Heil unseren Brauern, Bauern, Winzern, Wasserwerkern!

Ich weiß, dass man gemäß heutiger Regeln, es sei denn, man ist Großbänker, untertags nichts trinken sollte, außer mindestens drei Liter Wasser. (Was allerdings schon manchen, der dies allzugenau befolgte, frühe ins Grab brachte.)

Frage mich aber doch, weshalb mir Wasser selbst tagsüber manchmal nicht so recht schmeckt.

Gibt es einen Wasserwissenschaftler, der mir diese meine scheinbare Anomalie mal erklären kann?

Diese Spezialwasserleute, die haben ja inzwischen Verwirbler- und Begasinstrumente entwickelt, dass einem schon beim Durchlesen der Gebrauchsanweisungen schwindlig werden kann, noch mehr ob der Wirkungen, die das Wasser dann auf alle Chakren, Mikrosepte, Hirnareale, Hornhäute usw. usf. habe.

Steht dann da aber so eine Flasche Weins oder Biers, von der ich sehr wohl weiß, dass fast eine Übermenge Wassers auch darinnen gefangen, so will ich manchmal doch nicht anders, als diese schon zum Mittagessen zu verkosten, ziehe sie dem Wunderschwirbelreinwasser vor.

Ich weiß natürlich, dass man so ungläubig nicht sein soll. Wenn ich aber an den armen Traubenleser denke, der da, im Schweiße seines Angesichts, hart am Südhange, gnadenloser Herbstsonne, des Berges die Butte getragen, überkommt mich das Mitgefühle, auch meine innate Solidarität, manchmal so, dass ich ihn wenigstens von ferne her nicht erst des Feierabends unterstützen und atzen möchte.

Schließlich habe ich selber schon Schwerstarbeit verrichtet, oben am Kirchturm, dem Herrn nahe, frei in den Abgrund gebeugt abgenommen habend, der Heiligkeit Sandsteinstücke gesetzt, so dass mir keiner nachsagen kann, ich wüsste nicht, was eine sakrale Tätigkeit ist.

Mein Herz ist aber auch bei unseren wackeren deutschen Wasserwerkern, die, unablässig, ständigzu, dafür sorgen, mir das saubere Nass zu liefern, das mir nicht nur zum gelegentlichen Waschen, nicht nur zum Spülen unzähliger Infantenteller, nein, darüberhinaus zum gesundheitlich bedenkenlosen Bereiten von Tee und Kaffee, selbst zur Rasur, zu erträglichem Preise jederzeit ins Haus geleitet wird.

Auch die sind Helden, wenn vielleicht nicht Helden, so doch uns alle bestens mit dem Wichtigsten hervorragend Versorgende, Vorbilder, denen meine vorzügliche Hochachtung ebenfalls nicht versagt werden kann.

Und zwar ohne jeden schrägen Witz. Kaum einer dankt ihnen ihre vorbildliche Arbeit je. Ich tue es hiermit.

Also: Heil unseren Winzern, Heil den Brauern und Bauern, Heil zumal unseren unermüdlichen Wasserwerkern!

Heil allen, die es hören!

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7 Antworten zu “Heil unseren Brauern, Bauern, Winzern, Wasserwerkern!”

  1. Thomas sagt:

    Hmmm… es gibt für deine Frage nur zwei mögliche Antworten:
    Entweder gibt es in Stuttgart kein stilles BadBrückenauer oder (Dude! Dein Einsatz! Los! Dissen!) du bist ein Suffkopf! :D

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Ich trinke Wein nur als Bußübung.

    Alswie ein Mönch sozusagen.

    Das ist mein täglich Opfer.

    Das Ritual, zumal, erfüllt nicht nur mich, sondern auch noch einen Sinn: Ich bin, spätestens, wenn des Burgunders Thesen an meiner Türe angeschlagen, nur noch im Berge des Herrn unterwegs.

    Meine Kirche steht immer offen. Wenn ich nicht gerade meine heiligste Bußübung zwischen Transsilvanern und Rieslingen verrichte, bin ich stets dort anzutreffen, meinen Schäflein die Beichte abzunehmen und ihnen überdies freigiebig Rats für ihr Hinankommen zu geben.

  3. Thomas sagt:

    Bäh, Weißwein. Kann ich gar net hamm. Bei mir gibts nur kräftige Rote.

  4. Dude sagt:

    @Thomas

    Nö lass mal… denn wer im Glashaus sitzt, soll nicht Wein trinkend, das Wasser predigen und so…

    Aber das Irrenhaus des Kosmos, auch Erde genannt, ist sonst manchmal auch kaum mehr zu ertragen…

    In diesem Sinne: Proscht! :-)

  5. Rainer Grzybowski sagt:

    Und keine Ehr der Feuerwehr?

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Rainer Grzybowski

    Doch.

    Mancher Feuerwehrmann musste ob Reinwassermangels schon mit Bier löschen.

  7. Thomas sagt:

    Ob Feuerwehrmänner, wenn sie Raucher sind, aus Spass, sozusagen zur Freud, ihren Feuerstarter durch Spucke löschen nach dem Anzünden des Glimmers? Nach dem Motto: Nicht aus der Übung kommen?

    Und jetzt die Frage, die die Welt bewegt: Wie stehen rauchende Feuerkämpfer zu Rauchmeldern?

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