Vom Politgeschwurbel, Juchtenkäfern und grüner Toleranz

Vorhin latschte ich durchs Städtle, am Wilhelmsplatz war viel merkwürdig’ Volks unterwegs, eine Art türkische Einwegsimbissbude aufgebaut, überall masse gelbe und blaue Müllsäcke aufgestapelt, überquellende Müllcontainer – ich erfuhr schließlich von einem Essensversorger der Filmleute (dass da ein Film gedreht werde, war mir schnell klargeworden), dass es sich um einen Kinostreifen mit dem Arbeitstitel “Habibs Rhapsody” handele, kombinierte, dass das wohl Habibs Dönerbude sein müsse, nachdem ich vorher schon zwei andere, die gelangweilt vor ihren Transportern rumlümmelten, gefragt hatte, ob man da wohl “Stuttgart versinkt im Müll” produziere, worauf die geantwortet hatten, nein, aber im Film streikten die Müllwerker. Da hätte ich mindestens nicht schlecht geraten, versetzte ich, die beiden nickten zustimmend lächelnd. Kann ja lustig werden.

Für den Sprachler interessanter aber war eine andere Begegnung.

So in Gedanken vor mich hintrottelnd, gewahrte ich einen Uniformierten, einen Mann von vielleicht sechzig Jahren, der gerade dabei war, einen Falschparker aufzuschreiben.

Eine männliche Politesse sozusagen.

Sofort fuhr es mir durch den Kopf, dass ich gar nicht wisse, wie man so einen richtig bezeichnen möge. Nun, der brave Mann wird kaum etwas dagegen haben, wenn er ausahmsweise mal freundlich angesprochen wird, frag ihn einfach, dachte ich bei mir.

“Entschuldichung, derf I sie mol ebbes ganz Bleeds froga, also, wenn Sie jedsd a Frau wäret, no däd mer joh Politesse zu Ihne saga. Aber wie hoißt des noh bei de Männer? Gibt’s do sozusaga a Pendant, a Endsprechong?”

“Äh, noi, so ebbes gibt’s nedda.”

“I will Sie wirglich ned komisch ohmacha, mie enderessiered hald Werder, ich ben Schrifdschdeller. Ja wie secht mer noh richdich, wie hoißed Sie noh sozusaga?”

“Des hod koin eigena Nama. I bin ganz oifach Beschäfdigder bei der Stuttgarter Verkehrsiberwachong. So hoißd des heidzudag.”

“Ach so. Ähä. Dank Ihne, en scheena Dag no.”

“Ihne au.”

Schade. Jetzt übt der Mann eine so wichtige Tätigkeit aus und hat nichtmal eine griffige Berufsbezeichnung.

Schon als ich noch fünf Meter vor ihm im mentalen Angriff stak, hatte ich mich darauf gefreut, hier vielleicht zu meinem Ergetzen auf einen Politeur oder einen Politanten oder sonst ein skurriles Wort zu stoßen.

Beschäftigter bei der Verkehrsüberwachung Stuttgart.

Das finde ich nicht nur dem Manne gegenüber gemein.

Politesse, das hatte – ich hoffe, das Wort wird nicht noch als diskrimierend justiziabel – das hatte sowas französisch Erotisches.

Jetzt heißen diese netten Mädels “Beschäftigte bei der Verkehrsüberwachung Stuttgart”. Alle Romantik perdu.

Bald wird es, zumal sollten wir in der anstehenden OB-Wahl obendrauf auf einen grünen Ministerpräsidenten auch nuch einen grünen Bürgermeister bekommen, womöglich noch schlimmer.

Wahrscheinlich heißen unsere Parks dann bald “vegetative städtische Naherholungsgebiete” und die Spielplätze “Infanten- und Juvenilenrekreationsanlagen”.

Seit man das Arbeitsamt, einen kompakten Dreisilber, für nichts und wieder nichts, außer, dass alles länger dauert, mehr Papier und Druckerschwärze benötigt wird und ein Haufen Schilder ausgetauscht werden mussten, zur Bundesagentur für Arbeit umdeklariert hat, traue ich unseren Politikern in Punkto Anrichten von irgendetwas schwurbelant Nutzlosem alles zu, nur, um damit die Backen aufblasen zu können.

Gut, um Herrn Kuhn, den grünen Kandidaten, hier nicht einfach per Verdacht in eine Schwurbelantenschmuddelecke zu stecken, wollen wir uns mal die erste Seite seiner umfässlichen Wahlkampfbroschüre vornehmen.

Dass er seine Ansprache mit “LIEBE STUTTGARTERINNEN UND STUTTGARTER,” und nicht einfach mit “LIEBE STUTTGARTER,” beginnt, muss man ihm durchgehen lassen, denn dieser Quatsch ist in der Politik heutzutage ein ungeschriebenes Gesetz.

Sein fetter Hauptwahlspruch darüber aber ist bereits irgendwie lustig:

“Für ein weltoffenes und nachhaltiges Stuttgart!”

Ein nachhaltiges Stuttgart. Sinnier. Er will die Stadt also doch nicht abreißen, um ein Juchtenkäferbiotop daraus zu machen.

Weiter unten: “Ich stehe für Inhalte und…” Aha. Der Kerl steht also für Inhalte. Scheint ein echter Steher zu sein.

Kurz vor Schluss dann: “Heimat ist etwas, was wir bewahren und sichern müssen, aber Heimat ist für mich auch die Sehnsucht nach Neuem, das wir heute noch gar nicht kennen.” – Heimat als Sehnsucht – Sehnsucht als Heimat: Interessant.

Ansonsten ist die Broschüre bis auf ein paar kleine Fehler (und, wie heute üblich, unnötige Anglizismen) handwerklich sauber gemacht, wobei – was wunder – im Kapitel “Weltoffenheit und Integration” eine oberdreiste Lüge auftaucht:

“40 Prozent der Stuttgarterinnen und Stuttgarter haben einen Migrationshintergrund. Das ist ein großer Vorteil für unsere Stadt und keineswegs ein Problem.”

Lassen wir ihm den großen Vorteil mal großzügig durchgehen.

Aber: keineswegs ein Problem???

Da könnte Herr Kuhn mal meine Kinder fragen, jeden Lehrer, ob es denn damit wirklich keineswegs ein Problem gäbe.

Aber eigentlich müsste er das gar nicht, denn weiter unten widerlegt er seine Aussage glatt selbst: “Der Spracherwerb ist für viele eine Hürde.” Also – kein Problem?

Ich werde aber wiederum trotzdem keinen von Kuhns Blockflötenkriegsparteienkonkurrenten wählen.

Morgen ist große Kundgebung auf dem Marktplatz, mit seinem Parteifreund, Ministerpräsident Kretschmann.

Der kennt mich von dort schon persönlich, denn ich habe ihm mal mächtig und mehrfach, vor 2000 Leuten, derer mich niemand und niemandin überhört haben dürfte, in seine Bahnhofsveranstaltung reingebläkt, von wegen verlogener grüner Kriegstreiberpartei.

Das missfiel einigen gutmenschlichen Juchtenkäferrettern derart, dass sie mich (selbst eine empörte Omi) sogar körperlich angingen; nur das aufmerksame Auge einiger unweit stehender PolizistInnen verhinderte Schlimmeres (grüne Flecken?), indem ich meine Arme stramm am Körper ließ, rief, was denn das für eine Art Gewaltlosigkeit sei, für eine Meinungsfreiheit, sie möchten ihre Griffel von mir lassen, dass ich als friedlicher Einzeldemonstrant auf einer öffentlichen Versammlung so laut brüllen dürfe, wie ich will, mich allenfalls die Polizei abzuräumen habe, wobei der eine oder andere PolzistIn mehr oder weniger verhohlen dazu grinste.

Ein Freund (auch nicht eben, um es milde auszudrücken, ein begeisterter Anhänger der Grünen) fragte mich vorgestern, ob wir morgen zusammen auf den Marktplatz gehen wollten.

Ich bin noch unentschlossen. Schon letztes Mal drehte ich mich, den Ort des Geschehens schließlich verlassend, zumal in der Unterführung Richtung Bohnenviertel, fluchtbereit, mehrmals um, prüfend, ob mir denn nicht so ein militanter Pazifist, oder gar mehrere, in klarer Juchtenkäferschutzabsicht folgen möchte.

Ich kann einfach nicht dafür garantieren, dass ich morgen nicht wieder nicht an mich halten kann – letztes Mal war ich rein zufällig auf die Veranstaltung geraten, diesmal wäre es Vorsatz – und doch, zum stillsten Zeitpunkt meine Stimme so erhebe, dass sie bis aufs Podium und den ganzen unschuldigen Platz durchdringt.

Normalerweise nennte man einen, der sich mit solchem persönlichem Einsatze, mit derartiger Zivilcourage, für sein Land, für seine Stadt, für seine Kinder, wider Politheuchler stellt, einen mündigen Bürger, der seine demokratisch verbrieften Rechte nutzt.

Aber: Was ist schon normal?

(Nachtrag: Gerade fiel mir noch ein, was eines der auf deren Demos am meisten, lautesten, begeistertsten skandierten Wörter der S-21-Gegner wider die Befürworter war: “Lügenpack, Lügenpack, Lügenpack!” Dann wurde meist durchgeatmet, um denselben Drilling zu wiederholen. Ob ich das unserem Landesvater und unserem vielleicht kommenden OB auch mal entegegenschmettern sollte? Vielleicht in der Variante: “Krieg, Krieg ,Krieg! Lügenpack!”- ? Oder: “Bankensklaven, Lügenpack!” – ? Oder beides im Wechselgesang?)

(Nachtrag II: Mir fiel noch auf, dass ich den Vorfall auf unserem Marktplatz mit Herrn Kretschmann wohl noch nicht ganz hinreichend transparent gemacht habe. “Wega ma Bohhof demonschdriera, als ob derwäga d’Welt onderganga däd! Wega a baar Käfer! Abber iberall Krieg fiehra, en Afghanischdan ond sonschdwo! D’ganz Welt mid ohbrenna helfa! Ihr send jo älle ned ganz bacha!” – Ob ich das jetzt alles wortgetreu so weithin erschallen ließ, kann ich nicht sagen, es handelt sich um ein Gedächtniszitat. Mindestens das meiste aber davon erscholl dem Platze, und noch mehr. “Griene, Kriegstreiber, verlogene! Feigling! Domme Affa!” Aber man versteht anhand dessen vielleicht noch besser, weshalb die Gutmenschen ob meines Auftrittes nicht sehr amüsiert, manche schockiert waren.)

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6 Antworten zu “Vom Politgeschwurbel, Juchtenkäfern und grüner Toleranz”

  1. Dude sagt:

    Die heute gängige Definition von “normal” ist irrsinnig!
    Man muss also ver-rückt sein, um wirklich normal im ursprünglichen Sinne bleiben zu können…

    “Seit man das Arbeitsamt, einen kompakten Dreisilber, für nichts und wieder nichts, außer, dass alles länger dauert, mehr Papier und Druckerschwärze benötigt wird und ein Haufen Schilder ausgetauscht werden mussten, zur Bundesagentur für Arbeit umdeklariert hat, traue ich unseren Politikern in Punkto Anrichten von irgendetwas schwurbelant Nutzlosem alles zu, nur, um damit die Backen aufblasen zu können.”

    Ich gehe stark davon aus, dass der ganze Müll gar nicht von den Politikern kommt. Die segnen es nur ab.
    Den Ursprung haben diese zumeist anglizistisch angehauchten, blödsinnig verkomplizierten und sinnlosen Schwurbeleien letztlich in den fahlen Verblödungssystemen unserer heutigen “Aus- & Weiter-bildungsstätten”, und daraus folgend dann, den zur Verblödung verstudierten Experten, die ihn den Politikern dann nur noch zur Absegnung vorlegen! Dummdacklig, wie gewohnt heutzutags, folgen sie dem natürlich dann auch meistens… …Ausnahmen bestätigen bekanntlich aber noch immer die Regel, also auch hier. :-)

    Zum Thema Heimat könnte ich dem Herrn Kuhn, aber auch allen anderen, übrigens mal dringlichst Max Frischs Dankesrede zum Schillerpreis von 1974 empfehlen.
    http://www.youtube.com/watch?v=o6NxJHGKeh4

    Achja, und liebsten Dank Dir Magnus auch wieder für diesen Artikel, und darin insbesondere Deine köstliche Erlebnisschilderung mit Kretschmann und dem Pöbel.
    Ein Musterbeispiel an zivilem Ungehorsam und subversivem Widerstand mit starker edukativ-pädagogischer Wirkung!
    <3

    Ps. Aber bitte missbrauch bzw. verschandel doch den edlen Begriff "militanter Pazifist" nicht… :-( Wennschon "militanter Gutmensch" o.ä.!

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Der ganze Müll kommt in der Tat – in aller Regel – nicht von den Politikern.

    Es gibt einschlägige Institute, die das aushecken. Im angelsächsischen Bereich nennt man sie gemeinhin “Think Tanks”.

    An dieser Sache bin ich gerade dran, dauert aber noch ein wenig.

    Erstmal werde ich mich jetzt doch noch ein bisschen mehr unserer anstehenden OB-Wahl widmen, dabei auch Herrn Kuhn eine faire Chance geben, sich zu äußern, wie die andern Kandidaten auf einen speziellen Punkt hin konkret befragt, meiner unmittelbaren Heimat etwas mehr Aufmerksamkeit widmen.

    Insofern werde ich vielleicht morgen zu seiner Wahlveranstaltung ausrücken, aber mal stille sein und allenfalls meine Notizen machen.

    Ich bin auch dahingehend in mich gegangen, dass ich seinem wohl gewichtigsten Gegenkandidaten, Herrn Turner, der parteilos, offensichtlich wenigstens nicht blöde, nicht ankreiden kann, dass er sich von CDU, FDP und freien Bürgern unterstützen lässt.

    Überwiesen mir diese konditionslos je 10 000 Euro, um meine Arbeit zu unterstützen, so nähme ich das Geld auch.

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude (Nachtrag)

    Ich missbrauche den Deines Erachtens edlen Begriff “militanter Pazifist” hier nicht und verschandele ihn auch nicht.

    Es sind genau diese beschriebenen Leute, noch, zunächst, unvergleichlich schlimmere, auf die er zutrifft.

    Sie halten Krieg für friedenschaffend, geben sich das alleinige Recht, laut “Lügenpack” zu schreien, zu Hundertschaften, und wenn es einer andersrum wagt, allein, ein Mann, waffenlos, im harmlosesten Lederjäckle, das denkbar, sie daran zu erinnern, wie verlogen bzw. verführt sie sind, dann gehen sie auf den los.

    Ich weiß nicht, wozu die disponiert gewesen wären, wäre die Polizei, wie erwähnt, nicht nahebei gestanden. Und es waren in dem Falle ja noch nicht einmal militante “Antifas”, gegen jeden Patrioten jederzeit voll gewaltbereite junge Männer, sondern bloß ein paar typische verzückte Grünenschlaffis, bis hin, wie erwähnt, zur empörten Oma.

    Nein, diesen Begriff gebe ich nicht aus der Hand, weil Du meinst, eine bessere Verwendung dafür zu haben; denn er ist in seinem Sichselbstbeißen exakt zutreffend auf solche Leute, wie in anderer Weise auch jene, von denen sie sich in die Unterstützung derer Lügen und Kriege hineinlügen lassen.

    Oder: Liefere mir einen sinnigen Grund, weshalb ich ihn auf solche Mitmenschen nicht mehr ansetzen solle. Ich bin ganz Ohr.

    Unsere Grünen (von Euren weiß ich, zugegeben, wenig; aber Ihr Schweizer macht bei all diesen Kriegen wenigstens offiziell noch nicht aktiv mit) jedenfalls sind von oben her zu den perfidesten, hinterlistigsten Kriegstreibern des Landes mutiert; unten zu den dümmsten aller Unterstützer dessen; und ich werde nicht davon ablassen, das zu sagen, womöglich gar mal wieder über einen ganzen Platz zu schreien.

    Und sowieso stets quer durchs deutschsprachige Netz.

  4. Dude sagt:

    “Liefere mir einen sinnigen Grund, weshalb ich ihn auf solche Mitmenschen nicht mehr ansetzen solle.”

    Wie’s beliebt. Hier also die Definition des militanten Pazifisten, zusammengefasst auf einer A4-Seite von Albert Einstein.

    “Für einen militanten Pazifismus

    Es gäbe genug Geld, genug Arbeit, genug zu essen, wenn wir die Reichtümer der Welt richtig verteilen würden, statt uns zu Sklaven starrer Wirtschaftsdoktrinen oder -traditionen zu machen. Vor allem aber dürfen wir nicht zulassen, dass unsere Gedanken und Bemühungen von konstruktiver Arbeit abgehalten und für die Vorbereitung eines neuen Krieges missbraucht werden. Ich bin der gleichen Meinung wie der große Amerikaner Benjamin Franklin, der sagte: es hat niemals einen guten Krieg und niemals einen schlechten Frieden gegeben.

    Ich bin nicht nur Pazifist, ich bin militanter Pazifist. Ich will für den Frieden kämpfen. Nichts wird Kriege abschaffen, wenn nicht die Menschen selbst den Kriegsdienst verweigern. Um große Ideale wird zunächst von einer aggressiven Minderheit gekämpft. Ist es nicht besser, für eine Sache zu sterben, an die man glaubt, wie an den Frieden, als für eine Sache zu leiden, an die man nicht glaubt, wie an den Krieg? Jeder Krieg fügt ein weiteres Glied an die Kette des Übels, die den Fortschritt der Menschlichkeit verhindert. Doch eine Handvoll
    Wehrdienstverweigerer kann den allgemeinen Protest gegen den Krieg dramatisieren.
    Die Massen sind niemals kriegslüstern, solange sie nicht durch Propaganda vergiftet werden.
    Wir müssen sie gegen Propaganda immunisieren. Wir müssen unsere Kinder gegen Militarismus impfen, indem wir sie im Geiste des Pazifismus erziehen. Der Jammer mit Europa ist, dass die Völker mit falschen Zielen erzogen worden sind. Unsere Schulbücher verherrlichen den Krieg und unterschlagen seine Gräuel. Sie indoktrinieren die Kinder mit Hass. Ich will lieber Frieden lehren als Hass, lieber Liebe als Krieg.
    Die Schulbücher müssen neu geschrieben werden. Statt uralte Konflikte und Vorurteile zu verewigen, soll ein neuer Geist unser Erziehungssystem erfüllen. Unsere Erziehung beginnt in der Wiege: die Mütter der ganzen Welt haben die Verantwortung, ihre Kinder im Sinne der
    Friedenserhaltung zu erziehen.

    Es wird nicht möglich sein, die kriegerischen Instinkte in einer einzigen Generation auszurotten. Es wäre nicht einmal wünschenswert, sie gänzlich auszurotten. Die Menschen müssen weiterhin kämpfen, aber nur, wofür zu kämpfen lohnt: und das sind nicht imaginäre Grenzen, Rassenvorurteile oder Bereicherungsgelüste, die sich die Fahne des Patriotismus umhängen. Unsere Waffen seien Waffen des Geistes, nicht Panzer und Geschosse.
    Was für eine Welt könnten wir bauen, wenn wir die Kräfte, die ein Krieg entfesselt, für den Aufbau einsetzten. Ein Zehntel der Energien, die die kriegführenden Nationen im Weltkrieg verbraucht, ein Bruchteil des Geldes, das sie mit Handgranaten und Giftgasen verpulvert haben, wäre hinreichend, um den Menschen aller Länder zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen sowie die Katastrophe der Arbeitslosigkeit in der Welt zu verhindern.

    Wir müssen uns stellen, für die Sache des Friedens die gleichen Opfer zu bringen, die wir widerstandslos für die Sache des Krieges gebracht haben. Es gibt nichts, das mir wichtiger ist und mir mehr am Herzen hegt.
    Was ich sonst mache oder sage, kann die Struktur des Universums nicht ändern. Aber vielleicht kann meine Stimme der größten Sache dienen: Eintracht unter den Menschen und Friede auf Erden.”

    Also bedenke die Begriffswahl doch bitte noch mal.

    Liebe Grüsse vom Dude

    Ps. Wir Schweizer machen zwar bei diesen Invasionskriegen nicht direkt mit, aber die Ruag, und andere, verdienen sich mit Kriegsmaterialexporten (die Initiative zum Verbot davon wurde vom Stimmvieh leider abgeschmettert :-( ) ein goldenes Näschen, und vor allem die SVP hält ihre schützende Hand über diese Praktika. Das ist einer der schmierigen Scheissestreiffen auf dem Mantel der SVP.

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Danke für das Einstein-Zitat, das ich nicht kannte, Deine Sicht erklärt.

    “Militant” leitet sich aber von “miles” ab, dem Wort für Soldat, Krieger.

    Nur weil Einstein dies wie oben gezeigt verwendet hat, ist das keinewegs getilgt, auch nicht aus dem Bewusstsein der Menschen.

    Deshalb werde ich die Kombination “militante Pazifisten”, gerade in ihrer contadictio in adiecto, weiterhin benutzen, wenn es mir angebracht erscheint.

    Sollte das Menschen, wie hier ja schon geschehen, auf Einsteins Text dazu hinführen, umso besser.

    Noch: Mit “militant” verbindet fast jeder (es ist die selbstverständliche Konnotation) Gewaltausübung, und zwar im ganz konkreten Sinne, wenigstens die Bereitschaft dazu. Und zwar nicht im Sinne einer Notwehr oder Nothilfe, die eine Mutter zum Schutze ihres Kindes anwenden mag.

    Insofern hat Einstein hier einen Fehler gemacht (er war ja auch nicht Semantiker, sondern Physiker).

    Hätte er von “Kämpfern”, “kämpfen” gesprochen, wäre das Problem, das wir hier erörtern, nicht entstanden.

    Denn mit einem Kampfe, dem Kämpfer, wird nicht quasi automatisch gedanklich physische Gewaltanwendung verbunden.

    Man kämpft ja auch vor Gericht um sein Recht, man kämpft dafür, dass das eigene Kind vom Lehrer gerecht behandelt werde, mancher kämpft sogar (das ist jetzt etwas zynisch, schon passiert, wir wollen ja unseren Humor nicht verlieren) für historische oder sonstige Wahrheiten, oder auch nur um Erhalt und Weiterentwicklung, im Sinne einer Hinaufentwicklung, seiner Muttersprache, womöglich auch noch anderer.

    Wir beide, die sich ja auch schon nicht selten gestritten haben, stritten, also kämpften (von der einen oder anderen verletzten Eitelkeit oder Unbeherrschtheit hüben wie drüben mal abgesehen), streiten und kämpfen hier der Dinge selbst halber.

    Das macht, das hier noch zu erwähnen, auch der “libertäre Thomas”. (Für Leute, die nicht wissen, wen ich damit meine, siehe: http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2012/09/20/libertare-alles-nur-traumer/)

    Wir versuchen, alle Tiefen auszuloten, Gebirge aus immer heiligeren Bergen zu bauen (das war Nietzsche), indem wir alles hinterfragen, neue Ideen entwickeln, darin, so gut wir es vermögen, vor nichts und keinem zurückschrecken.

    So schrecke ich jetzt auch nicht davor zurück, es ist das erste Mal, dass ich so etwas wiederum Fragwürdiges sage, jemanden, den ich nicht einmal persönlich kenne, noch nicht einmal seinen Namen, mit dem ich nicht je einmal auch nur direkt, sei es über ein Schmerzphon, gesprochen habe, nämlich Dich, von meiner Seite her als einen liebgewonnenen Freund zu bezeichnen.

    Genug dessen, was andere als übertriebenen Pathos bezeichnen mögen.

    LG gen Züri

  6. Thomas sagt:

    … und schuld an allem ist der Juchtenkäfer. ;D

    Wir werden ihn militant pazifistisch und zugleich dominat und antifant bitten, das Gelände zu verlassen, damit die Welt, die, um normal zu erscheinen ver-rückt sein muss, wessen ich militant zustimmen würde, ja, wo war ich, damit die Welt ein Stück besser wird, sollten wir den Juchtenkäfa zu einem Schluchtenkäfa umdeklarieren und ihn höflichst pazifisch und bestimmt milizisch bitten, in sein neues Domizil, welches er von nun an im seinigen eigenigen Namen zum Beweise selbigem trägt, umzuziehen.

    Magnus, geh besser nicht zu der Käfapazi-Versammlung. Kost doch nur Nerven… und bringt vielleicht sogar Schläge.

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