracht`. Und Nachbarbischof Wilhelm Schraml (76) aus Passau wähnt in den Wünschen der Initiative gar einen ´Abfall vom Glauben`”, was aus Sicht der Kirche gleichbedeutend der ewigen Hölle nach dem Tod ist. Dies bleibt den gehorsamen Katholiken von Soltau nach der Meinung von Exzellenz Wilhelm Schraml jetzt erspart.

  4. Thomas sagt:

    Was braucht mehr Energie? Das körperliche oder das geistige Wachsen? Oder anders gesagt: Was dauert länger an. OK, auch da gibts verschiedene Antworten. Ein recht gängiger Spruch, mit dem meine Frau mich und meinesgleichen zu beleidigen versuchte war: Männer werden sieben. Danach wachsen sie nur noch.

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Hast doch ein lustiges Weib. Freu Dich und sing’!

  6. Thomas sagt:

    Oh ja, was ich mich ab und an freu und dabei sing… aber wir brauchense halt, die sogenannten schwachen Geschöpfe… von dem Spruch hab ich eigentlich schon lange Abkehr genommen.

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