Vom Lügenpantheon (V)

Eine der am leichtesten von anderen mit Beifall geschluckten und verbreitetsten Lügen ist diejenige, die ich jetzt mal die “Emolüge” nennen will.

Mit dieser kenne ich mich aufgrund meines mitunter heftigen Temparementes sehr gut aus.

Einerseits wird überall von Gefühl, Emotionsfähigkeit, Empathie usw. herumgelabert, andererseits ist jenen fast stets Beifall sicher (es sei denn, es sind beleidigte Moslems oder so), die einen, wenn man, nach zunächst ruhiger Rede, die Gegenseite kein vernünftiges Argument vorgebracht habend, Dinge wie Beschneidung, Zensur, Angriffskriege schamlos verharmlost, schließlich, ob aller dreist vorgebrachten Menschenverachtung, nicht mehr an sich halten will, sich sichtlich erregt, dessenthalben verspotten.

Da fällt das vielen als supercool eingeübte Schlachtbeil der Emolüge.

Wer sich so ereifere, der habe wohl keine Argumente, sich nicht im Griff, der sei nicht verkehrsfähig, dem sei nicht zu trauen, der wisse wohl nicht mehr, was er sage, sei kein vernünftiger Gesprächspartner, nicht ernstzunehmen.

Man lernt diese Lüge in jedem billigen Kommunikationsseminar.

Und es ist, klar, auch nicht klug noch angebracht, jederzeit gleich aufzubrausen.

Es ist aber doch verlogen, folgt einer systematischen Verlogenheit, wenn man, vor grinsenden Apologeten psychischer und physischer Grausamkeit sitzend, seine Emotionen, da jene, keines Mitgefühls achtend, mit dem Hinweis auf die Erregtheit des Widerparts ihre Sicht als eben jenen überfordert, ob ihrer Stingenz aus dem Gleichgweicht gebracht habend, erklären, damit keiner weiteren Begründung ihrer Position mehr zu bedürfen, sich, vermeintlich fein raus, ihren Schmerbauch darob pinseln.

Manchmal muss die Wut zur richtigen Rede kommen, auf dass letztere überhaupt gehört werde.

Es hat nämlich nicht automatisch unrecht, wer “emo” wird und dazu etwas laut.

Viele horchen dann erst hin, viele fangen dann erst an zu denken; und ich habe schon manchen dieser supercoolen, superprofessionellen Kommunikationsfachfritzen und deren oder eine zufällige Entourage blasswerden sehen, als ich’s ihm schließlich “voll emo” um die Ohren fetzte.

Mancher winselte schließlich gar um Gnade, bat darum, ich möchte mit meinen Tiraden endlich aufhören, er halte das nicht mehr aus, habe es ja eingesehen, was für einen Mist er verbraten.

Noch gestern Abend hatte ich einen ähnlich gelagerten Fall (es war allerdings eine Frau, die so lange dreist log und mir, ihr widersprechend, alles mögliche unterstellte, bis ich etwas “emo” und entsprechend deutlich wurde; ob sie was eingesehen hat, weiß ich nicht; ich verließ die Örtlichkeit, da ich dort noch öfter verkehren will, auch, weil ich bei Frauen, solange das irgend geht, immer noch eine altmodische Art der Rücksicht nehme, die ein Mann von mir nicht unbedingt erwarten kann).

Jeder Hundsbrunzseckel, der außer ein paar Phrasen und Versatzstücken nichts gelernt (typisch: “Alles hat zwei Seiten”), wie ein Fiffi dem folgt, was gerade als Parole ausgegeben, hält sich heute für Konfuzius, nur, weil er den Trick (Meister Kung war mitunter sehr emo, aber das wissen die nicht) mit dem Unemo gelernt.

Solche Typen kaufe ich mir, das gebe ich ganz emo zu, am liebsten. Da erwacht geradezu mein Jagdinstinkt. Denn sie sind oft nicht nur eingebildet, sondern auch noch eiskalte Zersetzer und Aussauger, die Menschen, die nicht über meine Erfahrung verfügen, jederzeit lächerlich machen und damit auch noch eine ergebene Anhängerschaft um sich scharen.

Es gibt auch Frauen, die so eiskalt sind.

Diese wenden, oft immer noch eiskalt, wenn es eng wird für sie, den Trick an, ihrem Widersacher entgegenzuhalten, dass man einer Frau gegenüber doch nicht so direkt und hart sein könne; sowas mache nur ein skrupelloser Macho, ein Schwein; schneller, als man gucken kann, ziehen sie über diese Emoschiene dann ganz plötzlich den Rest auf ihre Seite.

Man kann doch so eine arme Frau nicht in solcher Weise runterlassen! Das ist jetzt aber gar nicht mehr gentlemanlike! Du kannst eine in die Fresse haben, wenn du jetzt nicht aufhörst! – mögen ihre Verehrer schreien, wenn man sich davon nicht irremachen lässt. Man passe bei den entsprechenden Weibern also nochmal besonders auf. Zumal ob ihrer möglicherweise auf einmal ganz ununemomäßigen Schuhschlecker.

Übrigens werden professionelle “Unemos”, hat man sie mal geknackt, nicht selten, unversehens, was Wunder, wie oben schon angedeutet, aber auch anders, gefährlich, so emo, wie sich das noch zehn Sekunden vorher keiner vorstellen konnte (außer mir natürlich).

Es kann passieren, dass sie total durchdrehen, Weinkrämpfe folgen, sonstnochwas.

Denn nicht wenige von ihnen haben sich ihre Unemoselbstbilder so weit einerseits zu ihren Schutzpanzern, andererseits zu ihrem Erfolgskonzept gemacht, dass, wenn das bricht, erstmal der ganze Mensch auseinanderfällt.

— Anzeigen —


Tags:

6 Antworten zu “Vom Lügenpantheon (V)”

  1. Thomas sagt:

    Jetzt drängt sich doch die Frage, die im Text unbeantwortet blieb, geradezu auf: Warum nehmen Männer auf Frauen Rücksicht in Diskussionen?

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Nun, wenn Männer sich gewisse Hoffnungen machen, ist die Sache schonmal klar.

    Weiterhin wollen viele nicht als Machos dastehen, rücksichtslos, Frauenhasser, nicht gentlemanlike.

    Oft unterschätzen sie die Frauen auch einfach. Oft ist es auch noch das angebrachte Gefühl, dass man Frauen eben zu schonen habe, solange das geht.

    Oft ist es Feigheit.

    Manchmal geschieht es auch in dem lebenserfahrenen Bewusstsein, dass Frauen es sehr oft nicht verzeihen können, wenn sie einmal blamiert wurden.

    Ein Mann sagt zum anderen “Arschloch!” – der sagt “Du Wichser!” etc.

    Später vertragen sie sich wieder, es war halt so, ist egal.

    Sagt aber eine Frau zu einem “Du blödes Arschloch!” und es folgt als Riposte “Du dumme Schlampe!”, so wird der Mann die Beschimpfung auch wieder vergessen, die Frau aber mit einiger Wahrscheinlichkeit nie, vor allem, wenn sie öffentlich erfolgte. So ist das halt.

    Nichts im Kosmos ist gefährlicher, als ein beleidigtes Weib.

    Dies Grundprinzip gilt auch unterhalb der offenen Beleidigungsschwelle.

    Frauen sind im Durchschnitt nachtragender als Männer.

    Es kann also sowohl der Angst wie auch der Klugheit geschuldet sein, dass man sie schont.

    Eine Frau, die nachtragend ist, kann deswegen ganze Reiche vernichten (zwar meist nicht von eigener Hand; aber sie findet nicht selten einen Blödel, der das für sie ausführt).

    Ein weiteres Beispiel dafür, dass die ganze Genderei ein erzverlogener Quatsch ist.

    Es gibt natürlich auch den Fall, dass der Galan sich darin sonnt, Frauen zu schonen. Auch jenen, dass er deren Rede ohnehin nicht ernst nimmt, sie von daher automatisch schont.

    Oft will man auch einfach keinen blöden Skandal.

    Vorhin (Zufall, dass ich das jetzt berichten kann) kam ich wohin, setzte mich mit an einen Tisch, wo ich von einem anderen klar begrüßt ward, und eine Dame, die mir schon verschiedentlich gezeigt, nur noch nie so deutlich, dass sie mich nicht verputzen kann, setzte sich demonstrativ weg.

    Bei einem Manne hätte ich vielleicht gesagt: “Was hast denn du für ein Problem? Bin ich giftig?”

    In dem Falle habe ich darauf verzichtet. Was hätte es gebracht, außer, dass sie mich (ich habe nur Vermutungen, weshalb sie mich derart verabscheut, mache mir aber keinen großen Kopf darob) hinterher noch mehr gehasst hätte, zumal, da gestellt, vor anderen?

    Die, ich weiß, dass sie weder auf den Kopf noch aufs Maul gefallen, hätte mir wohl noch irgendein Zischen oder gar klare Worte entgegengebracht.

    Was aber, wenn ich dessen dann gelacht hätte, in der Magnus-Manier, die es auch gibt, wenn jemand meint, mich zum Hamballe machen zu können, überlegen einen draufgesattelt hätte?

    Ab da hätte es wohl fünfhundert Jahre lang keine Chance mehr gegeben, dass sie mich wieder als einen Menschen erkennen könnte, der nicht vom Erdboden getilgt gehörte.

    Mich ärgert sowas manchmal auch, zumal, wenn eine derartige (ähnliche) Demonstration nicht zum erstenmal stattfindet.

    Aber, mei, sagt der Bayer, was soll’s?

    Vielleicht hasst sie mich so, weil sie hier auf meinem Blog (von dem sie mit Sicherheit weiß) irgendwas gelesen hat, was ihr nicht passt.

    Vielleicht auch, weil ich ihre Freundin mal, im beschriebenen Sinne, doch etwas subdiplomatisch angefasst habe, sie mich deswegen zu hassen verpflichtet ist. Vielleicht…

    (Ich gönnte es ihr natürlich, wenn sie das jetzt heimlich läse…)

    Achso, ja, sie ist eine Intellektuelle. Vielleicht bin ich ihr zu intellektuell?

    Wurscht. Es gibt masse gute Gründe, Händeln mit Weibern aus dem Wege zu gehen.

    Ich denke, einige davon habe ich jetzt dargelegt.

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    (Nachtrag)

    So, wie die Genderei es heute vorgibt, bestünde natürlich kein Grund mehr, in Diskussionen auf Frauen Rücksicht zu nehmen.

    Keine Rücksicht mehr auf Frauen zu nehmen, sei es auch “nur” in Diskussionen, hieße aber, sich diesem Idiotenkrampf zu unterwerfen.

    Ich werde, egal, was man noch erzählen mag, nicht von dem Prinzip abweichen, dass in der Not zuerst die Frauen und die Kinder in die Boote gehören.

    Der Mann hat, als der physisch Stärkere, auch der nicht Gebärenkönnende, Frauen und Kinder zu schützen. Was denn sonst?

    Das überträgt sich auch auf die Diskussion.

    Ein Mann muss eben, da er das nicht kann, was eine Frau kann, dort entsprechend walten.

    Man, ein Mann, der was taugt, macht eine Frau auch verbal nicht so platt, wie er es vielleicht mit einem anderen Manne macht. Das geht nicht. Das macht man nicht, außer eine übergeordnete Not zwingt dazu.

    Dass viele Frauen heute, zergendert, sich von ihrer Seite her an nichts mehr, was richtig, halten, darf nicht dahinführen, dass Männer es ihnen darin gleichtun.

    Ich halte nichts vom vielpropagierten Prinzip: “Na, sie wollen es doch so, dann sollen sie Mann zu Mann bekommen!”

    Damit wird nichts gebessert. Nein, das heißt, dass man sich dem Genderwahnsinn unterwirft. Zum beabsichtigten Schaden aller.

    Stehenbleiben ist angesagt. Keinem Firlefanze weichen. Aber durchaus mal einem aufgegenderten Weibe kein Wort mehr geben, es in seiner tristen Einsamkeit der Genderei stehen lassen. Mag es sich dort wohlfühlen.

    Wie ich hier schon oft gesagt habe: Es wird dort schlimmer dransein, als der vom Weibe verlassene Mann.

    Da mag es sich wunderbar schminken, großartig tun, alle erdenklichen Tricks fahren; am Ende hat es ob der Genderei mehr Schmerzen zu erleiden, als wir.

    Irgendwann wird es das begreifen.

    Oder eben nicht.

    Ich meine, dass das der richtige Weg wider diesen ganz vorsätzlich gemachten Wahnsinn ist.

  4. eric sagt:

    “Nichts im Kosmos ist gefährlicher, als ein beleidigtes Weib.”
    Ja, siehe Angela Merkel, die aufgrund ihrer äußeren Erscheinung aufs tiefste beleidigt wurde und wird.

    Eine andere Methode, mit supercoolen, stromliniengeformten “Unemos” umzugehen ist, deren Aussagen bis in die letzte Konsequenz zu verstärken…

  5. Thomas sagt:

    Ich habe eine Antwort gefunden, die viel einfacher ist:

    Frauen können nicht Diskutieren!

    Zumindest die wenigsten können es. Ich umgehe jede kritische und ins Emotionale ausufern zu drohende Diskussion mit meinem angetrautem Gegenstück, da die Diskussionen vom Hundertsten ins Tausendste abgleiten.

    Das ist ähnlich wie die Obligatorische Frage einer Frau, welches Kleid sie denn nun anziehen soll. Egal was man sagt, es wird schief gehen – es muss.
    Entscheidet man sich für das blaue Kleid, heißts dann: Warum? Findest du mich im roten Kleid zu dick? – Nein, aber das Blaue steht dir besser. – also doch zu dick! Du findest mich also zu dick!? – Nein Schatz, das habe ich nicht gesagt. – Jetzt lügst du mich auch noch an! Wenn ich dir zu dick bin, dann sag es doch einfach!! – Nein Schatz, du bist nicht zu dick! Dann zieh doch einfach das Rote an, wenn du willst. – Da passen aber meine Schuhe nicht dazu! – Dann zieh doch die anderen an… – Du findest also die Schuhe hässlich?? …. etc.

    Auch, wenn das bei den wenigsten Frauen in obig geschildertem Beispiel in dieser Penetranz ausartet, verdeutlicht es dennoch die Art und Weise, wie Frauen denken.

    Im nächsten Leben werde ich mir glaub ich eine Breitling kaufen anstatt zu heiraten – Ist mindestens so schön wie eine Frau – tickt aber richtig! :D

Eine Antwort hinterlassen