Man ehre die edlen Frauen

Wenn ich echte Frauen treffe, was auch schon nicht so überhäufig, aber immerhin vorkommt, die dann, noch viel seltener, auch noch zu jenen gehören, die gerne und richtig Denken sich nicht nur zu ihrem Vorteile antun, sondern ganz einfach so, und natürlich mehr als einfach so, auch noch Spaß daran haben, dann, Überolymp, auch noch ein bisschen nett zu mir sind, kann ich doch noch in die Gefahr geraten, dem schlimmsten aller Verstandestrüber, der Verliebtheit, alswelche die übelste Brut der Hoffnung, also glatt des Teufels, anheimzufallen.

“Darfst du jetzt, in diesem erlesenen Ausnahmefalle, nicht doch mal wieder, wenigstens so ein kleines süßes Bisschen, verliebt sein?” – flötet da die Schlange, die mich in Wirklichkeit nur aus dem Gleichgewicht zu bringen, auf Abwege, zum Sinnlosen hin, wenn nicht gar ganz zu vernichten trachtet.

Man soll sich noch nicht einmal in Frauen verlieben, die gerne denken, das auch können, und überdies bei einem guten Glase Nichtwassers dazu keck zu lachen verstehn.

Lieben darf man sie, klar; was auch sonst; aber selbst jene, und sie haben es am allerwenigsten verdient, dürfen einen damit nicht, gar noch völlig unverschuldet, in jene Morbidität des Geistes werfen.

Man darf begehren, scharwenzeln, angraben, alles in mitteleuropäischem Maße, klar; man darf manchen schrägen Scherz anzetteln, auch mal noch etwas dümmer gucken, als man gegenüber solch seltenen Exemplaren der Weiblichkeit eh schon ist, also auch ein bisschen tricksen (sie merkt es sowieso, aber es mag ihr trotzdem gefallen), ein bisschen Macho, ein bisschen Suppenstrulli spielen, kurzum, kaum eine Blödsinnigkeit auslassen, aber, so ist das, meine ich zumindest, schon etwas abgewettert, sich in so ein göttliches Wesen grade dreimal erst recht nicht verlieben.

Denn, mal abgesehen von jenem vollidiotischen Zustande, in den man damit gerät: Es ist eine glatte Beleidigung gegenüber der Edlen.

Nun gut, dann keine Beleidigung, wenn man sowieso ein Idiot ist.

Dann macht das nichts, oder wenigstens wenig.

Andernfalls aber, wenn man nicht nur Englisch leidlich gelernt, auch noch Deutsch, gar Schwäbisch, den Dreisatz beherrscht, Kopfrechnen kann, weiß, wo Japan liegt, ist das in keiner Weise anständig und statthaft.

Man bedenke die Lage der Edlen: Gerade noch vermeinte sie, mit einem wenigstens halbwegs achtenswerten Manne zu tun zu haben, muss dann aber, Saugraus, feststellen, dass er im Nichtmalhandumdrehen so dumm ward, wie der Rest seiner allgemeinen Versagerversammlung.

Anstatt solche Geschöpfe zu ehren, wie es ihnen gebührt, also durch Achtung, Witz, Geist, wahre Menschenliebe, nimmt man ihnen durch Verliebtheit, wie als ob es nicht genügend Idioten gäbe, wenigstens ihrer Zeit, wenn nicht gar (denn sie mögen ja selber gedacht haben, da säße mal ein Nichtdepp) einen Teil ihrer Lebensfreude.

Nein, das darf man nicht machen.

Der Edlen durch endemischen Schwachsinn noch den Tag betrüben, vermiesen?

Sie womöglich, Ähnliches schon öfter erfahren habend, fahrlässig wieder ins scheinbar ewige Dummmännerloch stürzen?

Nein, das kann es nicht sein.

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3 Antworten zu “Man ehre die edlen Frauen”

  1. Dude sagt:

    Liebe IST in Ewigkeit
    Somit existiert Liebe auch – in unendlich vielen Facetten :-)
    Die göttliche, reine Urform der Liebe ist absolut bedingungslos.
    Sie ist die Lösung aller Probleme, die Heilung aller Krankheiten, Erleuchtung, wahre Freiheit und Glückseeligkeit.
    In der Welt der Polarität steht es jedem frei, sie zu leben oder nicht.

    Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Angst!

    Man sollte Liebe nicht mit Verliebtheit verwechseln, das hat nämlich nix miteinander zu tun. Denn während ersteres ein Seins-Zustand – oder der einzig wahrhaftige, reale Seinszustand – ist, ist letzterers lediglich eine biochemische Reaktion, welche im Allgmeinen die Sinne rosa vernebelt, und den Geist und Verstand entsprechend verwirrt.

    Angst gründet in der Abwesenheit des Bewusstseins über den ursprünglichen, ewigen Seinszustands: Liebe.

    Sobald also alle Ängste abgelegt sind, bleibt einzig die reine Liebe, der ewige Urzustand des individuellen, göttlichen Selbst.

    Liebe ist bedingungslose Hingebung dem anderen gegenüber, Rücksicht, Verständnis und Vertrauen, und natürlich Treue.

    Und die Perfektionierung dieser Bewusstseinskultivierung ist diese Liebe – bedingungslose Akzeptanz, die nichts ausgrenzt, sich jedoch von Diabolischem (lat. spaltend/trennend) abgrenzt, indem sie unterscheidet, ohne zu urteilen – jedem fühlenden Lebewesen entgegenbringen zu können.

    Liebe ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt, während Verliebtheit, also lediglich das biochemische Drogenflash der körpereigenen Produktionsstätte ist.

    Aber das kapiert wohl eh kaum einer, angesichts der Propaganda der Neuropisser…

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Ich habe es sofort kapiert.

    Und Deine Aussage, dass das Gegenteil der Liebe nicht Hass, sondern die Angst sei, darüber werde ich noch genauer nachdenken: ich spürte, wie ich’s las, gleich geistig’ Licht.

    (Ich denke, zumindest Ähnliches habe ich auch schonmal hier gesagt. Es geht mir, dies erwähnend, aber nicht darum, mich als sozusagen Erstling rauszustellen, lediglich darum, die dahingehende Vermutung – die Passage fällt mir grade nicht ein – erwähnt zu haben. Auch mindestens halbegal: Richtiges ist immer wieder zu sagen.)

  3. Dude sagt:

    Dazu noch Osho:

    “Die Quelle ist, dass man Liebe ist. Und wer kann Liebe sein? Gewiss, wenn du dir nicht bewusst bist, wer du bist, kannst du nicht Liebe sein – du wirst Angst sein. Angst ist genau das Gegenteil von Liebe. Denk daran, Hass ist nicht das Gegenteil von Liebe, wie die Leute immer denken; Hass ist Liebe auf den Kopf gestellt, er ist nicht das Gegenteil von Liebe. Das wirkliche Gegenteil ist Angst. In Liebe dehnt man sich aus, in Angst schrumpft man. In Angst wird man verschlossen, in Liebe öffnet man sich. In Angst zweifelt man, in Liebe vertraut man. In Angst bleibt man einsam, in Liebe verschwindet man; daher erhebt sich die Frage von Einsamkeit überhaupt nicht.”

    Und von einem Unbekannten:

    “Wenn wir jedoch Liebe definieren als “Vertrauen in ein wohlwollendes Universum”, “Ehrung der Schöpfung” oder “Achtung vor allem, was ist”, dann ist das Gegenteil davon eben die Angst, nämlich “kein Vertrauen in ein wohlwollendes Universum” und “keine Achtung vor allem, was ist”.”

    Und die edle ;-) Ramona Mayer sagt:

    “Entweder du liebst oder du fürchtest dich. Hast du aufgehört dich zu fürchten, erlebst du die Liebe. Die Liebe ist als ewiger Zustand in der Angst enthalten. Nichts anderes war möglich, da alles aus der Liebe geboren wurde.”

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